Ausstellungseröffnung am 4. Mai im Museum Voswinckelshof
Bilder der Künstlergruppe "Das Junge Rheinland" zu sehen

Die "Spanische Reise" von Adolf Uzarski.  | Foto: Stadt Dinslaken
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Ausstellungseröffnung am Samstag, 4. Mai um 15 Uhr im Museum Voswinckelshof, Elmar-Sierp-Platz in Dinslaken.

Aufbruchstimmung – nach den Zerstörungen des I. Weltkriegs brachen sich neue Strömungen ihre Bahn. In Deutschland bedeutete dies das Ende einer überkommenen monarchistischen Ordnung und die Gründung eines demokratischen Staatsgebildes. Die Weimarer Republik schuf Rahmenbedingungen für unkonventionelle Ideen, alte und neue Freigeister und vielgestaltige kreative Strömungen – auch am Niederrhein.

Gaststätte wurde zur Galerie

Nach einigen Vorbereitungen wurde die Künstlergruppe "Das Junge Rheinland" am 24. Februar 1919 in Düsseldorf formell von drei Künstlern gegründet: dem Schriftsteller Herbert Eulenberg und den Malern Arthur Kaufmann und Adolf Uzarski. Unmittelbarer Anlass zur Gründung war der Ausschluss rheinischer Künstler von der "Großen Berliner Ausstellung", die in den letzten Kriegsjahren von Berlin nach Düsseldorf umgezogen war. Mit ihrer auf Zuwachs angelegten Vereinigung wollte "Das Junge Rheinland" die Interessen der bildenden Künstler im Rheinland vertreten, ihren Bekanntheitsgrad erhöhen und den Mitgliedern Ausstellungsmöglichkeiten schaffen. Diesem Ziel diente auch eine ab 1921 herausgegebene Zeitschrift der Gruppe. Nach internen Querelen im Führungskreis, einigen Aufspaltungen und Wiedervereinigungen gab es in den nachfolgenden Jahren mehrere Künstlergruppen, die im Rheinland nebeneinander bestanden und sich personell sogar überschnitten.

Ein wichtiger Treffpunkt für die Künstler der Gruppe war die in der Nähe der Düsseldorfer Kunst­akademie gelegene Kaffeestube von Johanna Ey, von den Künstlern später liebevoll „Mutter Ey“ genannt. Die Wirtin nahm nämlich gelegentlich als Bezahlung auch Bilder der ständig geldknappen Künstler an und war daher sehr beliebt. Andererseits konnte sie auf diese Weise ihre Gaststätte in eine Galerie verwandeln, in der sie die Werke ausstellte.

Am 30. Juni 1933 erließ das Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda eine Verordnung zur Gleichschaltung mit dem Ziel des Verbots aller Vereine und Interessensverbände, die außerhalb der NS-Ideologie standen. Daraufhin lösten sich die Gruppen Das Junge Rheinland und „Rheingruppe“ noch 1933 auf. Die „Rheinische Sezession“ wurde 1938 durch eine eigene staatliche Verordnung annulliert. Die Künstler hielten jedoch untereinander weiter Kontakt. So kam es 1946 zu einer Neugründung der „Rheinischen Sezession“. Doch auch diese hatte erneut unter den Querelen ihrer Funktionsträger zu leiden.

Werke sind ans Herz gewachsen

Den Kunstliebhabern und Sammlern Else Heiermann und Günter Krusch aus Duisburg sind die Künstler der Gruppe "Das Junge Rheinland" und deren Werke ans Herz gewachsen. Deren Bilder und Skulpturen sind ihnen wichtig und sammlungswürdig. Aus ihrem Bestand zeigt das Museum Voswinckelshof 75 Arbeiten, darunter Ölgemälde, Aquarelle, Radierungen, Lithographien und Skulpturen. Sie bieten einen repräsentativen Querschnitt jener Bildenden Kunst, die von im Rheinland tätigen Künstlern in der Zeit zwischen 1919 und 1965 geschaffen wurde. Damit präsentiert auch das Museum Voswinckelshof eine Sonderausstellung, die an die Gründung der Künstlergruppe Das Junge Rheinland am 24. Februar 1919, also vor ziemlich genau 100 Jahren, in Düsseldorf erinnert.

Die Ausstellung läuft bis zum 18. August  2019.
Öffnungszeiten des Museums: Dienstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

Die "Spanische Reise" von Adolf Uzarski.  | Foto: Stadt Dinslaken
Der Titel der erste Zeitschrift von 1921. | Foto: Stadt Dinslaken
Autor:

Lokalkompass Dinslaken-Voerde-Hünxe aus Dinslaken

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