Bürgermeistersuche: Favorit der überparteilichen Jury kurzfristig abgesagt

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Auf die Suche nach unabhängigen und bürgernahen Bürgermeisterkandidaten hatten sich die drei politischen Oppositionsgruppen WGV, Grüne und Linke begeben. Dazu schalteten sie im Rahmen der gemeinsamen Initiative „Bürgermeisterkandidat/in für Voerde gesucht!“ in lokalen Medien eine öffentliche Ausschreibung. Eine wichtige Voraussetzung, die zu erfüllen war: als potentielle Bürgermeister die Stadt Voerde nicht nur verwalten, sondern auch sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltig gestalten.

Fünf Personen bewarben sich daraufhin schriftlich, darunter eine Frau. Letztere zog jedoch ihre Bewerbung aus beruflichen Gründen noch vor dem Jury-Gespräch zurück. Die übrigen Bewerber stellten sich dem paritätisch besetzten Zwölfergremium. Zwei von ihnen befand die Jury für hinreichend geeignet, um sie als Bürgermeisterkandidaten den Mitgliedern im Rahmen einer gemeinsamen Nominierungsversammlung zur Wahl zu stellen.
Einer von ihnen, ein 59jähriger hochrangiger Beamter, wohnhaft in einer Nachbarkommune, wertete die Jury als Favoriten, weil er neben einer fundierten fachlichen Qualifikation seine Vorstellungen über eine parteiübergreifende Ausübung des Bürgermeisteramtes sowie über die politische Gestaltung der Stadt nachvollziehbar und überzeugend darstellen konnte. Auch von seiner Führungsqualität war die Jury überzeugt – kurzum: ein Bürgermeisterkandidat mit guten Außenseiterchancen.

Zur großen Überraschung der Verantwortlichen zog dieser jedoch kurz vor der Mitgliederversammlung seine Kandidatur zurück.
Der verbleibende Bewerber, vor einigen Jahren in Voerde kommunalpolitisch aktiv – allerdings nicht in einer der drei Fraktionen – stellte sich den Mitgliedern zur Wahl. Dass er damals der Verlagerung der Friedrichsfelder Sportanlage in den Babcock-Wald zugestimmt hatte, begründete er vor allem mit Fraktionszwang und damals noch nicht vorhandenen Hintergrundinformationen. Heute stehe er dem Projekt kritisch gegenüber. Er konnte mit seinen Ausführungen jedoch nicht die Mehrheit der anwesenden Mitglieder von Grüne, Linke und WGV von sich überzeugen.

Auch wenn letztlich die Suche nach einem alternativen Bürgermeisterkandidaten erfolglos war, empfinden die Initiatoren die gemeinsame Suchaktion nicht gänzlich als gescheitert. Die parteiübergreifende Initiative habe deutlich gemacht, dass die drei politische Gruppierungen in Voerde zur transparenten und sachlichen Zusammenarbeit in der Lage seien, wenn sie einem guten Zweck dient. Zudem stieß die gemeinsame Überzeugung, dass jedem Bürger – auch ohne Parteiverbundenheit - mithilfe eines solchen Verfahrens die Chance eingeräumt werden sollte, als Bürgermeisterkandidat/in anzutreten, auf ein positives Echo in der Bevölkerung. Spätestens in fünf Jahren bestehe eine zweite Chance, die dann vielleicht auch mit Erfolg gekrönt werde, so die Verantwortlichen von Linke, WGV und Grüne zuversichtlich.

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