"Der siebte Kristall": Das fantastische Lesevergnügen zum Welttag des Buches

Magie und Spannung pur: "Der siebte Kristall" des Dortmunder Autors Wolfgang Zickler
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Zum heutigen Welttag des Buches am 23. April gibt’s für alle Leseratten, Fantasy- und BVB-Fans einen besonderen Lese-Leckerbissen.
Eine unterhaltsame Leseprobe aus dem Roman „Der siebte Kristall“ des Dortmunder Autors und BVB-Freundes Wolfgang Zickler. Fantasy und Fußball vereinen sich im Roman „Der siebte Kristall“ meisterlich zur spannenden Story über Freundschaft und Abenteuer, Mythen und Magie, Gut und Böse. „Der siebte Kristall“ zieht alle Leser magisch in seinen Bann. Für alle, die Lust auf mehr bekommen ist das farbig illustrierte 630 Seiten starke Taschenbuch in exklusiver Ausstattung im Buchhandel und natürlich in allen BVB-FanShops erhältlich. Zum Welttag des Buches jetzt handsignierte Romane „Der siebte Kristall“ gewinnen unter http://www.wir-lesen.com/aktionen_auf_wir_lesen.htm#wtdb
Spannende Unterhaltung, viel Spaß beim Schmökern und viel Glück!

Kapitel 1 „Landleben“

Nur noch wenige Tage bis zu den Sommerferien. Das mit großer Spannung erwartete Revierderby zwischen Gelbschwarz und Blauweiß rückte immer näher. Und der 12. Geburtstag!
Sebastian, kurz Basti, wusste nicht, worauf er sich mehr freuen sollte: dass er im Signal Iduna Park live dabei sein und seine Idole hautnah erleben durfte, dass seine Eltern ihm sicher das langersehnte Mountainbike zum Geburtstag schenken würden oder er sechs Wochen keinen Klassenraum betreten musste.
„Eins nach dem andern“, dachte sich Basti. Das Fußballspiel war schließlich als Erstes dran, und es war an der Zeit, den Blauweißen einmal mehr zu zeigen, wer die Nummer eins im Revier war. Für alle Fälle kramte er Trikot, Schal und Fahne schon mal heraus, schlenderte aus seinem gelbschwarz getünchten Zimmer und legte sie in die große Diele. Hier auf dem Land, nur knapp 10 Kilometer von der City entfernt, ging es zum Leidwesen von Basti und seinen Freunden in vielen Dingen etwas beschaulicher zu. Es passierte einfach nichts Außergewöhnliches – da war das Derby ein echtes Highlight.
Bastis Eltern waren mit dem landwirtschaftlichen Betrieb und dem überaus gut gehenden Hofladen voll ausgelastet. Neben Kartoffeln, Eiern, Gemüse und Fleisch aus eigener Schlachtung war Omas selbstgemachte Marmelade der Renner. Die Leute kamen von weit her, um sich diese Köstlichkeiten zu gönnen. Am beliebtesten war Kirsch, dicht gefolgt von Himbeere und Holunder. Die Kunden holten ihre Einkäufe nicht immer selbst ab, denn es gab einen kostenlosen Lieferservice. Für Leute, die einfach keine Zeit hatten, und für alle, die aus gesundheitlichen Gründen oder mangels eigener Mobilität nicht auf den Hof der Hagenbecks kommen konnten. Dann war Bastis Einsatz gefragt.
Schnell entwickelte sich diese anfangs unliebsame Aufgabe zu einer unverhofften Geldquelle für ihn und fing an, richtig Spaß zu machen – vorausgesetzt, es standen die richtigen Namen auf den Warenkörben. Da gab es Eins-plus-Kunden, zu denen fuhr er ausgesprochen gerne, weil jedes Mal ein dickes Trinkgeld auf ihn wartete. Zu den mittelprächtigen Kunden gehörten all die, die sich schwertaten, ein Trinkgeld zu geben. Basti half dann diesen Unentschlossenen, ihre Hemmschwelle zu überwinden, und zwar mit ein paar ganz einfachen Tricks.
Immer dann, wenn ein ungerader Betrag zu zahlen war und der Kunde keinerlei Anstalten machte, auf den nächsthöheren, glatten Betrag aufzurunden, kramte Basti so lange in seiner Geldbörse, bis sein Gegenüber sagte: „Ach, behalt doch den Rest …!“ Oder: „Stimmt so, die paar Cent sind fürs Bringen …!“ Das klappte fast immer.
Und dann gab es noch die Kunden, um die er am liebsten einen großen Bogen machte. Das waren mit Abstand die Schlimmsten, die sich das Wechselgeld bis auf den letzten Cent zurückgeben ließen und Basti die Tür, grimmig dreinschauend, vor der Nase zuschlugen. Mal wieder außer Spesen nix gewesen! Diese Kundschaft galt es auf dem schnellsten Wege loszuwerden. Schließlich hatte Basti noch etwas anderes zu tun, als sich mit solch einem Volk herumzuärgern. Da kam ihm die perfekte Planung seiner Mutter sehr gelegen. Sie hatte direkt neben der Kasse des Hofladens eine Kladde liegen, in der sie die noch zu beliefernden Kunden mit Wochentag und Uhrzeit vermerkte. Jetzt brauchte Basti nur noch einen günstigen Moment abzupassen, um auf dem Laufenden zu sein. So konnte er sich oftmals genau im richtigen Moment verdrücken und seiner Schwester diese ungeliebten Kunden still und leise überlassen.
Nun war es mal wieder so weit: „Basti, kommst Du bitte mal kurz runter?“, rief Bastis Mutter, und stellte einen kleinen Korb mit den verschiedensten Produkten aus dem Laden in die große Diele.
Brigitte Hagenbeck strich mit einer Hand durch ihr braunes Haar und löste das Bändchen, das ihr ansonsten schulterlanges Haar als Zopf gehalten hatte. Die 44 Jahre sah man der attraktiven Frau nicht an, und schon gar nicht, welche Kraft in diesem zarten Persönchen steckte. Mit ihren strahlend blauen Augen und der warmherzigen Art im Umgang mit Mensch und Tier war sie überall sehr beliebt.
„Frau Burgmann hat angerufen und gefragt, ob es dir was ausmacht, ihr diese Sachen vorbeizubringen. Sie schafft es leider nicht, selbst vorbeizukommen, sie sitzt noch über den Zeugnissen.“ „Auch das noch!“, rief Basti entsetzt. Frau Burgmann war seine Klassenlehrerin. „Kann Lissy nicht mal geh’n?“, maulte Basti, „Pepe und Floh kommen gleich vorbei!“
„Zum Lernen?“, fragte Bastis Mutter interessiert. Basti wusste, dass jede weitere Diskussion mit seiner Mutter zu unnötigen Komplikationen führen würde und das geplante nachmittägliche Fußballspiel gefährden könnte, und lenkte schnell ein: „Is’ ja schon gut, ich fahr sofort los.“
Brigitte Hagenbeck musste schmunzeln. Sie wusste genau, wie sie diesen kleinen Racker packen konnte. Sie schnappte sich ihn, als er die letzten Stufen der Treppe herunterpolterte, und gab ihrem Sohn einen dicken Kuss auf die Wange. „Du bist ein Schatz!“
„Lass das, Mam! Wenn das jemand sieht – was sollen denn die Leute denken?“, zeterte Basti und fuhr sich mit der Hand über die Wange, um eventuelle Lippenstiftspuren zu beseitigen.
„Pepe und Floh haben sicher nichts dagegen“, kicherte Bastis Mutter und drückte ihrem Sohn den Korb in die Hand. Kurz bevor Basti die Dielentür erreicht hatte, schlug sie ihm schon entgegen, und der Korb haute mit voller Wucht in seinen Bauch. Bastis vier Jahre ältere Schwester Melissa, kurz Lissy, stand in der Tür.
„Blödmann!“, fauchte Lissy. „Was lungerst du denn hinter der Tür rum?“
„Halt die Klappe, du doofe Kuh, knutsch du lieber nicht heimlich mit diesem Gorilla aus der 10a herum!“, giftete Basti zurück und hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Bauch.
Melissa, ein ebenso hübscher wie zickiger Teenager, war außer sich. Ihr sonnenbankgebräuntes Gesicht schlug augenblicklich in eine Zornesröte um! Sie war auf frischer Tat ertappt worden!
„Mam, muss ich mir das von diesem kleinen Giftzwerg gefallen lassen?“, zischte Lissy und schlug Basti ihre Schultasche auf den Kopf. Noch bevor Basti zum Gegenschlag ausholen konnte, bereitete Mutter Hagenbeck dem Streit ein Ende: „Hört sofort auf! Beide!“
Die Stimmlage der Mutter ließ keinen Zweifel aufkommen: Abflug war angesagt. Basti verschwand zur Tür hinaus, und Lissy flüchtete nach oben in ihr Zimmer.
„Das mit diesem Gorilla aus der 10a ist allerdings sehr interessant“, murmelte Mutter Hagenbeck vor sich hin. „Darüber werden wir noch einmal sprechen müssen, mein kleines Fräulein! Verlass dich drauf!“
Basti ging durch die ans Wohnhaus angrenzende Scheune, holte sein altes Fahrrad hervor, verstaute den Korb auf dem Gepäckträger und schob das Rad nach draußen.
„Dabei kann von Zwerg ja wohl keine Rede sein!“, ärgerte sich Basti immer noch über die Beschimpfung seiner Schwester. Erst kürzlich hatten sie in Biologie bei Frau Schneidkunst das Thema Größe sehr praxisnah durchgenommen. Die Körpergröße eines Menschen sollte demnach von der Geburt an insgesamt circa 15 Jahre zunehmen.
Alle Mitschüler aus seiner Klasse wurden gemessen und gewogen, um festzustellen, ob sie sich normal entwickelten. Basti lag mit seiner etwas schlaksigen Figur im Durchschnitt. Dazu passten seine mittelblonden, weit über die Ohren reichenden, nackenlangen Haare, die er nach dem Waschen stets kräftig mit seinen Händen zerwuselte, bis sie in allen möglichen Richtungen wild durcheinanderlagen.
Dieser an der Luft getrocknete Wischmopp war ein stetes Ärgernis für seine Mutter und die liebe Verwandtschaft – bis auf Oma Mertens, ihr gefiel es!
Die Mädchen aus Bastis Klasse fanden ihn nicht nur wegen seiner fetzigen Frisur süß, auch seine grünen Augen brachten ihm schwärmerische Blicke ein.
Basti selbst wurde jedes Mal puterrot, wenn die Mädchen seines Alters ihn so offen anhimmelten. Er war heilfroh, wenn er sich unter irgendeinem Vorwand schnell verdrücken konnte. Er hatte eine andere Vorliebe, nämlich Fußball zu spielen, und hatte sich fest vorgenommen, irgendwann einmal ein großer Star in der Bundesliga zu werden.
Diese Leidenschaft für Fußball (und sein mäßig ausgeprägtes Interesse für Mädchen) teilte er mit seinen besten Freunden, Pepe und Floh. Pepe hieß eigentlich Frederico und sah aus wie ein kleiner Mexikaner. Pechschwarze, kurze Haare, typisch südländische Hautfarbe. „Ich bin kein Mexikaner“, ärgerte er sich jedes Mal, wenn ihn seine Kumpel herumalbernd nach seinem Sombrero fragten. Er hatte Recht, seine Eltern stammten aus Portugal, was nach Meinung von Basti und Floh fast auf dasselbe herauskam wie Mexiko. Schon lange vor Pepes Geburt waren sie in der Westfalenmetropole sesshaft geworden.
Bei Pepe hatte man den Eindruck, dass sich die Wachstumshormone, die sie im Biounterricht durchgenommen hatten, nur um Pepes Wachstumsbreite kümmerten. Seine Figur glich der eines Heißluftballons. Mit seinen dreizehn Jahren war er der Älteste von den drei Freunden. Er hatte immer Hunger und konnte auch den lieben langen Tag an nichts anderes denken. Dazu stand er auch. Selbst in der Nacht träumte er von großen Kuchenbuffets, die er durchkostete. Und wenn er mal richtig loslegte, gab es keinen Halten mehr. Unter zwei Big Macs ging bei ihm gar nichts, dazu noch Pommes und eine große Cola, anschließend Softeis mit Schokoraspeln. Seine rahmenlose Brille mit dem etwas zu breiten Nasenbügel und großen runden Gläsern war oft verschmiert mit irgendwelchen Schokocremes oder Puddingresten, weil er stets bemüht war, auch während des Essens, seine Brille halbwegs gerade auszurichten. Floh war das krasse Gegenteil: Aufgrund seiner dürren Erscheinung wurde er auch „Knochen“ genannt. Seine Freunde zogen ihn gern damit auf, dass er bei starkem Wind lieber zu Hause bleiben sollte, damit er nicht wegflog. Flohs richtiger Name war Florian. Er war fast 12 Jahre alt und die Intelligenzbestie schlechthin. Es gab kaum etwas, was er nicht wusste, und er hätte ohne Probleme ein bis zwei Klassen überspringen können. Dass er es nicht tat, lag an Basti und Pepe, seinen besten und einzigen Freunden.
Er fiel besonders durch die vielen Sommersprossen auf, die sich pünktlich mit den ersten intensiven Sonnenstrahlen in seinem Gesicht verteilten. Unverkennbar war die eine Sommersprosse, die sich Jahr für Jahr dick und fett mitten auf der Nasenspitze breitmachte. Seine kräftigen, rotbraunen Haare hätte man ebenso gut als Blumendraht verwenden können. Passend zu seinen Haaren trug er eine Nickelbrille, die ihm den letzten Schliff gab und Floh noch intelligenter aussehen ließ, als er es ohnehin war. Er informierte sich ständig! Bücher, Fachzeitschriften und ein schneller Internetzugang auf seinem Computer ermöglichten ihm, seinen Wissensdurst zu stillen.
Als Klassenbester hatte er logischerweise in den meisten Arbeiten eine Eins. Einmal war es sogar eine Eins plus in Mathe, weil er Frau Schmieders, der Mathematiklehrerin, einen Lösungsweg aufzeigte, den sie selbst nicht kannte. Dank seiner Freunde Pepe und Basti spielte Floh wenigstens regelmäßig Fußball, auch wenn es die beiden jedes Mal reichlich Überzeugungsarbeit kostete, ihn von irgendwelchen wichtigen Studien loszueisen. Flohs Eltern hatten übrigens die beste Metzgerei im Ort, einen Partyservice, und eben diesen einen Sohn, der aussah, als ob er magersüchtig wäre.
Auch Floh wurde von seinen Eltern bei der Auslieferung im Partyservice regelmäßig eingesetzt, bis zu dem Tag, als ein Kunde zu ihm sagte: „Du isst wohl nichts von dem, was ihr zubereitet – hast Angst, dich zu vergiften, wie? So mager wie du aussiehst!“
Als Flohs Eltern davon erfuhren, war er augenblicklich von allen Fahrten und sonstigen geschäftlichen Verpflichtungen befreit. „Du bist ja regelrecht geschäftsschädigend mit deiner dürren Erscheinung! Wenn du doch nur mehr essen würdest, Junge! Es ist aber auch ein Elend!“ So jaulte seine Mutter bei fast jeder Gelegenheit.
Basti hatte die Hofausfahrt erreicht und bog in den parallel zur Straße liegenden Fahrradweg ein. Alle angrenzenden Wiesen, Felder und die kleinen Wäldchen gehörten bis hin zum etwa anderthalb Kilometer entfernten Ortskern zu dem elterlichen Besitz. Nach wenigen Minuten sah Basti einen von Dads Traktoren, also konnten sein Vater und Paul, der im elterlichen Betrieb angestellt war, nicht weit sein. Und richtig, sie befanden sich am anderen Ende einer großen Weide und waren dabei, Zäune zu reparieren.
„Das bedeutet nichts Gutes, auf jeden Fall Arbeit, die an mir hängen bleiben wird. Kühe umweiden, Tränke reinigen und der ganze Kram …“, dachte Basti sich. „Bloß weg hier, bevor der Feind mich entdeckt!“
Er hatte noch nicht ganz zu Ende gedacht, da riefen beide wild gestikulierend hinter ihm her: „Hey, Basti, hier hinten sind wir! Hey! Hallo! Bleib doch mal steh’n!“
Basti wurde auf seinem Rad immer kleiner, denn die beiden waren so gut zu verstehen, als ob sie auf seinem Gepäckträger Platz genommen hätten.
„Wie soll ich bloß erklären, dass ich nichts gehört habe? Es ist schon ganz schön warm heute, vielleicht wollen sie auch nur etwas zu trinken haben“, überlegte Basti. „Aber was hat man mir immer und immer wieder gepredigt? Ich soll mich nicht von Fremden ansprechen lassen“, grinste er, nun wieder wild entschlossen, auf Durchzug zu schalten, und verschwand hinter dem nächsten kleinenWäldchen.
Brigitte Hagenbeck holte die Post aus dem Briefkasten und betrat das kleine Büro, das ihr Mann speziell für die vielen anfallenden Tätigkeiten eingerichtet hatte, die so ein Hofladen und der allgemeine landwirtschaftliche Betrieb mit sich brachten. Es war nur der tägliche, ganz normale Schriftkram. Rechnungen, Auftragsbestätigungen und Werbung.
„Das hat alles Zeit“, stellte sie fest und legte die wichtigen Sachen auf das Sideboard, in dem sie die Ordner für die Geschäftsvorgänge und die Unterlagen für den Steuerberater aufbewahrte. Sie drehte sich zur Tür und war schon fast draußen, als sie stutzte. Irgendetwas war anders als sonst, und sie ging zurück zum Sideboard. Auf dem Möbelstück standen Einzelporträts der gesamten Familie. Eines fehlte, und zwar das von Basti.
„Sehr merkwürdig“, murmelte Brigitte Hagenbeck. „Wer steckt denn da nun wieder hinter? Hat Oma mal wieder Sehnsucht nach einem neuen Foto von ihrem Enkel?“ Kopfschüttelnd verließ sie das Büro

Basti hatte das Wäldchen fast durchquert, als etwas Dunkles vor ihm vorbeihuschte. Es ging so schnell, dass er nicht sagen konnte, worum es sich handelte. Er bremste erschrocken sein Fahrrad ab und schaute sich nach allen Seiten um. Es war nichts zu sehen. Nur die Sonnenstrahlen tauchten durch die Lücken der Bäume und verwandelten das Buschwerk am Boden in ein leuchtendes Grün. Ansonsten war es still. Zu still, wie Basti feststellte. Es war nicht mal ein einziger Vogel zu hören, und er fühlte, dass irgendetwas ganz dicht um ihn herum war. Plötzlich spürte er einen eiskalten Hauch in seinem Nacken, begleitet von einem schrillen, kurzen Laut.
Im gleichen Moment griff etwas nach seinen Oberarmen, er konnte es deutlich fühlen, doch zu sehen war nichts. Schon wurde Basti aus dem Sattel gehoben und flog einige Meter durch die Luft, bevor er mit den Füßen zuerst auf dem weichen Waldboden landete. Starr vor Entsetzen musste er mit ansehen, das sein Fahrrad völlig führerlos, wie von Geisterhand getrieben, einige Kreise um ihn drehte und anschließend direkt vor ihm stehen blieb, als ob nichts gewesen wäre. Schnell rappelte er sich auf, griff nach dem Rad und fuhr Hals über Kopf drauflos.
„Bloß weg hier“, stammelte Basti, dessen Herz nun raste. Sein Pulsschlag war so laut, dass er glaubte, das Trommeln von Eingeborenen zu hören. Mit rasender Geschwindigkeit flüchtete er aus dem Wäldchen und erreichte nur wenige Minuten später, schweißgebadet und mit weit aufgerissenen Augen, das Haus seiner Deutschlehrerin.
„Das ging ja fix, Basti, komm doch kurz rein“, öffnete Frau Burgmann freundlich die Tür. Auch wenn hier ganz sicher kein Trinkgeld zu erwarten war, konnte Basti sich nicht erinnern, jemals so glücklich gewesen zu sein, seine Deutschlehrerin zu sehen.

Autor:

Sylvia Treisch aus Dortmund-City

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