NABU im Kreis Wesel bezweifelt die Brauchtumsqualitäten mancher Holzhaufen
Wird nicht umgeschichtet, verbrennen viele Tiere elendig in den Osterfeuern

Junger Igel.

Die NABU-Kreisgruppe Wesel hat in diesen Tagen im gesamten Kreisgebiet Holzaufschichtungen festgestellt, die wohl für Osterfeuer gedacht sind.

„Man muss sich ernsthaft fragen, ob zum Teil gigantische Holz-Aufschichtungen wirklich noch etwas mit Brauchtumsfeuer zu tun haben? Das schadet der Natur und auch dem Klima gravierend. Hier wird häufig Etikettenschwindel betrieben, das ist nicht weiter hinnehmbar“, so der NABU-Kreisvorsitzende Peter Malzbender.

Es ist wirklich nicht mehr zeitgemäß, dass in einigen Kommunen – darunter auch Dörfer - gleich mehrere dieser häufig überdimensionierten Feuerstellen überhaupt genehmigt werden.

Der NABU weist ausdrücklich darauf hin, dass bereits in einigen zusammengeschichteten Holzhaufen, die mitunter schon 14 Tage oder länger dort liegen, jetzt auch bereits Brutvögel, wie Heckenbraunelle, Zaunkönig und Rotkehlchen ihre Nester darin gebaut haben können. Einige dieser Vögel haben nämlich dieses Jahr bereits bis zu 14 Tage eher ihre Nester gebaut. Ganz geschweige davon, dass auch Igel, Kaninchen & Co. sich gerne dort einrichten.

Der Kreis hat die Verantwortung an die Kommunen abgegeben. Die müssen jedes beantragte Brauchtumsfeuer genehmigen. Dazu haben die meisten Kommunen durchaus sinnvolle Bedingungen in Form eines Merkblattes aufgestellt. Malzbender hat mit einigen verantwortlichen Behördenstellen der einzelnen Kommunen gesprochen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Verordnungen oftmals ohne Wirkung bleiben, da sie wegen Personalmangel etc. gar nicht wirksam überprüft werden können. Der NABU möchte nicht grundsätzlich die Osterfeuer verbieten. Allerdings müssen sie in der Stückzahl stark reduziert werden.

Am Tag des Feuers muss die Holzaufschichtung durch behutsames Umschichten auf Lebewesen überprüft werden. Sollte sich im Holzhaufen bereits ein Vogelnest etc. befinden, darf die ganze Osterfeuer-Aktion nach § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes gar nicht stattfinden.

„Ich befürchte, dass dieses Jahr besonders viele Wildtiere in den Holzhaufen elendig verbrennen“ so NABU-Chef Peter Malzbender. Der NABU will sich zeitnah mit der Kreistagspolitik und der Unteren Naturschutzbehörde zusammensetzen, um zukünftig eine einheitlichere und effiziente Lösung zu finden.

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