Montags kommt die Welt wieder in Ordnung

Christine Strube aus Bochum-Hofstede nutzt den telefonischen Besuchsdienst der Bochumer Seniorenbüros und telefoniert einmal in der Woche mit ihrer ehrenamtlichen Patin.
  • Christine Strube aus Bochum-Hofstede nutzt den telefonischen Besuchsdienst der Bochumer Seniorenbüros und telefoniert einmal in der Woche mit ihrer ehrenamtlichen Patin.
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Christine Strube (86) nutzt den telefonischen Besuchsdienst der Bochumer Seniorenbüros

„Man ist ja doch ein bisschen einsam.“ Christine Strube sitzt auf dem braunen Ledersofa in ihrer Wohnung in Bochum-Hofstede und rückt sich das blaue Halstuch zurecht. Sie ist 86 Jahre alt und kann wegen einer Gehbehinderung ihre vier Wände kaum noch verlassen, kann keine Freunde besuchen und auch nicht am Stadtteilspaziergang teilnehmen. Dank des telefonischen Besuchsdienstes der Bochumer Seniorenbüros aber wird ihre Welt ein bisschen bunter.

Jeden Montagnachmittag klingelt das schnurlose Telefon auf der Kommode im Wohnzimmer und Christine Strubes ehrenamtliche Telefonpatin ist dran. Immer. Verlässlich. Es ist diese eine Stunde in der Woche, die die beiden Frauen miteinander teilen. „Ich freue mich immer darauf. Wir sprechen viel über unsere Kinder, Enkel, ich habe sogar einen Urenkel“, sagt die 86-Jährige. Mit einem zunächst fremden Menschen zu telefonieren und auch über Persönliches zu reden, fiel ihr relativ leicht. „Ich habe gleich gemerkt: Da ist jemand dran, der es gut mit mir meint.“

Und jemand, der gut für den Besuchsdienst „Mit Herz am Hörer“ geschult ist. Über 30 Ehrenamtliche haben die Bochumer Seniorenbüros inzwischen fit gemacht für die wöchentliche Stunde am Hörer, die natürlich auch mal traurige oder schwierige Themen haben kann. Die Telefonpaten wissen, wie man gute Gespräche führt, wie sie ihre Stimme einsetzen und wann der Mensch am anderen Ende der Leitung vielleicht professionelle Hilfe braucht.

„Ein Highlight ist für mich schon, wenn ich mal in den Supermarkt komme. Stellen Sie sich das vor!“ Christine Strube hat noch Familie und Freunde, aber um die Einschränkungen des Alltags ein bisschen aufzufangen, ist der telefonische Besuchsdienst eine große Hilfe. Der ambulante Pflegedienst Diakonische Dienste war so vorausschauend, Christine Strube mit Christine Drüke vom Seniorenbüro Bochum-Mitte zusammenzubringen. Wenige Wochen später hatte sie eine Patin für die 86-Jährige gefunden und das schnurlose Telefon auf der Kommode klingelte.

Ohnehin ist es kein Problem, Senioren, die sich melden, einen Telefonpaten zu vermitteln. Es gibt genug. „Nur die älteren Menschen müssen sich trauen, mit uns Kontakt aufzunehmen“, sagt Christine Drüke.

Wer einmal in der Woche von einem Telefonpaten „mit Herz am Hörer“ angerufen werden möchte, kann sich im Seniorenbüro Bochum-Mitte (0234/92786390) oder -Ost (0234/54476500) melden. Das kostenfreie Angebot gilt für das gesamte Stadtgebiet von Bochum und Wattenscheid. Die Büros freuen sich auch über interessierte Ehrenamtliche, die in das Projekt einsteigen möchten.

Autor:

Felix Ehlert aus Bochum

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