Der "Krachgarten" an der Delogstraße: Heimstatt für Bands, Konzerte und mehr
Kulturluft schnuppern und kräftig netzwerken beim Tag der offenen Tür am 25. August

Katja Neumann unterstützt Jürgen Möllenbeck bei der Planung rund um den Krachgarten. An der Ausstellung beteiligt sie sich als Teil der Gruppe „Niederrheinische UnART“.
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  • Katja Neumann unterstützt Jürgen Möllenbeck bei der Planung rund um den Krachgarten. An der Ausstellung beteiligt sie sich als Teil der Gruppe „Niederrheinische UnART“.
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Der Blick aus diesen eisblauen Augen kann sehr überzeugend sein. Und Jürgen Möllenbeck weiß, was er will. Auch was er erreicht hat - und noch erreichen kann. Es geht um den Weseler "Krachgarten". Haben Sie noch nix von gehört? Dann haben Sie was verpasst.

Was Weseler Musikaffine seit 23 Jahren "Garten" nennen, ist tatsächlich ein Gebäude - geschmeidig und gut auffindbar positioniert an der Delogstraße, zwischen Flachglas und Römerwardt. Auf mehr als 600 Qudratmetern Fläche findet man dort 23 Proberäume (für zurzeit über 30 Bands), einen Veranstaltungsraum für bis zu 120 Gäste und ein schnuckeliges Außengelände mit voll ausgestatteter Bühne.

Vor allem diese Abteilung ist für den "Krach" im Garten vorgesehen. Dort schwängern zumeist laute Konzerte die Weseler Auenluft mit Rocksound, das gleichnamige Festival Anfang September (seit 2011) ist weit über die Grenzen Wesel hinaus bekannt und nach Haldern Pop und "EselRock" wohl die gängigste Veranstaltung ihrer Art. Trotzdem führt der "Krachgarten" seit vielen Jahren eine Art Dornröschen-Dasein. Ob's daran liegt, dass er akustisch eher gering wahrnehmbar ist? Die Veranstalter sind jedenfalls froh, dass (per amtliche bestätigtem Lärmemissons-Gutachten) nur ganz wenig der notenlastigen Dezibels nach außen dringen. Die umliegenden Gebäude verhindern's effektiv. 

Und dann ist da dieser Tausendsassa mit der sozialen Ader. Jürgen Möllenbeck weiß, dass er mit seinem Konzept nicht reich werden kann. Nicht mit Proberaummieten und nicht mit Veranstaltungen. Aber er will dem Weseler Kulturgeschehen aufs Pferd helfen und eine Lücke schließen: eine Art Crossover zwischen den Kunstformen, vor allem nach dem üblichen Toresschluss. Dabei helfen dem 52-Jährigen natürlich ganz viele tatkräftige Unterstützer.

So wie Katja Neumann, die sich auch rund ums beliebte Scala-Kino engagiert und zusammen mit der Gruppe "Niederrhein UnART" die Krachgarten- Ausstellung befeuert: "Das Scala Kulturspielhaus muss um 22 Uhr Schluss machen, das ist im Krachgarten nicht der Fall!"

Aber Jürgen Möllenbecks musikalische Kuschelecke kann noch mehr: Auf einer angegliederten Obstplantage werden Äpfel für die Weseler Tafel geerntet. Zusammen mit weiteren Handwerkern baut der gelernte Tischler einen Reisebus um, der Musikern demnächst für Touren zu Konzerten zur Verfügung steht. Und bald soll eine Greenbox instralliert werden, die von Musikern oder auch weiterführenden Schulen (Film-AGs) zur Erstellung von Kurzfilmen genutzt werden kann. Für Besitzer einer Weseler Ehrenamtskarte soll's Vergünstigungen geben. 

Tag der offenen Tür am 25. August

Und was ist aktuell angesagt? Am Sonntag, 25. August, 12 bis 16 Uhr, lockt ein Tag der offenen Tür" in den "Krachgarten". Dann gibt's dort jede Menge Musik, Ausstellungen mit Werken von Katja Neumann, Micha Dierks und Marco Büning und eine Darbietung von Carsten Diederich: "Ton. Macht. Musik. Die Zeitgeschichte der Tonaufzeichnung". Die Proberäume der Bands können besichtigt werden.
Eine Hüpfburg, Kinderschminken, eine Verlosung (fürs OpenAir-Kino beim Auenfest) und caritative Aktionen runden das Programm ab. Natürlich gibt's Bewirtung (fest und flüssig) - und zwar in der umweltverträglichen Variante: mit hauseigenen Pfandgefäßen. Eine bunter Nachmittag also für Familien und Kulturaffine - so viel ist sicher.

Jürgen Möllenbeck ist sich recht sicher, dass sein Kulturbetrieb auch mit einem zeitlich und inhaltlich erweiterten Konzept funktionieren kann: "Jeder ist herzlich eingeladen, sich den Krachgarten und sein außergewöhnliches Angebot anzuschauen. Wir wollen hier niemanden stören; aber wir wollen auf ein Potenzial reagieren, das die Kulturstadt Wesel und ihre Umgebung auf jeden Fall zu bieten hat!"

Autor:

Dirk Bohlen aus Wesel

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