Dr. Ute Bückner
Vorreiterin der ambulanten Chemotherapie in Bochum geht in den Ruhestand

Dr. Johannes Matschke, Dr. Ute Bückner und Prof. Dr. Holger Nückel (v.l.) in der Hämatolgisch-onkologischen Schwerpunktpraxis im Facharzt-Zentrum Europahaus Bochum. Foto: Werner Conrad
  • Dr. Johannes Matschke, Dr. Ute Bückner und Prof. Dr. Holger Nückel (v.l.) in der Hämatolgisch-onkologischen Schwerpunktpraxis im Facharzt-Zentrum Europahaus Bochum. Foto: Werner Conrad
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Sie ist die Vorreiterin der ambulanten Chemotherapie in Bochum – jetzt hat sich Dr. Ute Bückner nach 26 Jahren aus „ihrer“ Praxis im Facharzt-Zentrum Europahaus am Hauptbahnhof in den Ruhestand verabschiedet. Dr. Bückner hatte 1996 in Bochum die erste onkologische Schwerpunktpraxis in Bochum gegründet und zur heutigen Gemeinschaftspraxis für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Palliativmedizin weiterentwickelt. Viele Jahre lang hat Dr. Ute Bückner für den Verein „Aktiv gegen Brustkrebs“ und das Brustzentrum Augusta Bochum die Themenabende für Brustkrebspatientinnen und Angehörige mit großem Engagement organisiert und moderiert.
Diese Aufgabe hat jetzt ihr langjähriger Praxispartner Prof. Dr. Holger Nückel übernommen. „Aktiv gegen Brustkrebs“ freut sich sehr über diesen nahtlosen Übergang im Informationsangebot des Vereins.
Als sich Dr. Ute Bückner 1996 nach Medizinstudium und Tätigkeiten in verschiedenen Krankenhäusern entschloss, nicht länger in der Klinik tätig zu sein, eröffnete sie in Bochum die erste hämatologisch-onkologische Schwerpunktpraxis. Bochum war kein ganz neues Pflaster für die junge Ärztin, da sie von 1992 bis 1995 als Leitende Ärztin bei der Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung in Bochum tätig war. Das neue Angebot zur Versorgung der Krebspatienten im niedergelassenen Bereich wurde „erstaunlich schnell“ angenommen, wie sich Ute Bückner erinnert – die Resonanz bei Hausärzten und Patienten „war sehr gut“. Sie führt das auf die besonders gepflegten Merkmale ihrer Praxis zurück, die bis heute Bestand haben: Persönliche Betreuung, direkter Kontakt zu Hausärzten und Patienten, keine langen Wartezeiten, konstante Behandlungs- und Ansprechpartner für Patienten und Hausärzte.
Im Laufe der Jahre war der Patientenansturm auf die onkologische Schwerpunktpraxis nicht mehr allein von der Gründerin zu bewältigen. 2011 beeindruckte sie ein junger Professor namens Holger Nückel vom Universitätsklinikum Essen mit einem Vortrag vor dem Qualitätszirkel niedergelassener Ärzte so sehr, dass sie ihn direkt fragte, ob er sich eine Tätigkeit als Partner in ihrer Praxis vorstellen könne oder ob er lieber warten wolle, bis er Chefarzt würde. Viel Zeit zum Überlegen blieb Prof. Dr. Holger Nückel nicht, denn schon am nächsten Tag erkundigte sich Dr. Ute Bückner nach seiner Entscheidung. Die fiel klar für den neuen Weg in die Praxis aus – eine Entscheidung, die er bis heute nach eigenem Bekunden nicht bereut hat.
Das sieht für sich auch Dr. Ute Bückner so, die im Rückblick mit Überzeugung sagt: „Ich würde es jederzeit wieder so machen.“ Den geplanten und geordneten „Rückzug“ in den Ruhestand sieht die Ärztin aber durchaus als positiven Schritt in eine neue Lebensphase. So ganz aber geht auch Dr. Bückner nicht: Sie wird weiter als Vertretung der Praxis zur Verfügung stehen.

Behandlungsspektrum erweitert

Mit dem Beitritt 2011 von Professor Nückel mit den Fachgebieten Hämatologie, Internistische Onkologie, Hämostaseologie und Palliativmedizin wurde das Behandlungsspektrum der Praxis um die Bereiche Blutgerinnungsmedizin und Palliativmedizin erweitert. Den Praxissitz von Dr. Bückner hat Dr. Johannes Matschke, Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie, Onkologie, Palliativmedizin, übernommen. Er studierte Humanmedizin an der LMU in München. Die fachärztliche Ausbildung erfolgte an den Universitätskliniken Düsseldorf und Essen. In den letzten Jahren war Dr. Matschke in der Funktion des geschäftsführenden Oberarztes an der Medizinischen V (Klinik für Hämatologie und Onkologie mit Palliativmedizin) am Josef- Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum tätig. Dr. Matschke stärkt ergänzend den Bereich Palliativmedizin. Ab 1. Februar 2022 wird zudem Dr. Katrin Nückel als angestellte Ärztin vor allem für den Bereich Brustkrebs das Ärzteteam der Gemeinschaftspraxis Prof. Dr. Holger Nückel und Dr. Johannes Matschke komplettieren.

Rasante Entwicklung in der Onkologie

Im Laufe der Jahrzehnte erlebte die Onkologie eine rasante Entwicklung, wie Professor Nückel erläutert. So könnten zum Beispiel heute fast 90 Prozent aller Krebstherapien ambulant in der Praxis durchgeführt werden. Durch die ambulante Diagnostik und Therapie könne der Patient in seinem gewohnten sozialen Umfeld bleiben – ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Therapie und den Umgang mit der Krebserkrankung. Durch die enge Kooperation der Praxis mit allen Krankenhäusern sei sichergestellt, dass es bei eventuell notwendig werdenden stationären Aufenthalten zu einer guten Zusammenarbeit im Sinne des Patienten komme.
Holger Nückel: „Für uns ist es Verpflichtung, die Qualität unserer Leistungen auf höchstem Niveau zu halten.“ Dabei sei es oberstes Ziel, den Menschen und nicht die Krankheit in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen.

Autor:

Werner Conrad aus Bochum

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