Hörer aus aller Welt: Podcasts aus Castrop-Rauxel

Eigentlich ist Marco Hoppe IT-Manager. Mit seinem Podcast „Die Hoppe Show“ erreicht der Castroper allerdings tausende Hörer im Netz.
  • Eigentlich ist Marco Hoppe IT-Manager. Mit seinem Podcast „Die Hoppe Show“ erreicht der Castroper allerdings tausende Hörer im Netz.
  • Foto: Thiele
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Eine Dachgeschosswohnung in der Castroper Altstadt. Ein Mac, ein Mikro, ein Synthesizer – und Marco Hoppe (38), der Hörern aus aller Welt Geschichten aus seinem Leben erzählt. Je nach Stimmung mal lustig, mal ironisch, mal nachdenklich, mal traurig, und immer „frei Schnauze“.

Seine Hörer nennen ihn „Hoppe“. Er begrüßt sie mit „Tach, ihr Matschbirnen“. Und das ist nicht böse gemeint. Es ist einfach typisch Hoppe.
2005 fing alles an. Damals war Podcasting, also das Anbieten von Mediendateien (Audio oder Video) über das Internet, längst noch nicht so populär und bekannt wie heute. Marco Hoppe war zwei Jahre zuvor „darüber gestolpert und fand es interessant.“ Das passende Equipment hatte er zuhause. „Ich dachte mir: ,Das versuche ich mal.‘“
Eigentlich hatte sich der IT-Manager vorgenommen, etwas IT-Bezogenes zu machen. Es kam anders. „Ich habe 45 Minuten geredet, nur nicht über IT“, lacht er.
„Hoppes Welt“ kam innerhalb weniger Wochen auf 4.000 Downloads. „Das war für die damalige Zeit viel“, weiß Marco Hoppe.
Aus „Hoppes Welt“ wurde im Laufe der Jahre die „Hoppe Show“. Und auch die Hörerzahl veränderte sich. Mittlerweile ist er der Erfolgreichste in diesem Genre: Rund 80.000 bis 90.000 Menschen lauschen einmal pro Woche Geschichten aus Hoppes Leben – und zwar „live geschnitten aus dem Studio 6 in Castrop.“
Oft sind es Alltagsbeobachtungen, die der 38-Jährige mit seinen Hörern teilt. „Inzwischen lasse ich Versprecher drin, die Leute finden das am natürlichsten.“ Er spricht über den Besuch auf dem Wochenmarkt („Ich kaufe etwas am Fischstand, der Verkäufer wünscht mir viel Spaß damit, und ich frage mich, warum?“), über seine an der Ostsee lebende Freundin, die er nur „Traumfrau“ nennt, oder über das Pfingstunwetter („Der komplette Biesenkamp war dunkel, und über mir wurden zwölf bis 17 Freibäder geleert“). Und da gibt es noch Roy, den SeaMonkey. Mit dem Urzeit-Krebs aus Yps-Heft-Zeiten hat sich Hoppe ein Alter Ego geschaffen, das einige Jahre von der Bildfläche verschwand, bald aber wieder in der „Hoppe Show“ auftauchen soll.
Die Hörer nehmen Anteil an seinem Leben – und sie halfen, als Not am Mann war. „2012 rauchte mein Rechner ab. Ich hatte kein Geld, mir einen neuen zu kaufen. Per Handy habe ich noch eine Sendung gemacht, bei der ich sagte, dass ich aufhören muss. Daraufhin klingelte jeden Tag der Postbote bei mir.“ Das Ergebnis: Innerhalb von drei Wochen hatte Hoppe ein Computer-Ersatzteillager und zwei neue Macs. „Jede Postsendung war mit der Bitte versehen, dass ich bloß weitermachen soll.“ Das tat er auch.
Nach einer „Überarbeitungsphase“ (Relaunch) wird es am Donnerstag (31. Juli), 20 Uhr, Neues von Marco Hoppe im Internet zu hören geben. Neben der „Hoppe Show“ gibt es zum Relaunch extra für Leser des Stadtanzeigers einmalig eine Spezial-Castrop-Edition.
Und was treibt Marco Hoppe an? „Es gibt so viel Mist auf der Welt. Wenn ich die Leute 30 bis 45 Minuten pro Woche ablenken kann, ist das toll. Als mir ein Zwölfjähriger eine Mail schrieb und sagte, dass er im Kinderheim sei und ich jede Woche sein Lichtblick wäre, da habe ich schon geschluckt.“

Hintergrund:

- http://diehoppeshow.de
- Jede Woche können kostenlos Sendungen (Mono-Qualität) gehört werden: die letzten drei stehen zur Verfügung.
- Im DELÜXXX-Bereich erhalten Hörer für fünf Euro im Monat Zugriff auf alle bisher veröffentlichten Sendungen (in guter Hifi-Qualität). Zudem sind die wöchentlichen Sendungen hier zwei Tage eher zu hören (Dienstag statt Donnerstag).

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