Flügel der Freiheit: Flüchtlinge stellen Gemälde aus

Einige Flüchtlinge des Kunstprojekts, die Künstlerin Frauke Otto, Vertreter der Agora und Bürgermeister Rajko Kravanja bei der Ausstellungseröffnung im Ickerner Kulturzentrum.
  • Einige Flüchtlinge des Kunstprojekts, die Künstlerin Frauke Otto, Vertreter der Agora und Bürgermeister Rajko Kravanja bei der Ausstellungseröffnung im Ickerner Kulturzentrum.
  • hochgeladen von Vera Demuth

Ein modernes Frauenportrait, Herzen, farbige Birken, abstrakte Formen und viele weitere Motive auf Leinwand schmücken zurzeit die Wände des Veranstaltungsraums in der Agora. Noch bis Ende Januar 2016 zeigen hier fünf Flüchtlinge ihre Bilder, die sie während eines viermonatigen Projekts des Ickerner Kulturzentrums gemalt haben.

„Ich möchte zeigen, wie gut das Leben ist“, sagt Saif über seine Bilder. Auch von der Hoffnung, die in allen seinen Motiven zu spüren sei, spricht er. Fünf Jahre lang hat der heute 35-Jährige Kunst studiert. Vor dem Krieg in seinem Heimatland Irak hat er dort als Maler gearbeitet. Das möchte er nun auch gern in Deutschland tun.
Seine Bilder, die nun in der Agora zu sehen sind, bezeichnet Saif als Geschenk für das Kulturzentrum und die Stadt Castrop-Rauxel, die ihm so viel Hilfe entgegengebracht haben.
Schon vor ihrer Flucht aus Syrien hat Hiba gern gemalt. „Als Hobby“, wie sie erzählt. Hier hatte sie über Freunde von dem Kunstprojekt gehört und sich mit ihrem Bruder daran beteiligt.
Flügel, die die Freiheit symbolisieren, zeigt eines von Hibas Bildern. Ein Zitat aus dem Koran ziert ein anderes Werk. „Das ist eine Tradition, wie man sie in vielen Häusern findet“, erläutert die 19-Jährige. In ein weiteres ihrer Gemälde hat sie ein ausgeschnittenes Gedicht über eine Mutter geklebt, „da ich meine Mutter vermisse, die in Syrien geblieben ist“.

Auszeit vom Alltag

Farbenfroh und lebensbejahend wirken die Bilder, die allesamt mit Acrylfarbe entstanden sind. „Ich wollte den Flüchtlingen einen Freiraum schaffen, eine Auszeit vom Alltag“, erklärt die Castrop-Rauxeler Malerin Frauke Otto, die seit September wöchentlich drei Stunden mit ihnen gearbeitet hat.
„Ich glaube, dass viele persönliche Erfahrungen in den Werken stecken“, so Johannes Beisenherz, Mitglied des Stiftungsrates der Bürgerstiftung Agora, bei der Ausstellungseröffnung. „Diese Erfahrungen auszudrücken, ist ganz wichtig, um hier anzukommen.“
Gefördert wurde die viermonatige Maßnahme vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW – angedockt an die Integrationsagentur in der Agora und in Kooperation mit der Flüchtlingshilfe Castrop-Rauxel.
Die Bilder, die gegen eine Spende erworben werden können, sind bis Ende Januar tagsüber montags bis freitags im Agora Kulturzentrum, Zechenstraße 2a, zu sehen.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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