Mediengewalt an Schulen
Schulministerium lobt die intensive Netzwerkarbeit im Kreis Unna

Auf dem Fachtag „Mediengewalt an Schulen“ wurde u.a. über die Medienkompetenz an Schulen diskutiert. 
Foto: Kreispolizeibehörde Unna
  • Auf dem Fachtag „Mediengewalt an Schulen“ wurde u.a. über die Medienkompetenz an Schulen diskutiert.
    Foto: Kreispolizeibehörde Unna
  • hochgeladen von Carolin Plachetka

Das BKA veröffentlichte Erkenntnisse über die massenhafte Verbreitung von Pornografie/Kinderpornografie unter Kindern und Jugendlichen: Daten werden leichtfertig u.a. auf Schulhöfen verbreitet. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung plädiert angesichts der Entwickelung für die Einführung eines Pflichtfachs „Medienkompetenz“ an Schulen. Elternverbände fordern spezielle Aus- und Fortbildungen für Lehrkräfte.

Kreis Unna. Auch die Kreispolizeibehörde Unna verzeichnet einen Anstieg der Fallzahlen und damit verbunden einen vermehrten Beratungsbedarf.
Was machen Kinder und Jugendliche im Internet? Wie nutzen Kinder und Jugendliche das Handy? Wann muss Schule und Polizei einschreiten?
Diese Fragen sollten am Fachtag „Mediengewalt an Schulen“ auch mit den Netzwerkpartnern aus dem Kreis Unna, geklärt werden.
Erste Kriminalhauptkommissar Stefan Krusel erläuterte die aktuelle Kriminalitätslage bei Kindern und Jugendlichen im Bereich der Neuen Medien.
Im Anschluss hielt Prof. Hurrelmann als Medienexperte einen Fachvortrag zur Thematik. Aus Sicht von Professor Hurrelmann hat Schule den Auftrag, Kinder und Jugendliche im Bereich der „Neuen Medien“ zu unterstützen. Er fordert ein eigenes Fach „Medienerziehung“ mit kompetenten und gut ausgebildeten Fachkräften. Nach Professor Hurrelmann sind Aggressionen bei Jugendlichen vorhanden und auch wichtig für die Entwicklung. Das Ausleben der Aggressionen geschah bislang durch verbale und körperliche Auseinandersetzungen. Diese Gewaltanwendungen werden gesellschaftlich nicht mehr toleriert. Die Folge ist, dass Jugendliche ihre Aggressionen in der virtuellen Welt ausleben. Professor Hurrelmann fordert klare Grenzen und Aufklärung in der Medienerziehung schon im Grundschulalter.
Aus Düsseldorf angereist war vom Schulministerium Ministerialdirigentin Susanne Blasberg-Bense und der Krisenbeauftragte Martin Oppermann.
Das Ministerium hat für das Jahr 2020 mehr Hilfestellung für Schulen angeboten. Dieses wurde in einem 10 Punkte Plan dargestellt.
Das Ministerium vertrat auch die Meinung, dass jede einzelne Schule sich intensiv mit dem Thema befassen muss.
Sowohl Professor Hurrelmann als auch Susanne Blasberg-Bense lobten die Veranstaltung der Kreispolizeibehörde Unna. Allen ist klar, dass dieses gesamtgesellschaftliche Phänomen gemeinschaftlich angegangen werden muss.
Dass die Polizei hier die Netzwerkpartner zusammenzieht, um alle unterschiedlichen Blickwinkel zu berücksichtigen, bezeichnet Frau Blasberg-Bense als vorbildlich.
Auch das „Best-Practice-Modell“ des Einsatzes der Medienscouts, die das Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz ausbildet, beeindruckte.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden die Fragen „Was ist im Kreis Unna möglich, was ist zu tun, wo sind die Grenzen?“ diskutiert. Im Plenum von Beratungsstellen, Polizei, Schule und den Referenten wurden Fragen aus dem Publikum beantwortet, Denkanstöße gegeben und Hilfsangebote vorgestellt.

Autor:

Carolin Plachetka aus Stadtspiegel Kamen

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