Spiel mit dem Feuer

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Voll konzentriert, sobald er im Cockpit sitzt: Dennis Wüsthoff kurz vor einem Rennen.
Dass der Motorsport Gefahren birgt, wurde dem 18-jährigen Dennis Wüsthoff gerade wieder bewusst. „Es wurde heiß im Wagen“, erinnert sich der Heiligenhauser. Beim Blick in den Rückspiegel war klar: Sein Fahrzeug brennt. Eine defekte Benzinleitung hatte das Feuer ausgelöst. „Ich habe dann angehalten, bin ausgestiegen und ein Marshall kam und hat den Brand gelöscht“, berichtet Wüsthoff ganz cool. Es ist die Erfahrung aus der bisherigen Formel-Lista-Saison, die ihm am besten in Erinnerung geblieben ist.
Neben der Erfahrung, wie es sich anfühlt, in einem brennenden Auto zu sitzen, hat Dennis Wüsthoff auch neue sportliche Erfolge verzeichnet. Der 18-jährige Gymnasiast bestreitet im Moment mit dem Daltec-Racing-Team seine zweite Formel-Lista-Saison (Schweizer Formel BMW-Serie). Nach vier von insgesamt sechs Veranstaltungen sieht es gut für ihn aus: Dreimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze sowie ein vierter und ein siebter Platz sind die Resultate.
Insbesondere auf dem neuen Red-Bull-Ring in der österreichischen Steiermark fuhr Wüsthoff der Konkurrenz davon: An beiden Renntagen sicherte er sich den ersten Platz. „Da hat einfach alles gepasst“, so die Erklärung des Heiligenhausers. Und das fast ohne Training: Auf Grund der hohen Kosten verzichtet der 18-Jährige im Vorfeld der Rennveranstaltungen auf weitere Trainingseinheiten.
Nicht ganz so rund lief es für den Nachwuchsfahrer am Hockenheimring. Nachdem beim „Warm-Up“ sein Rennauto, ein Formel BMW mit 140 PS, wegen einer defekten Benzinleitung abgebrannt war, gelangen ihm im Ersatzauto zwei dritte Plätze.
Auch das dritte Rennen der Saison fand wieder auf dem Hockenheimring statt. Nachdem Wüsthoff sich im ersten Rennen Platz eins gesichert hatte, wurde er im zweiten Wettbewerb in Führung liegend „abgeschossen“, wie er sagt. „Der Zweite war dicht hinter mir. In einer Kurve hat er mich leicht touchiert und ich habe mich gedreht“, erzählt der Heiligenhauser.
Ähnlich ging es beim Regenrennen in Most/Tschechien zu. Im ersten Rennen auf Platz zwei gelandet, brachte ein weiterer Unfall ihn im zweiten Rennen „nur“ auf Platz sieben.
Zwei Veranstaltungen, im französischen Dijon und im italienischen Monza, stehen noch aus. Wüsthoff ist aber jetzt schon zufrieden: „Das war eine deutliche Leistungssteigerung zur Vorsaison.“
Mittelfristig hat der Schüler, der das Immanuel-Kant-Gymnasium besucht, das Ziel, in der Formel 3 zu starten - vorausgesetzt, er kann die Finanzierung stemmen. Etwa 250.000 Euro pro Saison fallen dort an Kosten an, ohne Sponsoren nicht zu schaffen. Eine Alternative wäre die Teilnahme an der Tourenwagenmeisterschaft. Als Gaststarter konnte Wüsthoff in dieser Saison an einem Rennen des VLN-Langstreckenpokals teilnehmen. Da hat er gemerkt: „Das würde mir auch Spaß machen.“
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