Kunst im Krankenhaus
Castrop-Rauxeler Fotograf Klaus Michael Lehmann organisiert seit 40 Jahren Ausstellungen im EvK

"Stadtansichten" heißt die aktuelle Ausstellung in der Krankenhausgalerie des EvK. Von Klaus Michael Lehmann stammen die meisten der Fotos. Bekannt ist dieses Motiv von der winterlichen "Rodel"-Rennbahn. Im Hintergrund die Zeche Erin.
  • "Stadtansichten" heißt die aktuelle Ausstellung in der Krankenhausgalerie des EvK. Von Klaus Michael Lehmann stammen die meisten der Fotos. Bekannt ist dieses Motiv von der winterlichen "Rodel"-Rennbahn. Im Hintergrund die Zeche Erin.
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Bilder aus Peru, Volkskunst aus Polen und Kinderzeichnungen aus dem Baltikum waren ebenso zu sehen wie Bühnenbilder des Westfälischen Landestheaters oder Kunst aus Afrika. Seit 40 Jahren gibt es die Krankenhausgalerie im Evangelischen Krankenhaus an der Grutholzallee 21.

In den vier Jahrzehnten hat es 220 Ausstellungen gegeben. Aktuell geht es unter dem Titel „Als der Bergbau Castrop-Rauxel prägte – Stadtansichten“ um das Ende des Bergbaus in Deutschland, um die Schließung der letzten Zeche im Ruhrgebiet.

Untrennbar verbunden mit der Krankenhausgalerie ist der Castrop-Rauxeler Fotograf Klaus Michael Lehmann, der von Beginn an als künstlerisch Verantwortlicher die Ausstellungen organisiert.

"Als das EvK neu erbaut wurde, entstand die Idee, statt einer Skulptur Kunst in das Krankenhaus zu bringen", erinnert Lehmann an die Anfänge der Galerie. Zimmer, Flure und Aufenthaltsräume wurden dafür genutzt, schließlich auch das Foyer.

Wie lange die Vorbereitung einer Ausstellung für die Krankenhausgalerie dauere, sei ganz unterschiedlich. Lehmann: "Meistens fragen die Künstler an." Dann kämen Ausstellungen ins Haus, die so gut wie fertig seien.

Für die aktuelle Ausstellung musste Klaus Michael Lehmann noch Daten und Fakten ermitteln. 60 Fotos sind zu sehen. Das älteste stammt aus dem Jahr 1872. Die meisten stammen von Klaus Michael Lehmann.

Bis Februar

Die Ausstellung läuft bis Februar. "Es sind ausschließlich Stadtansichten zu sehen, die vom Bergbau geprägt wurden“, heißt es in den Erläuterungen zu den gezeigten Werken.

Zeche Erin, Graf Schwerin, Victor 1-2, Victor 3-4 und Zeche Ickern sind noch immer prägende Begriffe in der Stadt. Angefangen hatte der Bergbau 1866 mit der Schachtanlage Erin am Rande der Castroper Altstadt. Hier endete der aktive Bergbau in der Stadt auch, als Ende des Jahres 1983 die Förderung eingestellt wurde.

Doch die Geschichte von Kohle und Bergmännern blieb lebendig, war mal mehr, mal weniger beachtet. Derzeit haben persönliche wie historische Rückblicke und Erinnerungen Hochkonjunktur.

In der Blütezeit des Bergbaus waren 16.000 Menschen im Bergbau der Stadt beschäftigt. Kein Wunder, dass aus einer ländlichen Gegend neue Siedlungen, ja ganze Ortschaften entstanden, die Wohnhäuser der Bergarbeiter nahe ans Zechengelände heranrückten. Die Menschen lebten sozusagen im Schatten der Fördertürme. Der Ortsteil Schwerin, entstanden aus dem ländlichen Westhofen, trägt sogar den Namen der früheren Zeche.

Erin und Agora

Zusammengetragen hat Klaus Michael Lehmann Fotos von markanten Orten, Gebäuden und Anlagen – allesamt Zeugen der langen Bergbaugeschichte der Stadt: Bergarbeitersiedlungen, das Schachtgerüst der Zeche Erin, das vor allem auf Initiative von Klaus Michael Lehmann vor dem Abriss und der Verschrottung bewahrt wurde, der Hammerkopfturm und das Bergbeamtenhaus auf Schwerin sowie beispielsweise das Torhaus der ehemaligen Zeche Ickern, heute der Eingang zum Kulturzentrum Agora.

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