Der Verein Mülheimer Obstgarten will für mehr Vielfalt in Mülheims Obstgärten sorgen

Siegerehrung beim Apfelkuchen-Wettbewerb der Apfelwochen, zu denen die Buchhandlung Broicher Bücherträume an der Prinzeß-Luise-Straße eingeladen hatte. (Foto: Team Broicher Bücherträume)
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  • Siegerehrung beim Apfelkuchen-Wettbewerb der Apfelwochen, zu denen die Buchhandlung Broicher Bücherträume an der Prinzeß-Luise-Straße eingeladen hatte. (Foto: Team Broicher Bücherträume)
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„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen", hat der Reformator Martin Luther gesagt. Der Mann wäre ganz nach dem Geschmack des selbstständigen Obstgehölzpflegers Thomas Reichelt. Der Broicher hat nämlich im Februar diesen Jahres mit 15 anderen Obst- und Baumfreunden den Verein Mülheimer Obstgarten ins Leben gerufen. Mit dabei ist auch der Mülheimer Imkerverein. Denn eine Vielfalt von Obstbäumen stärkt mit einer Vielfalt von Blüten auch die Lebensgrundlage der Bienen.

Ziel des Vereins ist es, die Mülheimer Obstbaum-Vielfalt zu stärken. Immerhin gibt es, laut Reichelt, in Deutschland rund 2000 verschiedene Obstsorten, mit deren Kernen man heute Luthers Beispiel folgen und einen Obstbaum pflanzen kann. Wenn es nach Reichelt und seinen Mitstreitern geht, sollen bald nicht nur mehr Äpfel, sondern auch mehr Birnen, Pflaumen, Kirschen und anderes Obst nicht weit von Mülheimer Stamm fallen und so die vitaminreiche Obst-Vielfalt in Haus- und Kleingärten und auf gemeinschaftlichen Grünflächen wachsen und gedeihen lassen. Die natürliche Infrastruktur ist vorhanden, sind doch 52  Prozent des Mülheimer Stadtgebietes von Grünflächen bedeckt.

Nicht umsonst lässt uns der Volksmund wissen: "Ein Apfel am Tag hält den Arzt fern!" Denn Äpfel enthalten 30 verschiedene Vitamine und Spurenelement, die gerade in der erkältungsträchtigen Herbst- und Winterzeit besonders gut tun.
"Der November ist der ideale Pflanzmonat", verrät Thomas Reichelt, der als Obstgehölzpfleger unter anderem die rund 3000 Quadratmeter großen städtischen Streuobstwiesen am Saarner Oemberg und an der Selbecker Karl-Forst-Straße pflegt.

Zuletzt informierte Reichelt Baumfreunde und Mülheimer, die es noch werden wollen im Rahmen der Apfelwochen in der Buchhandlung Broicher Bücherträume über das kleine Einmaleins der Baumpflanzung des Baumschnitts und der Obstbaumveredelung. "Es ist nicht verwunderlich, dass auch die selben Sorten, die man im eigenen Garten erntet, anders schmecken und etwa die Äpfel zum Teil auch anders aussehen, als die vergleichbaren Apfel- und Obstsorten, die man im Handel kauft", betont Reichelt, der mit seinem Verein nicht nur Baumschnitt- und Obstveredelungskurse, sondern auch Sortenbestimmungen anbietet. Den Geschmacksunterschied zwischen der Marke Eigenanbau und Gekauft, erklärt der beim Deutschen Verband für Landschaftspflege ausgebildete und seit 18 Jahren selbstständige Obstgehölzpfleger damit, dass die für den Handel gezogenen Obstsorten an erheblich dünnerem Gehölz und in stark gedüngten Plantagen aufwachsen. "Wir haben bei uns leider zu viele überdüngte Fächen", beklagt Reichelt. Auch im Obstgarten ist weniger manchmal mehr.

Um Obstbaum-Freunden, die an der Vielfalt in Mülheims Obstgärten mitarbeiten wollen, dies zu erleichtern, will der Verein Mülheimer Obstgarten auch eine entsprechende Datenbank und eine Fachbibliothek aufbauen. Kontakt aufnehmen können interessierte Mülheimer unter der Rufnummer 0157-75328757 oder per E-Mail an: epost@obstgarten-mh.de Zurzeit halten die Mitglieder des Vereins Mülheimer Obstgarten ihre Treffen am ersten Dienstag des Monats (Beginn ist jeweils um 19 Uhr) noch bei Thomas Reichelt ab. Der Verein sucht aber nach einem eigenen Versammlungsraum. (T.E.) 

Siegerehrung beim Apfelkuchen-Wettbewerb der Apfelwochen, zu denen die Buchhandlung Broicher Bücherträume an der Prinzeß-Luise-Straße eingeladen hatte. (Foto: Team Broicher Bücherträume)
Probieren geht über Studieren: Am 14. Oktober boten Mitglieder von Mülheimer Obstgarten e,V. im Saarner Klosterhof Äpfel von Mülheimer Streuobstwiesen an. Mehr als 1000 Besucher fanden diese Aktion "echt lecker." (Foto: Emons)

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