Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag - "Ein HIV-Test lohnt sich!"
AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. ruft zu mehr Solidarität auf

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  • Foto: Zur Verfügung gestellt von der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V..
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„Ja, ein HIV-Test lohnt sich ganz eindeutig.“, bekräftigt Dietmar Heyde, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel, „denn eine frühzeitige Diagnose und ein zeitnaher Einstieg in die HIV-Therapie führen nicht nur dazu, dass Menschen mit HIV eine annähernd normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität erzielen können, sondern in der Regel schon nach wenigen Wochen gar nicht mehr infektiös sind!“

Aber etwa ein Drittel der HIV-Neudiagnosen in Nordrhein-Westfalen erfolgen erst dann, wenn das Immunsystem der betroffenen Menschen bereits schwer geschädigt ist oder gar eine AIDS-Erkrankung vorliegt. Konkret wurden in NRW im Jahre 2018 schätzungsweise 690 HIV-Neudiagnosen gestellt. 230 Menschen davon wiesen zum Zeitpunkt der Diagnose bereits einen fortgeschrittenen Immundefekt auf, darunter 110 Menschen mit einer AIDS-definierenden Erkrankung.

Kostenfreie Beratungs- und Testangebote

„Diese Zahl wollen wir deutlich verringern und ermuntern daher alle, die eventuelle Risikosituationen eingegangen sind oder einfach nur Fragen zu HIV oder auch anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) haben, die Beratungs- und Testangebote der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel oder des Fachdienstes Gesundheitswesen des Kreises Wesel kostenfrei und anonym zu nutzen.“, erklärt Peter Külpmann, Vorstandsvorsitzender der AIDS-Hilfe.

"Die frohe Botschaft, die Wissenschaftler in die prägnante Formel n = n (wenn die HIV-Viruslast unter einer Nachweisgrenze liegt, also nicht messbar ist, dann kann der Virus nicht mehr übertragen werden!) gegossen haben, bedeutet, dass Menschen mit HIV weder beim ungeschützten Sex noch über andere Wege den Virus übertragen können. HIV-positive Frauen können HIV-negative Kinder zur Welt bringen, ohne auf Inseminationsmethoden bzw. auf Kaiserschnitte zurückgreifen zu müssen.", heißt es in der Presseinfo.

Anlass zur Entspannung

Es gibt also mittlerweile viele positive Entwicklungen und viel Anlass zur Entspannung im Umgang mit HIV und AIDS. Gerade auf dem medizinischen Sektor ist viel erreicht und auch die Auswahl an effektiven Schutzstrategien ist gewachsen und lässt individuelle, passgenaue Entscheidungen zu.

Was geblieben ist, ist das hohe Potential für Menschen mit HIV und AIDS, stigmatisiert und diskriminiert zu werden, „was meist auf Unwissenheit, unbegründeten Ängsten oder Vorurteilen beruht.“, weiß Peter Külpmann zu berichten. „Hier ist nach wie vor Information und Aufklärung angezeigt und Solidarität und Unterstützung gefragt.“

Daher ruft die AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel die Kreis-Weselaner*innen auf, die Vorurteile zu streichen und ein Zeichen der Solidarität zu setzen! Nicht nur zum Welt-AIDS-Tag.

Die AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel berät anonym, kostenlos und vertraulich zu allen Fragen rund um HIV / AIDS und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Die Kontaktdaten finden Sie hier (https://www.aidshilfe-duisburg-kreis-wesel.de)

Zur Info:

Die aktuell vom Robert-Koch-Institut (s. www.rki.de ) vorgelegten Eckdaten für 2018 zeigen einen leichten Rückgang der Neuinfektionen in Deutschland (ca. 4 Prozent).
Vor allem in der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) konnten deutliche Erfolge verzeichnet werden, während bei den intravenös drogengebrauchenden Menschen und den heterosexuellen Männern Anstiege beobachtet wurden. Dies belegt einmal mehr, dass der Ausbau zielgruppenspezifischer Beratungs- und Testangebote und ein früher Behandlungsbeginn Erfolge zeigen.
„Dieser Weg sollte konsequent weiter umgesetzt werden, insbesondere durch eine Verbesserung der Testangebote und die Gewährung des Zugangs zur Therapie für alle in Deutschland von HIV betroffenen Menschen inklusive der Menschen ohne Krankenversicherung.“, lautet die Schlussfolgerung des RKI (RKI, Epidemiologisches Bulletin Nr. 46, 14.11.2019).

Autor:

Lokalkompass Wesel aus Wesel

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