Warum gerade Italien nach Griechenland

Die Staatsschulden entwickelten sich zu Lasten der Bürger. Diese Aussage muss im Verhältnis mit anderen Staaten gewichtet und gewertet werden. Die effektiven Schulden und deren Steigerung im Zeitraum der letzten 10 Jahre sollen zur weiteren Wertung ins Verhältnis zum Brutto Inlands Produkt (BIP) gesetzt werden..

Früher druckte der Staat neues Geld, damit er entsprechende Ausgaben tätigen konnte. Die Inflation begann durch die Vergrößerung der Geldmenge, ohne dass eine entsprechender Gegenwert vorhanden war. Wenn die Deutsche Bundesbank (DBB) oder irgendeine andere Notenbank neues Geld herausgibt, dann tut sie es kaum noch, indem sie Noten druckt oder Münzen prägt. Der Staat erhielt finanzielle Mittel dadurch, dass die Zentralbank einen erheblichen Teil der Staatspapiere direkt übernahm. 85 Prozent des neu geschöpften Geldes werden nämlich von den Geschäftsbanken mittels Krediten vergeben. Dabei handelt es sich um bargeldloses Buchgeld. Gibt die Bank einen Hypothekar- oder Firmenkredit, wird er dem Hausbesitzer oder dem Unternehmer auf seinem Konto gutgeschrieben – ohne dass das Institut auf Ersparnisse anderer Kunden zurückgreifen muss. Mit jedem vergebenen Kredit erhöht sich also die Geldmenge. Zitiert nach Zeit-online in „Wer regiert das Geld?“

Dem Staat eingeht dadurch eine Einnahmequelle. Bezogen auf den Euro-Raum, würde dies jährlich 400 Milliarden Euro ausmachen, in der Schweiz je nach Wirt-schaftswachstum zwischen 3 bis 10 Milliarden Franken. Bei dieser Annahme ergeben sich in den letzten 10 Jahren eine Mindereinnahme von 4.000 Milliarden Euro zugunsten der Banken. Die Staatsverschuldung wäre leicht rückläufig. Die (Zins)gewinne der Banken wären nicht gegeben gewesen. Der Schuldenabbau hätte in den letzten 10 Jahren durch eine Verbreiterung der Steuerbasis eingeleitet werden müssen. Wobei die Steuererhöhungen zunächst möglichst konjunkturneutral ausfallen und private Investitionen und privaten Konsum möglichst wenig belasten sollten. Die Steuererhöhungen sollten daher auf die Finanzbranche sowie auf einkommensstarke und vermögende Privathaushalte konzentriert werden. Dies wird durch die Verflechtung der Regierungen mit den Banken in absehbarer Zeit nicht geschehen. Die Finanzmächte haben also ein Gesicht. Auf den Korridoren der Macht waren ihre Repräsentanten schon immer anzutreffen.

Zum Beispiel die Regierung Italiens. Die meisten der neuen Minister der Regierung Monti stammen aus den Chefetagen der großen italienischen Konzerne. Einige Beispiele: Corrado Passera, der Minister für wirtschaftliche Entwicklung, war Vorstandsvorsitzender der zweitgrößten italienischen Bankengruppe Intesa Sanpaolo. Auch Montis Ministerin für Arbeit und Soziales, Elsa Fornero, saß im Aufsichtsrat von Intesa Sanpaolo - im Hauptberuf lehrte sie Wirtschaftswissenschaften an der Universität Turin. Francesco Profumo, Minister für Bildung und Forschung, ist nicht nur Rektor der Technischen Universität Turin, sondern sitzt auch im Verwaltungsrat von UniCredit Private Banking und Telecom Italia (die von Intesa Sanpaolo, Generali, Mediobanca und Telefónica kontrolliert wird). Piero Gnudi, Minister für Tourismus und Sport, gehört dem Verwaltungsrat der UniCredit Group an; Piero Giarda, zuständig für die Beziehungen des Kabinetts zum Parlament, ist Professor für Finanzwesen an der katholischen Universität Sacre Cuore in Mailand, war bis 2011 aber auch Vizepräsident des Banco Popolare di Milano und Mitglied des Verwaltungsrats von Pirelli. Regierungschef Mario Monti war Berater für Goldman Sachs und Coca-Cola und saß im Verwaltungsrat von Fiat und Generali. Zitiert aus: Le monde Diplomatique 06.06.2012. Dazu kommt, dass Monti in seiner vorherigen Funktion als Chefbänker die Griechen in den Euro holte.
mit weiteren Hinweisen.

Ein Schelm der böses (weiter)denkt.

Griechenland lag 2010 123 % und Italien 118 % über dem BIP aber mit dem 10fachen an Schuldenmilliarden.

Autor:

Siegfried Räbiger aus Oberhausen

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