Schulen und Kitas in der Corona-Pandemie
Die NRW-Landesregierung hat ihre Pläne für Schulen und Kitas vorgestellt

Foto: Pixabay

Die NRW-Landesregierung hat ihre Pläne für Schulen und Kitas vorgestellt. Sie sollen in den nächsten drei Wochen weitestgehend geschlossen bleiben.

Kitas mit Notbetreuung
Familienminister Joachim Stamp appelliert an die Eltern, wenn möglich komplett auf die KiTa-Betreuung zu verzichten. Grundsätzlich kann aber jeder sein Kind in die Notbetreuung schicken - wenn derjenige keine Betreuungsmöglichkeiten für sein Kind findet oder sich eine Betreuung nicht zutraut. Allerdings heißt Notbetreuung, dass die Kinder nur zehn Stunden weniger in die Kita können, als sie vertraglich vereinbart haben. Stehen 45 Stunden im Vertrag, dürfen Kinder nur 35 Stunden in die Kita gehen.

Damit sind die Regelungen anders, als im ersten Lockdown im Frühjahr und Sommer - da war das den Bochumern mit Jobs in systemrelevanten Berufen vorbehalten. Die AWO Ruhrgebiet Mitte geht davon aus, dass deswegen jetzt auch mehr Bochumer Eltern ihre Kinder in die Kita schicken werden. Sie überlässt ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Entscheidung, ob sie die Betreuung mit oder ohne Maske machen möchten. Das hat uns AWO Geschäftsführer Marc Schaaf gesagt.

Schulen stellen auf Distanzunterricht um
In den Schulen gibt es ebenfalls nur eine Notbetreuung – anders als vor den Weihnachtsferien. Da hatten die Lehrer für die Schüler Unterricht gemacht, die nicht zu Hause betreut werden konnten. Jetzt sollen explizit nicht Lehrer diese Betreuung übernehmen – sie sollen sich um den Distanzunterricht kümmern.

Gewerkschaft für Wissenschaft und Erziehung überrascht von Umstellung auf Distanzunterricht
Die Gewerkschaft für Wissenschaft und Erziehung (GEW) ist überrascht über den Strategiewechsel bei der NRW-Landesregierung zu den Schulen in der Coronapandemie. Schulministerin Yvonne Gebauer habe bisher immer darauf bestanden, dass die Schulen offen bleiben und es Präsenzunterricht gibt, sagte GEW-Sprecher Ulrich Kriegesmann im Radio-Bochum-Interview. Er ist aber froh, dass die Schulen jetzt erst einmal zu bleiben. Probleme sieht er allerdings in der digitalen Ausstattung der Bochumer Schulen. Hier sei in der Vergangenheit zu wenig passiert.

Reaktionen aus Bochumer Schulen
Montag und Dienstag können die Schulen noch zur Planung und Vorbereitung nutzen, ab Mittwoch spätestens muss dann der Unterricht für alle Schüler beginnen. An der Maria-Sybilla-Merian Gesamtschule in Wattenscheid sieht das Kollegium sich vorbereitet. Das hat uns Schulleiter Uli Sauter gesagt. Demnach kann die Gesamtschule 95 Prozent ihrer mehr als 1.300 Schülerinnen und Schüler über digitale Schulmanagementsysteme erreichen. So kann zum Beispiel auch Video-Unterricht abgehalten werden.

AWO-Reaktion zur Schulentscheidung
Die AWO Ruhr-Mitte kritisiert die aktuellen Corona-Beschlüsse der NRW-Landesregierung. Dass die Schulen noch bis Ende Januar geschlossen blieben, sei "ein organisatorisches Artmuszeugnis zu Lasten unserer Kinder und Jugendlichen". Das hat der AWO-Geschäftsführer Marc Schaaf mitgeteilt. Auch für Eltern zeigen die Beschlüsse keine Perspektive auf, so Schaaf. Aus seiner Sicht wäre ausreichend Zeit gewesen, verlässliche Konzepte zu entwickeln, z.B. für Wechselunterricht in Schulen. Schaaf befürchtet, dass gerade Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien durch den verlängerten Lockdown und die Schulschließungen auf der Strecke bleiben. Diesen Kindern fehle zum Teil der Internetzugang und die technischen Geräte fürs Homeschooling. Sie bekämen Zuhause häufig auch kein Mittagessen. Die AWO Ruhr-Mitte ist Träger von rund 30 KiTas in Bochum und Herne und betreibt außerdem rund 20 offene Ganztagsschulen.

Quelle: Radio Bochum

Autor:

Rainer Bresslein aus Wattenscheid

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