Sieg für das Bantamhuhn / Castrop-Rauxeler Züchter hat keine Angst vor der Vogelgrippe

Jörg Sibbe gehört Castrop-Rauxels letztem Rassegeflügelzuchtverein Rauxel-Bahnhof an. | Foto: Thiele
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„Wir halten die Fahne hoch“, sagt Jörg Sibbe über sich und die anderen vier Mitglieder, die Castrop-Rauxels letztem Rassegeflügelzuchtverein Rauxel-Bahnhof angehören. Das aber mit Erfolg, denn der 54-Jährige ist jetzt zum zweiten Mal hintereinander mit der Rasse „Bantam silberhalsig“ Deutscher Meister geworden.

In Castrop-Rauxel fand die letzte Ausstellung vor etwa zehn Jahren statt, aber die Mitglieder des Vereins Rauxel-Bahnhof stellen deutschland- und auch auch europaweit aus. Bei der Bundesschau überzeugte Jörg Sibbe jetzt wieder mit seinen Bantams. „Das ist ein Urzwerghuhn. Der Hahn wiegt etwa 600 Gramm, die Henne ungefähr 500 Gramm“, erzählt der Züchter.
Von acht Tieren, die er zeigte, kamen die fünf besten in die Wertung und überzeugten dort mit Gesamterscheinung, Figur und Farbe. „Das ist die Nachzucht der Sieger von 2015“, freut sich Sibbe, dass er den Erfolg vom Vorjahr wiederholen konnte.

"Im Taubenschlag groß geworden"

Die Zusammensetzung der Zuchtpaare, die Aufzucht der Küken und der Erfolg bei einer Ausstellung, wenn sich zeigt, dass man bei der Auswahl der Paare das richtige Händchen gehabt hat, sind es, die ihn an seinem Hobby begeistern, das mittlerweile immer weniger Anhänger hat.
Der 54-Jährige ist seit 1977 Vereinsmitglied und züchtet seit 1980 Hühner der Rasse Bantam. „Ich bin im Taubenschlag meines Vaters groß geworden“, erklärt er seine Verbindung zum Federvieh. Für ihn bedeuteten sein Hobby und der Umgang mit den Tieren und der Natur Entspannung von seinem stressigen Beruf.

Keine Angst vor der Vogelgrippe

Die Bundesschau in Rheinberg war die letzte Möglichkeit in diesem Jahr für Züchter, ihre Tiere auszustellen. Dann erfolgte in verschiedenen Risikogebieten die Stallpflicht wegen der sich ausbreitenden Vogelgrippe.
Vor allem für die Züchter mit größeren Vögeln, wie Gans und Pute, sei die Stallpflicht eine „mittelprächtige Katastrophe“, so Sibbe. Denn sie bräuchten große Hallen, um alle Tiere darin einsperren zu können. Er selbst hat seine aktuell etwa 20 Hühner wegen der Witterung weitestgehend im Stall, „aber wenn jetzt Jungtiere da wären, und das können bis zu 100 Küken sein, hätte ich keine Möglichkeit, sie alle unterzubringen.“
Dass sich seine Tiere mit der Vogelgrippe infizieren könnten, befürchtet Sibbe nicht. Er sieht die Ursache für den Ausbruch der Krankheit in der Massentierhaltung in den Zuchtbetrieben und hält die Tötungen für ein Politikum. Die Vogelgrippe breche immer im Herbst aus, hat er beobachtet. Dann würden viele Tiere getötet und der Markt verknappt, lautet seine These.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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