Emotionale Geschichten, erschreckende Bilder, eindringliche Musik
"Crash Kurs" Veranstaltung der Polizei NRW in Dorsten Wulfen

Einladung zur Veranstaltung „Crash Kurs“ am  Dienstag, 12. März in Dorsten-Wulfen, Gesamtschule Wulfen, um 10.40 Uhr. Bei „Crash Kurs NRW“ handelt es sich um Vortragsveranstaltungen, die gemeinsam mit Partnern der Polizei NRW im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Recklinghausen an Schulen durchgeführt werden.

Junge Menschen sollen schon vor dem Erwerb des Führerscheins über die möglichen Konsequenzen eines späteren riskanten Verhaltens aufgeklärt werden. Das heißt, sie müssen motiviert und befähigt werden, sich und andere vor den Unfällen und ihren Folgen zu bewahren.

Schüler sensibilisieren 

Im Schuljahr 2018/2019 sind im Kreis Recklinghausen und in der Stadt Bottrop insgesamt 37 dieser Veranstaltungen geplant. Hierbei werden voraussichtlich etwa 8.500 Schüler die Veranstaltungen besuchen.

Die Moderation der etwa einstündigen Veranstaltungen erfolgt durch Verkehrssicherheitsberater der Polizei Recklinghausen.

Hintergrund ist, dass junge Fahrer unter 25 Jahren nach wie vor überproportional häufig an Verkehrsunfällen beteiligt sind. In vielen Fällen waren dies die weniger erfahrenen und gleichzeitig häufig risikobereiteren Fahrer der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen. Im Jahr 2017 verunglückten im Kreis Recklinghausen und der Stadt Bottrop insgesamt 364 junge Erwachsene. Bei 85 Unfällen mit jungen Erwachsenen spielte die Geschwindigkeit eine ursächliche Rolle.

Daher ist das angestrebte Ziel von „Crash Kurs“ eine Verringerung der Zahl schwerer Verkehrsunfälle, an denen junge  Fahrer beteiligt sind.

Zeitgemäße Unfallprävention

Neben emotionalen Bildern und passender Musik sind die persönlichen Einsatzerfahrungen wichtigster Bestandteil von Crash Kurs NRW. Notärzte, Feuerwehrleute, Polizisten und Notfallseelsorger erzählen von der harten Lebenswirklichkeit schwerer Verkehrsunfälle, bei denen sie selbst dabei waren.

In manchen Fällen fanden auch junge Menschen den Tod. Dass die Unfallopfer etwa im gleichen Alter wie die Veranstaltungsteilnehmer waren, berührt.

Auch Unfallursachen, wie zu hohe Geschwindigkeit, Ablenkung, Selbstüberschätzung und Missbrauch von Alkohol und Drogen werden thematisiert und die Eigenverantwortung in dem Zusammenhang schonungslos ins Bewusstsein gerückt.

„Vorausschauendes Fahren, angepasste Geschwindigkeit und die gegenseitige Rücksichtnahme können Leben retten. Wir wollen bei den Schülerinnen und Schülern eine nachhaltige Verhaltensänderung auslösen, sie zum Nachdenken anregen und auf die Gefahren im Straßenverkehr durch die Darstellung realer Sachverhalte hinweisen“,
so Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen zum Auftakt der Crash Kurs NRW Kampagne.

Eine wissenschaftliche Begleitung auf Landesebene erfolgt durch die Universität Köln und die Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften.

Zur Historie  

Das Projekt „Crash Course“ wurde erstmalig in der britischen Grafschaft Staffordshire (West Midlands) entwickelt und umgesetzt.
Mitwirkende Akteure waren Vertreter der Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Jugendhilfe, des Opferschutzes und der Gerichtsmedizin.

Ergebnis:

• 2004 gab es in der britischen Grafschaft Staffordshire 464 Verkehrsunfälle mit Schwerverletzen und Toten.
• An 40 Prozent dieser Verkehrsunfälle waren „Junge Fahrer“ im Alter von 16 bis 25 Jahren beteiligt.
• Nach flächendeckender Durchführung der „Crash Course“ Veranstaltungen (2006 – 2008) in allen Abschlussklassen der High School sank die Anzahl der Verkehrsunfälle mit tödlich Verletzten um ca. 50 Prozent.
• Im Umfeld ohne „Crash Course“ gab es keine entsprechende Entwicklung.

Eine Evaluation durch englische Wissenschaftler belegt eine entsprechende Wirkung bezogen auf Wissen und Einstellungen der dort Beschulten.

Termin und Anmeldung 

Dienstag, 12. März, Gesamtschule Wulfen, Dorsten-Wulfen, Wulfener Markt 2, um 10.40 Uhr

Bei einer Teilnahme bitte vorab bei der Pressestelle Recklinghausen anmelden (02361-55 1044).

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