Schauspielhaus zeigt Bühnenessay „Geister“ in der Zeche Eins
Flüchtig – und doch sehr präsent

"Geister" bietet ein Theatererlebnis von seltener Intensität.
  • "Geister" bietet ein Theatererlebnis von seltener Intensität.
  • Foto: Wytyczak
  • hochgeladen von Nathalie Memmer

„Mir geht es in meinem Bühnenessay 'Geister' ganz sicher nicht um Poltergeistgeschichten“, stellt Regisseur Florian Fischer klar, „sondern um etwas Geisterhaftes, Flüchtiges, das jeder von uns kennt.“ Das ungewöhnliche Bühnenexperiment ist letztmals am Sonntag, 9. Februar, in der Zeche Eins zu sehen.

Diese flüchtigen Momente will der Regisseur, der am Schauspielhaus schon das Hörstück „Unsichtbar“ über Menschen, die in der 24-Stunden-Pflege arbeiten, realisiert hat, mit dem flüchtigen Charakter des Theaters verbinden – und das gelingt mit seltener Intensität. Das Stück hat er gemeinsam mit seinem Ensemble – Ann Göbel, Max Göran, Karin Moog und Tiran Normanson – entwickelt. Es entsteht eine ungewöhnliche Mischung aus Sprech- und Tanztheater, ergänzt um Momente der Performance.
Inhaltlich geht es um diejenigen, die von der Mehrheitsgesellschaft an den Rand gedrängt werden. Wer sich an die achtziger Jahre erinnern kann, weiß noch, dass Aids-Kranke auch in privilegierten Ländern wie Deutschland damit rechnen mussten, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit früh zu sterben. Konservative Politiker forderten zu dieser Zeit „Wohngemeinschaften für Risikogruppen“, wobei suggeriert wurde, dass Schwule, Drogenabhängige und andere Hauptbetroffene eine Gefährdung für die Allgemeinbevölkerung darstellen – wer auch immer genau damit gemeint war. Um solche Ausgrenzungsmechanismen geht es in „Geister“. Und um Vergangenes, das in der Gegenwart sehr präsent ist.
Doch auch Frauen, die als Mütter eine gesellschaftlich erwünschte und notwendige Arbeit leisten, werden zeitweise in die Unsichtbarkeit gedrängt, da immer noch erwartet wird, dass sie ihre Kinder nicht in der Öffentlichkeit stillen und feuchte Flecken auf der Bluse diskret vermeiden.
Der ungewöhnliche Bühnenraum – eine ehemalige Waschkaue – wird zum Mitakteur. Feuer auf der Bühne und Düfte, die verbreitet werden, schaffen ein Erlebnis, das man nur selten geboten bekommt. - Sehr zu empfehlen.

Termin
- „Geister“ ist am Dienstag, 4. Februar, um 19.30 Uhr wieder in der Zeche Eins, Prinz-Regent-Straße 50-60, zu sehen. Bereits um 19 Uhr gibt es eine Einführung.
- weitere Termine: Mittwoch, 5. Februar, 19.30 Uhr und Freitag, 7. Februar, 19.30 Uhr.
- Zum letzten Mal ist „Geister“ am Sonntag, 9. Februar, um 19 Uhr zu sehen. Die Einführung beginnt um 18.30 Uhr.
- Karten gibt es unter Tel.: 3333 5555 und im Internet unter: www.schauspielhausbochum.de.

Autor:

Nathalie Memmer aus Bochum

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