Nach dem Anschlag in Halle
Bürgermeister Stockhoff versichert Anteilnahme und Mitgefühl

Auch mit seinem Profilbild bei Facebook bezieht Bürgermeister Tobias Stockhoff Stellung.
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Bürgermeister Tobias Stockhoff hat am Donnerstag (10. Oktober) Dr. Bernd Wiegand, den Oberbürgermeister der Stadt Halle, sowie Dr. Mark Gutkin, den Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde im Kreis Recklinghausen, angeschrieben und ihnen das Mitgefühl und die Betroffenheit der Menschen in Dorsten nach dem Anschlag in Halle übermittelt. In dem Brief heißt es:

„Der grauenhafte Anschlag auf die Synagoge in Halle hat uns entsetzt und betroffen gemacht. Wir trauern mit Ihnen um die Opfer. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, die so jäh einen lieben Menschen verloren haben. Wir sind einander verbunden in dem Gedanken, dass diese Mordtat ein Anschlag war auf unser ganzes Land, auf unser Verständnis von einem friedlichen, versöhnlichen Miteinander, in dem Intoleranz, Extremismus und Gewalt keinen Platz haben dürfen.

Die Stadt Dorsten fühlt sich der Jüdischen Gemeinschaft in Deutschland besonders verbunden, weil sich die Bürgerinnen und Bürger hier seit vielen Jahren aktiv und intensiv mit der Vergangenheit ebenso auseinandersetzen wie mit der Gegenwart des Judentums in Westfalen:
Aus einer Bürgerinitiative der 1980er Jahre ist das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten entstanden. 1993 wurde eine Städtepartnerschaft mit Hod Hasharon in Israel besiegelt. Es gibt in unserer Stadt zahlreiche Schulprojekte zu den vielen Themen, die mit Geschichte und Gegenwart des Judentums in unserer Region verbunden sind.

Ein gutes und vertrauensvolles Miteinander ist uns wichtig und wird hier gepflegt. Dieses Vertrauen ist nun beschädigt. Auch das Jüdische Museum in unserer Stadt steht seit diesem heimtückischen Anschlag wieder unter Polizeibeobachtung. Es ist sicherlich gut, dass wir auf diese Weise zeigen: Der Staat nimmt den Schutz aller Mitbürgerinnen und Mitbürger ernst. Es ist aber zugleich traurig, dass solche Maßnahmen überhaupt notwendig sind.

Wir hoffen mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Halle, mit allen Menschen in Deutschland, dass die Hintergründe dieses perfiden Anschlags schnell und lückenlos aufgeklärt werden.
Wir wollen gemeinsam daran mitwirken, das Vertrauen unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in unsere Gesellschaft wieder zu stärken und zu stabilisieren.“

Allen Menschen muss bewusst sein, dass der Anschlag seine Wurzeln hat in einem Antisemitismus, der in der Zeit der Nazi-Barbarei zum schrecklichsten Mordverbrechen in der Menschheitsgeschichte geführt hat.

In Dorsten wird alljährlich am 9. November (17 Uhr, Garten des Jüdischen Museums Westfalen, Julius-Ambrunn-Straße 1) der Reichspogromnacht gedacht, der Nacht im Jahre 1938, in der es erstmals planvolle und gewalttätige Ausschreitungen gegen jüdische Einrichtungen, Geschäfte und Privatwohnungen gab.

Der Trägerverein des Jüdischen Museums und die Stadt Dorsten rufen in diesem Jahr dazu auf, an diesem Tag im Rahmen einer Mahnwache nicht nur der historischen Reichspogromnacht, sondern auch des Anschlags in Halle zu gedenken.

Im Anschluss daran ist im Museum eine Lesung geplant unter dem Titel „Was sie vorher schrieben. Aus der Bibliothek ermordeter Autoren“.

Autor:

Olaf Hellenkamp aus Dorsten

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