Inneres Erleben - auf die Bühne projiziert: „Out of Body“ in den Kammerspielen

Seine Uraufführung feierte am Freitag, 18.01.12 das Tanz- und Theaterstück „Out of Body“ in den Kammerspielen.
Die gemeinsame Produktion von Schauspielhaus Bochum und der Herner Street-Art Kompanie Renegade unter der Regie und Choreographie des Kubaners Julio César Iglesias Ungo ging mit diesem Stück bereits in die dritte Spielzeit.

Unter dem Titel „Renegade in Residence“ bringt Pottporus/Renegade seit dem Jahr 2010 eine neue, ausgesprochen vielfältige und einzigartige Tanzproduktion zwischen Hip-Hop, Breakdance und zeitgenössischem Tanztheater an das Bochumer Schauspielhaus.
In der Freiheit, Elemente des Hip-Hop durch zeitgemäße Ausgestaltung zu „frisieren“, den Tanz selber zu definieren, ihm einen eigenen Namen zu geben und diese Freiheit auf der Bühne zu präsentieren, sieht Renegade seine Aufgabe.

Wer umfassend informiert in die Aufführung ging, durfte zu Recht auf die Umsetzung des Themas „Out of Body“ - auf das Sichtbarmachen inneren Erlebens jenseits von Raum und Zeit - gespannt sein.
Die künstlerische Darstellung extremer seelischer Zustände schuf eine ganz eigene Form der Ästhetik, die selbst demjenigen, der von einer eigenwilligen und sehr modernen Herangehensweise ausgegangen war, einiges abverlangte.
So präsentierte sich die Aufführung bei einem insgesamt eher sparsamen Bühnenbild gleichermaßen mystisch, nachdenklich, explosiv lebendig bis verstörend und ließ das tänzerisch-schauspielerische Können der Mitwirkenden auf verschiedenste Weise sichtbar werden.

Neben der eigenwilligen Choreographie lebte sie von der schauspielerischen Leistung, von Körperbeherrschung und extremster körperlicher Beweglichkeit sowie vom rezitierenden Einsatz diverser Fremdsprachen, die von deutschen Ohren oft als amüsantes Kauderwelsch aufgenommen wurden.

Nicht immer waren das Lesen der deutschen Untertitel und das gleichzeitige Verfolgen der einzelnen, sich teilweise im Halbdunkel abspielenden und parallel ablaufenden szenischen Sequenzen problemlos möglich.
Dennoch speiste sich das Stück aus dieser Vielfalt inneren und äußeren Erlebens - auch der Zuschauer, die gegen Ende schließlich einer fast unerträglichen Lautstärke ausgesetzt wurden.

Die Begeisterung über die phantasievolle choreographische Umsetzung und die Wertschätzung der schauspielerischen und körperlichen Leistung drückte sich nach knapp anderthalb Stunden in einem verdienten und lang anhaltenden Applaus aus.

Die Koproduktion von Schauspielhaus Bochum und Pottporus/Renegade wird gefördert vom Ministerium für Familie, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.

Autor:

Sabine Schemmann aus Bochum

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