Literatur-Hotel-Preis 2012: Ramona Breder "Die andere Welt"

Susanne ist wach. Denkt sie zumindest. Ihr Körper fühlt sich leicht und gleichzeitig schwer an. Sie weiß nur dass sie eine wichtige Aufgabe erledigen muss. Sie hat eine Nacht Zeit das Rätsel zu lösen, welches ihr gerade im Traum auferlegt wurde.
Sie bewegt sich in einer anderen Welt. Ein Zustand den man kaum beschreiben kann. Sie steigt aus ihrem Bett und aus ihrem Körper und schwebt über ihre schlafende Seele. Angst davor tot zu sein, hat sie nicht, denn sie weiß ganz genau dass sie morgen wieder frisch und munter aufwacht als wenn nichts gewesen ist.
Sie verabschiedet sich aus der normalen Welt und die Reise beginnt.

Alles dreht sich, kurze Dunkelheit und plötzlich liegt sie auf einer Lichtung im Wald. Instinktiv springt sie auf und folgt der Fährte die ihre Nase gerade aufgenommen hat.
Sie hört das Schnaufen der fiesen Kreaturen die sie im schnellen Schritt verfolgen.
Es ist eine fantastische Welt die sich nun vor ihr erstreckt , dennoch böse und verdunkelt.
Aber sie hat nur ein Ziel…der Fährte zu folgen.

Auf ihrem Weg begegnet sie immer wieder Feinden die sie mit ihren Waffen besiegen muss um ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

An einem reißenden Fluss findet sie ihren treuen Wegbegleiter vor, der ihr das Überqueren des Flusses erleichtert. Der schwarze Hengst mit den stahlblauen Augen weiß genau wann er Susanne zur Hilfe stehen muss.
Nur ein kurzer Gedanke an ihn und schon ist er da. Ohne Worte, nur mit Blicken und Gedanken verstehen sie sich blind.
Sie reitet mit ihm durch lange Steppen bis auch er seinen Dienst getan hat. Er schnauft ein letztes Mal und verschwindet dann in der Dunkelheit des Waldes zurück.

Nun steht Susanne vor dem großen Turm, der ihr heutiges Ziel ist.
Keine Tür, kein Fenster ist zu sehen. Wie soll sie ihm nur helfen?
Das Rätsel zu lösen kann ihr nur gelingen, wenn sie tief im Inneren an alles übernatürliche glaubt was ihr dabei helfen kann. Sie schließt ihre Augen. Konzentriert sich auf ihre Aufgabe.
Das Kreischen der Drachen und Monster fangen an in ihren Gedanken leiser zu werden.
Nun fühlt sie sich wieder leicht und frei an.
Und wieder alles dunkel…
Sie befindet sich im Turm und hört die Ketten der Gefangenen rasseln. Sie wimmern und rufen um Hilfe. Ihre Fährte zieht sie aber in die Turmspitze.
Ich muss ihn beschützen, das ist meine Aufgabe…

Wieder alles dunkel, im nächsten Moment macht sie die Augen auf. Sieht nach links rüber und entdeckt ihren Liebsten wie er jammernd und sich wendend im bett hin und Her bewegt.
Sie beruhigt ihn mit sanften Worten und Streicheleinheiten.
Und auch diese Nacht ist es ihr gelungen ihn vor dem Bösen in seinen Träumen zu beschützen.
Guten Morgen und bis zur nächsten Nacht.
Nur ein Zufall dass ihr Name "Die Beschützerin" bedeutet?

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