Ganzheitlichkeit
Enkidu, der Wilde aus den Wäldern

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Enkidu, der Wilde aus den Wäldern
Ich bin Enkidu, der Wilde aus dem Wald vom Gilgamesh Epos, der ältesten Schrift der Welt. Ich lebe völlig behaart und unbewusst unter den Tieren, in der dunklen Steppe, teile die Nahrung mit ihnen in der Anarchie der wilden Träume und Begehrlichkeiten, was man auch das Unbewusste nennt. Nein, ich brauche wie damals in der Stadt Uruk nicht unbedingt Bier zu meiner Anpassung, oder tagelangen Sex mit der Dirne, um mich als Mitglied in die Gesellschaft sehr gugt zu integrieren.

Heute gibt es andere Tricks,  sich an die Zivilisation anzupassen, nur Worte, falsche Worte, verdrehte Worte, schwammige Worte, und schön gemachte Bilder, damit die Botschaft ins Gehirn eindringen kann, bis man sicher ist, es selbst so gedacht zu haben. Das ist die Methode zur Anpassung, die wir modern nennen, nicht mit Bier und Sex, um Leute  gleichzuschalten, damit alles klappt.
Die Wissenschaft und ihre Experten erklären alles sehr rational, damit wir es glauben und Medien verklären es zusätzlich, damit wir es gut schlucken können.
Haben wir die eigene Verantwortung, zu denken wie wir denken wollen?
Im Hedonismus haben wir Verantwortung abgegeben, es war ja einfacher, und keiner dachte, dass so ein Prinzip den Kapitalismus beförderte, zu kaufen, kaufen und geniessen in der Welt der Objekte, und machten uns selbst zu Objekten. Und kann man in der Verdinglichung noch zwischen Mensch und Maschine unterscheiden?
Die Definition der Sprache vermindert den Sinn statt ihn zu intensivieren, benutzt sich zum Urteilen und Verurteilen, Beleidigen und Verhöhnen, Trennen und Sezieren,
Regeln und Reden sind zum Herrschen gedacht, nicht zum Erklären.
In großen Ansammlungen verschwindet der Mensch als genormter beobachteter kontrollierter Ziegelstein im Bau der Anpassung.
Ist das als Fortschritt zu sehen?
Wenn man zu anderen Völkern schaut, wie den Aborigines, den alten Kulturen, den Menschen, die ihren Kindern die alten Geschichten und Mythen erzählen, ganz persönlich und direkt, um das Wissen ihrer Kultur zu erhalten und weiterzutragen, und die Zeichnungen an den Höhlenwänden zu schützen, dann dort ein anderes Wissen, wenn dem sie ihre emotionale Erinnerung weitergeben, Wissen als Weisheit, da es in persönlicher Lebendigkeit gefühlt wird.
Die neue Welt wird durch Normen und Statuten berechnet, kaum erkannt wie bei den Aborigines, man tut nur so. Da wäre ein Bier geteilt mit Enkidu doch viel besser, oder auch Sex. Es wäre ein Teilen und nicht ein Urteilen.
Oder einen Ausflug aufs Land zu machen, mit der Bereitschaft, dort zu arbeiten.Man sagte, Landbevölkerungen seien trotz kargen Lebens oft glücklicher als die Leute in großen Städten. Der Wert der Wertegemeinschaft verändert sich mit den Bedingungen, wenn Menschen, in Inszenierung ihres Selbst mehr sein und mehr haben wollen, das Machtspiel mitspielen. Ich finde das anstregend, denn Glück entsteht so nicht.
Irgendwie scheint es, dass wir irgendwann falsch abgebogen sind, Naturwerte durch Automaten ersetzt, den rationalen Geist als allmächtig definiert, Macht als Gewinn bis zur Atombombe und tötenden zerstörenden Leuten, die sich nicht kennen.
Und doch glaube ich, trotz all der Schatten, die Innen stecken, so steckt auch ein Enkidu in uns, in Träumen, Tänzen, Trancen und Begehrlichkeiten, in Kreativität und Lebendigkeit.
Damals löste der König von Uruk das Problem des Wilden, in dem er sich mit ihm verband, ihn zum Freund machte, zu einem vollständigen Menschen integrierte, der natürliche Kraft und Energie mit dem Verstand verband, auch wenn er selbst nicht von Hochmut verschont blieb.
Das Hochmut Problem aber gab esschon in allen alten Werken. Es wurde nie gelöst und wird gewaltiger und mächtiger, wie eine unerbittliche Sucht.
Es täte gut, einen Enkidu mit etwas Wildheit, Natur, Kreativität, Herz, Freuds Unbewussten und Jungs Schatten in uns zu binden.
Gehen wir auf die Suche. Suchen wir die verborgenen Räume.

Autor:

Ingrid Dressel aus Bochum

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