Soli-Aktion für Hambacher Forst

Wittener Aktionsgruppe erklärt sich solidarisch mit den Aktivisten vom Hambacher Forst. Dazu ein Text, geschrieben von Rainer Gehrke:

Das Klima retten - Nichts für angepasste Profiteure und Mitläufer…

… die um ihren Job bangen statt um das Leben ihrer Kinder.
Nach dem Tod eines Pressevertreters im Hambacher Forst, hat sich die BI "Empört Euch!" Witten mit den Aktivisten vor Ort solidarisch gezeigt und ein ca. 3 x 4m grosses Plakat erstellt, auf dem der Werbeslogan von RWE: "voRWEg gehen" mit dem Zusatz: "Wir bieten massgeschneiderte Lösungen" in einen Zusammenhang mit der Abholzung des Waldes gebracht wird.
In Bezug auf den Klimawandel scheint RWE bei seiner Beschleunigung vorweggehen zu wollen, statt ihn zu bremsen. Die Gletscherschmelze weltweit ist seit über 50 Jahren bekannt und auch der Zusammenhang mit der Industrialisierung ist kein Geheimnis. Das heisst, das weder der Konzern, noch die Politik trotz Klimaabkommen bereit sind, sich diesem Problem von dem das Überleben der Zivilisation abhängt, verantwortungsbewusst zu stellen.

Laut einer Studie vom BUND (Bund für Naturschutz) kann RWE im gleichen Tempo der letzten Jahre noch drei Jahre weiterbaggern, ohne diesen Wald roden zu müssen. Er ist der Rest eines Waldes mit einer 12000 jähriger Geschichte, sozusagen ein Stück schützenswerte Heimat, die auch vielen seltenen Tierarten ein zu Hause bietet, die mit modernen Maschinen innerhalb weniger Wochen abgeholzt werden kann.
Es gibt also keinen vernünftigen Grund sofort abzuholzen, es sei denn man möchte demnächst, falls die Politik einen Kohleausstieg beschließen sollte, Schadensersatzforderungen für entstanden Kosten stellen, nachdem man eine der letzten schützenswerten Lebensoasen vernichtet hat.

Da der Kohleausstieg schon längst überfällig ist, ist es ein Hohn mit Brandschutz im Hambacher Forst für die Räumung zu argumentieren, während überall auf der Welt die Menschen durch Dürren und Wetterkatastrophen sterben.

Zitat:
"System change, not climate change!
Die Klimaerwärmung ist keine graue Theorie, sondern brutale Realität:
Die Rekordniederschläge und -stürme der vergangenen Monate senden bittere Grüße: aus Puerto Rico, Mumbai, Houston...
Das Klimachaos kommt immer heftiger in den Metropolen an. Zugleich potenziert die Klimakrise die bestehenden sozialen Ungleichheiten des globalen Kapitalismus.
Die Kosten tragen vor allem die ärmeren Bevölkerungsschichten. Ein Ende ist nicht in Sicht: Mit einem globalen Temperatur - anstieg von 2 bis 4,9 Grad
(90%ige Wahrscheinlichkeit) droht eine umfassende „Zivilisationskrise", wie es indigene soziale Bewegungen beim Weltsozialforum 2007 im brasilianischen Belem ausdrückten.
Statt aufhaltsamer Katastrophe, könnte alles allerdings ganz anders sein: Eine Transformation hin zu einem sozialen, ökologischen und demokratischen Weltwirtschaftssystem ist machbar!
Jedoch nicht innerhalb eines anachronistisch-ineffizienten, wachstumsbasierten, profit orientierten Wirtschaftssystems. Daher: System change, not climate change!"
(systemchange-not-climatechange.at)

Die reine Profitgier und Unflexibilität die über Leichen geht, ist der Motor für diese zerstörerischen Prozesse, die sich trotz anhaltender Demonstrationen und Unterschriftenaktionen scheinbar auch nicht durch eine Mehrheit im Volk stoppen lassen wollen.
Sowohl die Politik, die Energiekonzerne als auch die Autokonzerne verschlafen Jahrzehntelang die Entwicklungen auf dem Planeten – obwohl die ersten Elektroautos die in Serie gehen sollten schon in den 80iger Jahren vorgestellt wurden und auch damals schon über verbindliche Regeln
für Emissionen diskutiert wurde - und wollen dann vom Steuerzahler gerettet oder entschädigt werden, aber wer rettet den Steuerzahler vor den kommenden Umwälzungen?
Das entbehrt jeder Verantwortung, Moralvorstellung und widerspricht sämtlichen christlichen Werten, die die westliche Zivilisation doch angeblich verteidigen will.
In Wahrheit werden nur die Profite und die Vormachtstellungen von Konzernen verteidigt, während auf der Erde Prozesse in Gang gekommen sind, die kein Mensch mal so eben umkehren kann, mit keiner Technik der Welt.

Wann halten wir mal inne um über den Sinn unseres Handels nachzudenken und ernsthaft zu diskutieren? Hinterher wie nach dem zweiten Weltkrieg?
Ob dann noch jemand da ist, mit dem man diskutieren kann?

Rainer Gehrke - Mitglied der BI "Empört Euch!" Witten

 

Autor:

Gisela Ladwig aus Witten

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