Schüler erinnern an August Bungert - Konzert und Lesung

Das Cover des von den Schülern erstellten Heftes zu August Bungert.
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Sagt Ihnen der Name August Bungert etwas? Wahrscheinlich eher nicht. Denn der Mülheimer Komponist, der heute vor genau 170 Jahren geboren wurde, ist in Vergessenheit geraten. Das will ein Projektkurs des Otto-Pankok-Gymnasiums ändern und lädt am morgigen Sonntag, 15. März, zum Konzert mit Ausstellung in den Vortragssaal im Haus der Stadtgeschichte, Von-Graefe-Straße 37, ein. Ab 11 Uhr geht es los, der Eintritt ist frei.

Aris Blettenberg, ehemaliger Otto-Pankok-Schüler und heutiger Student in der Klavierklasse der Hochschule für Musik und Theater München, hat aus Noten von Bungert das Konzert zusammengestellt, das er mit Svenja Lehmann, Sopran, und Anton Georg Gölle, Violine, gestaltet. Alle drei sind auch ehemalige Schüler der Musikschule Mülheim, Blettenberg ist seit 2012 sogar Ruhrpreisträger. Er war es auch, der den Musiklehrer der Otto-Pankok-Schule, Ulrich Jung, auf die Idee für dieses Projekt brachte.

Ruhrpreisträger gestaltet Konzert

Denn Blettenberg entdeckte als Schüler August Bungert für sich und wählte den Komponisten 2013 als Thema für die Abiturprüfung. Musiklehrer Jung war so beeindruckt, dass er seinem Grundkurs vorschlug, August Bungert als Projekt anzugehen. 13 Schülerinnen und Schüler machten sich zwischen Oktober und Januar auf Spurensuche. Vor allem im Stadtarchiv wurde nach Quellen gesucht. „Das war gar nicht so einfach“, erzählt Elisabeth von Berg. Es gab zwar viele Unterlagen, aber die Handschrift Bungerts war kaum zu lesen.

Schüler studierten die Quellen

Unterstützung fand der Kurs auch beim Leiter des Stadtarchivs, Dr. Kai Rawe, und seinen Mitarbeitern im Lesesaal. Rawe freut sich über die gelungene Kooperation zwischen Musikschule, Stadtarchiv und Gymnasium. „Diese Möglichkeit bietet uns das neue Haus der Stadtgeschichte. Und die Erkenntnis für die Schüler, dass das Quellenstudium auch Hürden und Schwierigkeiten birgt, macht auch die Faszination eines solchen Projektes aus.“

Aus den vorhandenen Quellen haben die Schüler nun eine Auswahl getroffen, die in 16 gestalteten Rahmen ab Sonntag bis Ostern im Foyer der Musikschule ausgestellt werden. Zusätzlich wurden Artikel erarbeitet, die sich inhaltlich mit Bungerts Vita und seinem Werk beschäftigen und in einem Heft zusammengefasst wurden. Den Titel schmückt die Skizze einer Schülerin des LK Kunst.

Ausstellung und Heft zu Werk und Vita

Ulrich Bender, stellvertretender Schulleiter des Otto-Pankok-Gymnasiums, freut sich über die gelungene Umsetzung: „Das war ein ideales Projekt, bei dem alle mitzogen: Die Schüler haben Wissen aufgenommen, es verarbeitet und geben das Wissen nun selber weiter. Das geht aber nur mit entsprechenden Kooperationspartnern“, lobt er.

Bärbel Frensch-Endress, Leiterin der Musikschule, kann interessierten Bürgern nur zum Besuch am Sonntag raten: „Auch wenn die Musik von Bungert sehr speziell und schwer ist.“ Umso beeindruckender sei es, wie Blettenberg sich in die Materie eingearbeitet habe. Dr. Kai Rawe ist sich jedenfalls sicher: „So ein Konzert wird es in Mülheim so schnell nicht wieder geben.“

Autor:

Regina Tempel aus Mülheim an der Ruhr

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