SGW: Zaskoku-Patzer leitete Niederlage ein

Fatlum Zaskoku unterlief der "kapitale Bock" vor dem spielentscheidenden 0:2. FOTO: Peter Mohr
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Die Fakten sind eindeutig und nicht zu widerlegen. Die SG Wattenscheid 09 kassierte am Freitag gegen Viktoria Köln die zweite 0:2-Niederlage binnen fünf Tagen und bleibt damit tief im Tabellenkeller. Enttäuscht hat die Pawlak-Truppe im Lohrheidestadion aber keineswegs.

Im Gegenteil: Die Gastgeber waren vor knapp 900 Besuchern gegen die Millionen-Truppe vom Rhein ein Gegner auf Augenhöhe. In der zweiten Halbzeit verbuchten die 09er „gefühlte“ 70 Prozent Ballbesitz und kamen am Ende auf ein Eckballverhältnis von 9:2. Trotzdem lässt sich dadurch die Niederlage nicht weginterpretieren – zumal die SGW mehr als 20 Minuten in Überzahl agierte und den Kölner Siegtreffer durch einen „kapitalen Bock“ von Fatlum Zaskoku praktisch selbst vorbereitete.

Wieder rotiert
Trainer André Pawlak hatte wieder rotiert, hatte auf den leicht angeschlagenen und mit vier gelben Karten vorbelasteten David Zajas verzichtet und zudem Jens Grembowietz und Nico Buckmaier auf die Bank gesetzt. Dafür kam Ali Issa zu seinem Saisondebüt, und „Sherry“ Sarisoy und der lange verletzte Kevin Brümmer rückten ebenfalls in die Startelf.
Zwar hatte die Viktoria die erste Torchance, die Lukas Fronczyk nach drei Minuten allerdings zunichte machte, doch nach rund zehn Minuten übernahmen die Hausherren das Kommando und kamen zu drei gefährlichen Eckbällen in Serie. Einmal ging ein Thamm-Kopfball knapp vorbei, im Anschluss wäre die Sarisoy-Ecke beinahe direkt ins Tor gesegelt. Nach zwanzig Minuten strich ein Enzmann-Schuss aus halblinker Position am langen Eck vorbei.
Die Truppe von Trainer „Pelé“ Wollitz meldete sich erst nach einer guten halben Stunde wieder zurück, dann aber brandgefährlich. Ein Kopfball des baumlangen Abwehrspielers Löhden landete im Anschluss an einen Eckball am Querbalken.
Als die 09er in der 40. Minute noch etwas ihr Pech beklagten, nachdem Milko Trisic bei einer Freistoßausführung an der Strafraumgrenze ausgerutscht war, schlugen die Gäste im Gegenzug eiskalt zu. Pagano verlängerte einen Eckball von der rechten Seite mit dem Kopf auf den „zweiten Pfosten“, wo Steegmann nur noch einschieben musste.

Totale Überlegenheit nach dem Seitenwechsel
Auf dem durch den Regen aufgeweichten tiefen Boden marschierten die 09er nach dem Seitenwechsel weiter mit hohem Tempo in Richtung Viktoria-Tor. Milko Trisic setzte sich links durch, doch sein Pass von der Torauslinie fand im Sturmzentrum keinen Abnehmer. Wenig später Aufregung im 09-Fanblock und auch bei den Spielern, als Kölns Keeper Koczor nach einem Pressball mit Milko Trisic außerhalb des Strafraums der Ball an die Hand sprang. Schiedsrichter Heinrichs ließ (und da lag er wohl richtig) weiter spielen. In der 58. Minute dann wieder eine gefährliche 09-Aktion. Der trotz seiner langen Pause stark aufspielende Kevin Brümmer passte von rechts auf „Sherry“ Sarisoy, doch seinen Schuss aus kurzer Distanz konnte Viktoria-Schlussmann Koczor per Fußabwehr entschärfen. In dieser Phase musste Lukas Fronczyk auf der Gegenseite nur einmal eingreifen – bei einem Kopfball des aufgerückten Löhden, den er in der 62. Minute mit einem tollen Reflex abwehrte.
Fünf Minuten später handelte sich Kölns Kapitän Mike Wunderlich (nach einem Nachtreten gegen Kevin Brümmer) die rote Karte ein. "Wenn wir in dieser Phase den Ausgleich machen, läuft das Spiel vielleicht anders", meinte Coach André Pawlak.

Fataler Fehler
Doch der Vorteil der numerischen Überlegenheit wurde zum „Rohrkrepierer“. Nur 90 Sekunden nach dem Feldverweis unterlief Fatlum Zaskoku in der eigenen Hälfte ein dicker Schnitzer, mit dem er dem eingewechselten Glasner das Leder auf dem Silbertablett präsentierte und förmlich zum 0:2 einlud.
Für die Moral der 09er spricht, dass sie auch nach diesem Rückschlag nicht die Köpfe hängen ließen, sondern weiter energisch nach vorne spielten.
Ob Lukas Lenz (80.) nach Trisic-Zuspiel, Leon Enzmann (85.), der mit einem Knaller von der linken Seite am glänzend parierenden Koczor scheiterte, oder ein Kopfball von „Ersatz“-Kapitän Alex Thamm (88.) - unter dem Strich sprang nichts Zählbares mehr heraus.

Gnadenlos bestraft
"Nach der roten Karte dann der zweite Gegentreffer, das war der Knackpunkt. Fehler werden in dieser Liga gnadenlos bestraft, da war Köln einfach einen Tacken besser. Wir können mit der zweiten Halbzeit nicht unzufrieden sein, aber mit dem Ergebnis sind wir nicht zufrieden", resümierte Trainer Pawlak.

Fronczyk, Brümmer (82. Hibbeln), Andersen, Thamm, Lehmann, Issa (67. Lenz), Zaskoku, Enzmann, Canbulut (74. Buckmaier), Sarisoy, Trisic

Gelbe Karten: Andersen (61.) - Candan (66.)
Rote Karte: Wunderlich (Viktoria/67.)

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