Individuelle Fehler und spielerische Probleme
Bonjour Tristesse: VfL auf dem Weg ins graue Mittelmaß

Der VfL Bochum nach der Paderborn-Pleite im Februar 2019 - irgendwo zwischen Frustration und Fassungslosigkeit. Foto: Molatta
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  • Der VfL Bochum nach der Paderborn-Pleite im Februar 2019 - irgendwo zwischen Frustration und Fassungslosigkeit. Foto: Molatta
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Auf Ernüchterung folgt Tristesse: Nach der Niederlage gegen Paderborn droht dem VfL Bochum eine Saison der Langeweile. Wenigstens die Bewertung der Heimpleite birgt Zündstoff. Von der Tribüne gab’s schon zur Pause Pfiffe, der Trainer fand „genug zu kritisieren“, sah aber auch einen bestandenen Charaktertest. Und für Manuel Riemann war’s am Ende gar „ein Riesenspiel“.

Zwei Spiele innerhalb von sieben Tagen hat der VfL Bochum benötigt, um die Freude auf die restliche Saison ebenso zu killen wie die zarte Hoffnung auf einen Aufstiegsplatz. Die Gegner hießen dabei nicht Hamburg, Köln oder Berlin – Kellerkind Sandhausen und Aufsteiger Paderborn waren eine Nummer zu groß für den VfL, der von der Erfüllung der eigenen Ansprüche zurzeit meilenweit entfernt ist.
Auch die 1:2-Pleite gegen Paderborn war am Ende verdient. Individuelle Fehler führten auch dieses Mal zu Gegentoren. Das erste Tor der Gäste nach 29 Sekunden (!) wurde von einem unmotivierten, weiten Ball von Tim Hoogland direkt ins Aus eingeleitet und von der Bochumer Abwehr in der Folge nett eskortiert. Beim zweiten Treffer patzte Dominik Baumgartner mit einem zu kurzen Rückpass. Es spricht für Anthony Losilla, dass er den Neuzugang in Schutz nahm: „Das kann immer mal passieren.“

"Wirklich genug zu kritisieren"

Die einzelnen Patzer können auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Problem der Mannschaft aktuell auch ein strukturelles ist. Das Umschaltspiel funktioniert nicht mehr richtig, im Aufbau fehlt es an Ideen und Tempo ebenso wie oftmals auch an einem gepflegten Passspiel. Von der Chancenverwertung ganz zu schweigen, aber diese Problematik stellte sich auch schon zu besseren Zeiten. Paderborn agierte im direkten Vergleich „druckvoller und gefährlicher“, gestand auch Robin Dutt ein und stellte fast ein wenig neidisch fest, dass die Ostwestfalen „im Laufe der Saison eine richtige Offensivwucht entwickelt“ haben.
Bochum hingegen kassiert auch aus Sicht des Trainers „eine verdiente Niederlage, bei der es wirklich genug zu kritisieren gibt. Das Offensivspiel war nicht gut zu Ende gefahren, wir waren zu fahrig, die Flanken kamen nicht punktgenau, bei den Abschlusschancen war immer wieder ein Fuß dazwischen.“ Abschließendes Urteil: „Wir wollen nichts schön reden.“
Genau darüber sollte sich Dutt allerdings wohl noch einmal mit seinem Torhüter austauschen. Manuel Riemann jedenfalls hatte eine „extrem bittere“ Niederlage für den VfL gesehen: „Ich glaube, wir haben über 90 Minuten ein gutes Spiel gemacht. Auch das schnelle Gegentor hat uns in keiner Weise aus der Bahn geworfen. In der zweiten Halbzeit haben wir ein Riesenspiel gemacht und hätten einen Punkt mehr als verdient gehabt.“ So weit, so interessant.

Sogar "Top 25"-Ziel in Gefahr

Für den VfL geht es jetzt darum, schnellstmöglich die Kurve zu bekommen und am kommenden Wochenende in Ingolstadt nicht die dritte Niederlage in Folge einzufahren. Aktuell sind nicht nur die Aufstiegsplätze in deutliche Entfernung gerückt, haben sogar Mannschaften wie Heidenheim und Paderborn dem VfL den Rang abgelaufen. Auch das öffentlich erklärte Ziel, sich unter der Top25 in Deutschland zu etablieren, gerät derzeit in Gefahr.
Helfen soll jetzt aus Sicht des Trainers die Mentalität seiner Profis, denn immerhin den Charaktertest hat die Mannschaft für Robin Dutt gegen Paderborn nach dem 0:2-Rückstand in der zweiten Halbzeit bestanden: „Sie hat wirklich versucht, Druck zu machen und die Konter, die der SCP gefahren hat, zu unterbinden.“ Das ist so wohl korrekt, sollte aber als Frage von Anstand gerade vor heimischem Publikum auch eine Selbstverständlichkeit sein. Und Punkte gewinnt Mentalität allein ganz offenbar auch nicht.

Der VfL Bochum nach der Paderborn-Pleite im Februar 2019 - irgendwo zwischen Frustration und Fassungslosigkeit. Foto: Molatta
Pechvogel Dominik Baumgartner. Foto: Molatta

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