Fridays for Future - Es geht weiter
Kleine Schritte fürs Klima: Willy-Brandt-Schüler erstellen Fußabdruck mit Vorschlägen zum Klimaschutz

Viele kleine Schritte können einen riesigen CO2-Fußabdruck vermeiden helfen, dass haben die Willy-Brandt-Schüler eindrucksvoll gezeigt.
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  • Viele kleine Schritte können einen riesigen CO2-Fußabdruck vermeiden helfen, dass haben die Willy-Brandt-Schüler eindrucksvoll gezeigt.
  • Foto: PR-Fotografie Köhring/SM
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Um die Fridays for Future-Bewegung zu unterstützen, ohne den Unterricht ausfallen zu lassen, haben sich Schulleitung, Lehrer und Schüler der Willy-Brandt-Gesamtschule in Styrum entschlossen, dem Klima einen Projekttag zu widmen.

Von Andrea Rosenthal

"Ich finde die Jugendbewegung zum Klimaschutz einfach genial, deshalb haben wir einen Weg gesucht, die Idee zu unterstützen, ohne mit dem Schulgesetz in Konflikt zu kommen", beschreibt Schulleiterin Karin Rinn die Initialzündung zum Klimatag an der Willy-Brandt-Gesamtschule in Styrum. Und so haben Schulgemeinde und externe Partner wie die Hochschule Ruhr West (HRW) und das RWW mit dem Haus Ruhrnatur in nur acht Tagen Unterrichtsmaterialien zum Thema zusammen gestellt und jahrgangsstufenspezifisch die Grundlagen des Klimaschutzes erarbeitet.

In vier Blöcken haben sich die Schüler mit dem Thema auseinander gesetzt. Zunächst ging es um den Unterschied von Klima und Wetter und die Differenzierung zwischen natürlichem und von Menschen gemachtem (antropogenen) Treibhauseffekt. Wichtige Grundlagen, um den Leugnern des Klimawandels argumentativ entgegen treten zu können. Außerdem beschäftigten sich die Schüler mit den unterschiedlichen Möglichkeiten der Energieerzeugung und den wichtigsten Klimakillern.

Schließlich entwickelten die einzelnen Klassen daraus Handlungsalternativen, die jeder Schüler als persönlichen Vorsatz auf einen kleinen Fußabdruck schrieb. Jeder kleine persönliche Schritt wurde auf einem größeren "Klassenfußabdruck" gesammelt, um schließlich zu einem riesigen "Schulfußabdruck" auf dem Schulhof zusammengefügt zu werden.

"Es ist leider häufig so, dass nicht die Erkenntnis das Problem ist, sondern die Umsetzung."
Mathias Kocks, stellvertretender Schulleiter

Die Verhaltensänderungen, die die Schüler sich vorgenommen haben, waren vielfältig. Sie gingen von Energiesparen (Licht ausschalten, keine Geräte im Stand-by-Modus lassen, weniger Fernsehen) über die Vermeidung von Abfall (keine Plastikflaschen, Brottüten in der Cafeteria durch Dosen ersetzen) bis hin zur Minimierung des CO2-Ausstoßes. Neben der konsequenten Nutzung von Fahrrad und ÖPNV zur Fortbewegung heißt das auch, weniger Fleisch zu konsumieren.

Christopher Müller (Stufe 13) fasst als Schülervertreter und Mitglied des Jugendstadtrates zusammen: "Wir hoffen, dass möglichst viele Schüler die Erkenntnisse von heute in ihr Privatleben übertragen." In der Schule sollen jedenfalls noch viele kleine Schritte das Klima schützen. So sind die Gebäude teils mit Solarstromanlagen ausgerüstet und die Schule verfügt über ein Blockheizkraftwerk, außerdem gibt es Wasserspender für die Schüler, die Schülervertretung (SV) sammelt seit anderthalb Jahren Plastikdeckel für Polioschutzimpfungen und die Schüler sind gefordert, mit dem Fahrrad zu kommen. Außerdem planen SV und Lehrer einen regelmäßigen Energiespartag, an dem der Stromverbrauch der Willy-Brandt-Schule auf ein Minimum reduziert wird. Die digitalen Vertretungspläne, die Monitore an den Computerarbeitsplätzen und das Licht sollen nach Schulschluss konsequenz ausgeschaltet werden.

Arno Klare (SPD), Mitglied des Bundestages für Essen und Mülheim und Mitglied im Umwelt- und Verkehrsausschuss der Regierung, hörte sich die Vorstellungen der Schüler erfreut an: "Allein mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen, bringt schon viel." Allerdings mahnte er auch: "Um das Klimaziel von maximal 2 Grad Erderwärmung zu erreichen, bleiben uns beim augenblicklichen CO2-Ausstoß gerade einmal 32 Jahre." Für die erwünschten 1,5 Grad Höchsterwärmung sind es gerade noch zehn Jahre. Eine Zeit, die zumindest die Schüler noch erleben werden. "Deshalb habt Ihr Recht mit Euren Forderungen", bekräftigt der Politiker.

Hoffnung auf einen schnellen Wandel macht er den Schülern jedoch nicht, da Politik eine Gratwanderung zwischen der biologischen Realität und der gesellschaftlichen Bereitschaft zur Veränderung sei. "Es wird nicht schnell gehen, denn wenn wir nicht alle Menschen mitnehmen, treiben wir sie der AfD und anderen Klimaleugnern in die Arme", mahnt Klare. Umso wichtiger sei die Aufklärung der Jugend. Ihre Forderungen versprach er jedenfalls mit Nachdruck in die Berliner Ausschüsse zu tragen.

Und was die Schüler in Gestalt von Schülervertreter Christopher Müller von Arno Klare und der Bundesregierung forderte, seht Ihr hier:

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