Daumen drücken für (m)eine Alltagsheldin: Krebsbloggerin Svenja will leben!

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(Foto: Svenja will leben)
 
(Foto: Svenja will leben)

Ich stelle immer wieder fest: Auf Facebook lernt man ganz tolle, interessante und wertvolle Menschen kennen. Über einen Link oder durch einen Kommentar kommt man auf die entsprechende Seite und liest sich fest. So verfolge ich schon seit bestimmt 2 Jahren den Lebensweg von Svenja.


Mit der Krankheit leben



Wer selbst einmal schwer erkrankt war oder sogar chronisch krank ist, weiß, wie schwierig und nervenaufreibend es oft ist, mit seiner Krankheit umzugehen. Sie zu akzeptieren und mit ihr zu leben. Seinen Mitmenschen nahezubringen, was man gerade fühlt und durchmacht. Trotzdem von der Gesellschaft angenommen zu werden. Trotzdem ein möglichst normales Leben zu führen. Träume zu haben, wie jeder andere Mensch auch. Seine Träume trotz diverser Einschränkungen zu leben und sich selbst zu verwirklichen, gehört in dieser Situation fast zu den unmöglichen Dingen.

Die erst 33-jährige Svenja leidet seit 2011 an einem Nebennierenkarzinom. Dabei handelt es sich um eine äußerst seltene Krebsart, die nur schwer zu therapieren ist und keine guten Prognosen hat. Nach einer großen Operation waren ihr anderhalb Jahre Ruhe vergönnt, bevor 2012 zuerst Wirbelsäulenmetastasen und 2013 auch Lungenmetastasen entdeckt wurden. Trotz diverser Chemos und Bestrahlungen trat kaum Besserung ein und nun ist sie seit diesem Jahr nach einer OP an der Lunge Palliativpatientin.

Dies ist jedoch nur die sachliche Tatsachenbeschreibung. Was verbirgt sich hinter Begriffen wie Chemotherapie und Bestrahlung? Ich denke, dieses Leid kann sich niemand auch nur annähernd vorstellen, der es nicht selbst durchgemacht hat, nein, auch ich nicht. Die negativen Gedanken, die Schmerzen, das körperliche Elend, vielleicht auch die Todesangst.

Warum ich trotzdem darüber schreibe? Weil mich Kämpferherz Svenja mit ihrer Art, mit den Widrigkeiten ihrer Krankheit zu leben, schwer beeindruckt hat. Um nicht zu sagen, schlichtweg umgehauen hat. Weil ich denke, von dieser positiven Einstellung und unbändigen Lebensfreude kann jeder von uns noch lernen und sich eine dicke Scheibe abschneiden!

Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken und sich einzuigeln, was mehr als verständlich wäre, hat sie ihren Krebsblog „Svenja will leben“ auf Facebook ins Leben gerufen. Und dort aktuell über 42.000 Follower. Das hat seinen Grund, denn wenn Svenja über Rückschläge, Schmerzen und ihre Tanke (Sauerstoffgerät) schreibt, geschieht das so charmant und von leichter Hand, dass es oft schwer fällt zu begreifen, wie schwer krank sie eigentlich ist. Ihre neue Schmerzpumpe für das Morphium hat sie kurzerhand auf den Namen Mörphi getauft.

Sie kann sich so herzergreifend freuen, wenn es doch wieder einmal geklappt hat, Freunde zu treffen oder einen Geburtstag zu feiern. Über einen Ausflug ins „Breuni“ zum Kaffeetrinken. Sachen halt, die für andere Leute ganz normal sind - für jemanden, der eingeschränkt ist, aber einen ganz besonderen Stellenwert hat.

Sie berührt die Menschen



Ihre Facebook-Freunde sagen mit ihr gemeinsam dem Depp, wie Svenja ihren Krebs nennt, den Kampf an und würden ihr gerne alle Schmerzen eine Zeitlang abnehmen. Sie sprechen ihr Mut zu, wenn der Leidensdruck doch einmal zu groß wird. Sie freuen sich über den Spaziergang mit ihrem Mann Sven und Mini-Hündin Zoe und unterstützen sie in ihrer Begeisterung für Einhörner. „Svenja-immer-ein-Lächeln-auf-den-Lippen“, so bringt es eine Leserin treffend auf den Punkt. Durch ihren offenen Umgang mit der Krankheit gibt sie umgekehrt vielen Menschen Kraft, wie immer wieder in den zahlreichen Kommentaren zu ihren Posts zu lesen ist.

Sie, die ihre Arbeit als Arzthelferin schon vor langer Zeit aufgeben musste, hat etwas gefunden, was sie trotz ihrer Krankheit ausüben kann. Wofür sie „brennt“! Es ist ganz wichtig, eine solche Sache in seinem Leben zu haben, denn die Begeisterung darüber setzt soviel Kraft und positive Energie frei. Ein paar Momente vergessen können, das nichts mehr ist wie es einmal war. Das Gefühl, erfolgreich zu sein. Anerkannt.

Sie braucht dafür nur ihr Handy und ihre Schminkutensilien. Sie geht live und zeigt uns, wie es geht. „Sich zu richten“, wie sie es nennt. Schön zu machen und schön zu sein, wie jede Frau es mag. Seitdem kenne selbst ich ;-) den Unterschied zwischen Splash (Lippenstift) und Splurge (Lidschatten) und greife von Zeit zu Zeit zu Pinsel und Puder.

Ich freue mich ganz dolle mit ihr und hoffe, dass das Funkeln in ihren Augen, wenn sie uns mit ihrem unnachahmlichen „Hallo Mädels!“ begrüßt, noch lange anhält.

Update: Leider geht es Svenja seit kurz vor Weihnachten schlechter. Ich drücke ihr alle Daumen, dass es bald wieder ein wenig aufwärts geht. Und ihr ganz großer Wunsch erfüllt wird - noch viel Zeit zu bekommen.

Fotos: zur Verfügung gestellt von Svenja

Hier geht es zu Svenjas Facebook-Seite klick hier, schaut /schauen Sie doch mal rein :-)
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8 Kommentare
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 06.01.2017 | 18:45  
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Peter Eisold aus Lünen | 06.01.2017 | 19:01  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 06.01.2017 | 19:56  
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 07.01.2017 | 01:52  
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Dagmar Drexler aus Wesel | 07.01.2017 | 09:37  
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Henry Sten aus Emmerich am Rhein | 07.01.2017 | 23:03  
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Helmut Zabel aus Herne | 08.01.2017 | 11:05  
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 14.01.2017 | 12:10  
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