Lebenshilfe Dinslaken: Miteinander statt übereinander "Reden"

Die Fachtagung „Sozialraum-Orientierung“ konnte  hochkarätige Referenten und Podiumsteilnehmer in den Räumern der Lebenshilfe Dinslaken begrüßen: Darunter Prof. Dr. Wolfgang Hinte (r.),  Volker Grans (Vorsitzender Sozialausschuss), Gert Huesmann (Wohnbau), Christa Jahnke-Horstmann (Dezernentin Stadt Dinslaken),  Michael van Meerbeck (Caritas), Rainer Münchow (Werkstattrat ASE), Prof. Dieter Oelschlägel und Dr. Thomas Palotz (Dezernent Stadt Dinslaken). Foto. Heinz Kunkel.
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  • Die Fachtagung „Sozialraum-Orientierung“ konnte hochkarätige Referenten und Podiumsteilnehmer in den Räumern der Lebenshilfe Dinslaken begrüßen: Darunter Prof. Dr. Wolfgang Hinte (r.), Volker Grans (Vorsitzender Sozialausschuss), Gert Huesmann (Wohnbau), Christa Jahnke-Horstmann (Dezernentin Stadt Dinslaken), Michael van Meerbeck (Caritas), Rainer Münchow (Werkstattrat ASE), Prof. Dieter Oelschlägel und Dr. Thomas Palotz (Dezernent Stadt Dinslaken). Foto. Heinz Kunkel.
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Erste Dinslakener Fachtagung „Sozialraumorientierung“ erarbeitet die „Dinslakener Erklärung“: Gehandycapte und behinderte Menschen wollen ihre Interessen auch im politischen Alltag aktiv vertreten.

„Sozialraumorientierung - Gemeinsam starten“ hieß daher das Thema der Fachtagung, die Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, am Morgen in den Räumen der Albert-Schweitzer-Einrichtungen (ASE) eine von der Lebenshilfe in Kooperation mit der Stadt, anderen sozialen Trägern und Vertretern aus Gesellschaft und Politik eröffnete. Für Heidinger bedeutet Sozialraumorientierung, den Einzelnen mit seiner Eigenverantwortung und Aktivität in den Mittelpunkt zu stellen und die (kommunalen) Lebensbedingungen so zu gestalten, dass Menschen dort entsprechend ihrer Bedürfnisse zufrieden leben können.

„Hierzu sind Ideen von allen Akteuren gefragt“, ergänzte Margot Stieler, Vorsitzende der Lebenshilfe. Auch Jürgen Weber, Organisator der Veranstaltung, unterstrich die Wichtigkeit der Interaktion und Einmischung der verschiedenen Kräfte in den städtischen- und politischen Raum, heraus aus den „Sondereinrichtungen“ in einen inklusiven Sozialraum für alle.

Als die Fachtagung um 16 Uhr zu Ende ging, waren viele Ideen und Gedanken ausgetauscht, Kontakte geknüpft und Möglichkeiten, aber auch Probleme im Miteinander thematisiert. Für den Werkstattrat war es das erste Mal, sich mit so vielen Bürgern und Bürgerinnen, Fachleuten, Stadtvertretern, Politiker zu treffen und sich auf Augenhöhe auszutauschen. Wichtigster Punkt ist es, miteinander ins Gespräch zu kommen, den Informationenfluss zu verbessern und die vielen Kompetenzen gemeinsam für den Sozialraum Dinslaken zu nutzen.

Jetzt gilt es die vielen Ideen und Anregungen nachhaltig zu sichern und umzusetzen. Durch die vielen Diskussionen, aber auch konkreten Fragestellungen sind die Beteiligten noch interessierter und wollen an dem Thema weiter arbeiten. Bemerkenswert, dass viele Problemstellungen, Anregungen aber auch konkrete Hindernisse, nicht auf Menschen mit Behinderung zutreffen, sondern auf viele andere Gruppierungen im Sozialraum Dinslaken übertragbar sind.

Runder Tisch gegründet: Wollen(!) statt möchten

Diese Feststellung der oftmals gleichen Situation von Wünschen, Hoffnungen und Visionen in den Handlungsfeldern Leben, Wohnen, Arbeiten macht deutlich, wie sinnvoll es ist, gemeinsame Schritte zu unternehmen.

Professor Hinte, "der Vater der Sozialraumorientierung", so die Bezeichnung von Anke Bruns, brachte es auf den Punkt. Das Wort „möchte“ muss durch das Wort „ will“ ersetzt werden. Konkret heißt es: Ich will und setze mich aktiv dafür eine, dass eine Veränderung eintritt. Rainer Münchow vom Werkstattrat gefällt dieses „Ich will…“ Erste Handlungsschritte hat der Werkstattrat bereits in Planung. Er hat aus seinem World-Café einen großen Willen aufgenommen. Zukünftig sich nicht nur innerhalb der Werkstatt zu engagieren, sondern auch außerhalb zu wirken. Sich aktiv in den politischen Raum zu begeben, ist seine Vorstellung.

Auf kommunaler Ebene kann er sich ein politisches Engagement vorstellen. Erste Kontakte wurden an diesem Tag geknüpft, z.B. zum Vorsitzenden des Sozialausschusses Volker Grans. Lydia Vlanic hat sich mit dem Thema Leichte Sprache und für Dinslaken speziell mit der Internetseite der Stadt beschäftigt. Ihr Fazit: Viel zu kompliziert und weit entfernt von Barrierefrei.

Ihr konkreter Wille: Der Werkstattrat bietet der Stadt Dinslaken an, die Internetseiten zu überprüfen und dabei vor allen Dingen eine Übersetzung in leichter zu unterstützen. Klaus –Dieter Graf von der Stadt hat schon signalisiert, dieses Angebot aufzugreifen zu wollen und die Fachleute der ASE ranzulassen.

Gerne, so die Mitarbeiter vom Werkstattrat wolle man sich zukünftig auch anbieten Informationen und Formulare der Stadt von den Testlesern der ASE auf Verständlichkeit überprüfen zu lassen. Hierzu wird über konkrete Möglichkeiten innerhalb der ASE nachgedacht.

Die Kooperationspartner-Partner haben nicht nur durch ihre Teilnahme zum Ausdruck gebracht, dass sie ernsthaft an einen konstruktiven Austausch interessiert sind, sondern wollen die Nachhaltigkeit des gemeinsamen Startens mit der Dinslakener Erklärung sichern.

„Leichte Sprache“ ist gar nicht so einfach

Die so genannte „Dinslakener Erklärung“, die die Ergebnisse der Fachtagung als Absichtserklärung aller Akteure zusammenfasst, wird im Rathaus mit allen Kooperationspartnern verabschiedet. Zukünftig wird einmal im Jahr zu einem „Runden Tisch“ eingeladen. Erstmalig in 2014 durch die Lebenshilfe, dann im jährlichen Wechsel folgend die weiteren Kooperationspartner. Siehe auch: lokalkompass.de/276221 . cd

Autor:

Caro Dai aus Essen-Werden

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