Dortmunder Bürger- Initiativen -2- Bürgerinitiative für die Aufklärung des PCB-Skandals in Dortmund ( Envio )

Bürgerinitiative für die Aufklärung des PCB-Skandals in Dortmund
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Heute möchte ich die Serie über die aktuell ca. 36 Dortmunder Bürger - Initiativen fortsetzen und so die Bürger - Initiativen einmal mit ihrer wertvollen Arbeit öffentlich vorzustellen.

Eine große Zahl Bürgerinitiativen und Initiativen hat sich in Dortmund gebildet.
Oft als Reaktion auf vielfach falsche und oft kritisierte Straßenbauprojekte und Industrie- und Gewerbeansiedlungen. Lärm und Umweltverschmutzung in vielfältigster Form spielen dabei eine sehr große Rolle. Bei vielen Bürgern drückt sich aber in diesen Bürger- Initiativen auch das Bedürfnis aus, positives für ihr konkretes Wohnumfeld zu tun.

BI- Gründungen sind oftmals auch Reaktion auf das von vielen Bürgern so empfundene arrogante und oberlehrerhafte Verhalten von Politik und Verwaltung, die in der Regel die Bürger vor vollendete Tatsachen stellt und ihre Einwände großzügig ignoriert.
Durchgängig manifestiert sich der Eindruck - Die Stadt hat immer Recht.
Dagegen wehren sich zunehmend auf allen Ebenen die Bürger und dies hat letztlich auch zu einer bunten Vielfalt von Bürgerinitiativen, Initiativen und Interessengemeinschaften geführt, die nicht mehr bereit sind, einfach alles hinzunehmen, was von " Oben " ohne Beteiligung der Bürger beschlossen wurde.

Bürgerinitiativen leisten durch Ihre Arbeit einen wertvollen Beitrag für die Städtische Gemeinschaft. Sie verstehen sich in der Mehrheit als Korrektiv vorgesetzter Planungen oder negativer Zustände und geben den Bürgern eine Stimme, die dazu aus vielfältigen Gründen sonst nicht in der Lage sind.

Sie sind unbequem und werden auf keine Neujahrsempfänge als helfende Bürger eingeladen. Ihr Wirken kostet die aktiven Mitglieder aber oft viel Geld, Freizeit und Nerven um diesen dringend notwendigen Beitrag zum Erhalt der politischen und demokratischen Kultur der Stadt Dortmund zu leisten. Sie verdienen es daher, auch mal öffentlich mit ihrer eigenen Sichtweise vorgestellt zu werden.

Sie leisten Sozialarbeit im besten Sinne.

Das Dortmunder Unternehmen Envio ist Verursacher des größten PCB- Skandals.

Vergiftete Mitarbeiter und Anwohner, verseuchte Kleingärten und viele Bürger die sich verschreckt bei den Gesundheitsämtern untersuchen ließen.

Grund genug für die Gründung einer Bürgerinitiative.

Die BI stellt sich mit der Beantwortung von 12 Fragen vor.

Frage 1 Name der BI?

Bürgerinitiatve
für die Aufklärung
des PCB-Skandals
in Dortmund

Frage 2: Welches sind die Themen und Ziele der BI ?

Antwort 2: Die „Bürgerinitiative für die Aufklärung des PCB Skandals in Dortmund“ wurde von Anwohnern des Hafengebietes in Dortmund gegründet, die selbst und ihre Familien von der Vergiftung durch die Firma ENVIO betroffen sind.
Vorrangiges Ziel ist die Aufklärung des PCB Skandals und Information der Anwohner über die Machenschaften der Firma Envio und das Versagen der Behörden anzuprangern
Die ersten Forderungen der Initiative waren:
ª Umfassende Aufklärung des PCB-Skandals!
ª Ermittlung und Strafverfolgung der Verantwortlichen in Betrieben und Behörden!
ª Umfassende, mehrsprachige Informationen der Bewohner über den PCB-Skandal im Vier-tel!
ª Informationen über die Gesundheitsgefahren und Verhaltensempfehlungen für die Anwoh-ner!
ª Gesundheitsangebote (bspw. weitere Bluttests) für die Anwohner, Eltern wie Kinder!
ª Untersuchung von Muttermilch!
ª Weitere Messungen der PCB- Belastungen im Stadtteil (Hafengebiet, Kleingärten, Fredenbaumpark, Wohngebiete, Kanal), Auswertung, Interpretation der Daten und Ableitung von Sanierungsempfehlungen und Verhaltensempfehlungen für die Nutzer und Anwohner!
ª Nachhaltige Sanierung der belasteten Betriebsflächen im Hafen!
ª Ständige unabhängige Kontrollen der Betriebe im Hafen!
ª Installation einer zusätzlichen Umweltmessstation im Bereich der Schäferstraße!
ª Vermeidung künftiger derartiger Störfälle bspw. durch Bündelung der behördlichen Zuständigkeiten, Gesetzesänderungen und Initiierung weiterer Maßnahmen!

Frage 3: Was war der Gründungsanlass für die BI ?

Antwort 3: Die Firma Envio hat über Jahre bei ihrem Betriebsablauf den Betrieb und den Stadtteil mit dem Umweltgift PCB verseucht. Neben dem Hafen sind auch die angrenzenden Kleingartenanlagen, der Fredenbaumpark und das Wohngebiet davon betroffen.
PCB ist eins der gefährlichsten Umweltgifte. Es ist nicht zu riechen, unsichtbar und nicht zu schmecken. PCB kann vom Körper nicht abgebaut werden, es lagert sich dort über Jahre hinweg ab. PCB ist überall im Stadtteil verteilt und wird über die Atemluft, die Haut und die Nahrung aufgenommen.

Frage 4: Wann wurde die BI gegründet?

Antwort 4: Im Juni 2010

Frage 5: Hat sich die BI seither verändert?

Antwort 5: Die Arbeit der BI hat sich auf eine Langzeitaufgabe einrichten müssen, d.h mit den Kräften und der Einsatz Einzelner muss pfleglich umgegangen werden

Frage 6: Welches waren oder sind die wichtigsten Aktionen der BI ?

Antwort 6:
• Informationsveranstaltungen im Stadtteil, wie z.B. ein Infonachmittag mit einem bekannten Arzt und PCB- Experte zur Wirkung von PCB, Dioxinen und Furanen auf den menschlichen Organismus,
• Infostände mit Unterschriftensammlung, über 800 Unterschriften wurden gesammelt und dem OB Sierau übergeben,
• Erarbeitung von Standards für eine nachhaltige Sanierung des verseuchten Betriebsgeländes
• Strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen in Betrieben und Behörden.
• Durchführung von gut besuchten monatlichen, regelmäßigen Treffen, teilweise mit Referenten und Ansprechpartnern aus dem Gesundheitsbereich, Behörden- und PolitikvertreterInnen

Frage 7: Was waren die größten Veränderungen / Erfolge die die BI bisher erreichen konnte?

Antwort 7: Das der gesamte Skandal nicht unter den Teppich gekehrt wurde und das das Thema innerhalb der Kommune noch aktuell ist. Dass sich die betroffenen Anwohner, Arbeitnehmer und Kleingärtner organisieren und trotz grober Einschüchterungsversuche seit nun fast 2 Jahren ununterbrochen an der Aufklärung des Skandals arbeiten.

Frage 8: Wie sind die Erfahrungen der BI mit der Dortmunder Politik auf Stadtebene?

Antwort 8: Hier wird der schon jahrelange Konflikt zwischen Umwelt- und Wirtschaftspolitik besonders deutlich. Vorrangiges Ziel der Politik auf der Stadtebene ist der Ausbau des Wirtschaftsfaktors Hafen z.B. neues Containerterminal, Herausnahme des Hafengebietes aus der Umweltzone, schnelle Wiedervermietung der derzeit noch verseuchten Betriebsflächen, Sicherung von (oftmals prekären) Arbeitsverhältnissen.

Der Umweltgedanke und Schutz der Anwohner steht hier hinter den wirtschaftlichen Interessen zurück.

Frage 9: Wie sind die Erfahrungen der BI mit der Dortmunder Politik auf Stadtbezirksebene?

Antwort 9: Auf der Stadtbezirksebene wurde zunächst versucht, die BI zu ignorieren. Dann hielten sich die Vertreter der Parteien in der Bezirksvertretung an die Linie der Ratsfraktionen. Durch Funktions- und/oder Ämterüberschneidungen haben sich dann viele der Vertreter der Parteien nicht festgelegt.

Frage 10: Wie sind die Erfahrungen der BI mit den zuständigen Behörden?

Antwort 10: Die zuständigen Behörden waren von Anfang an nicht an einer Zusammenarbeit mit der BI interessiert. Auskünfte und Akteneinsichtsgesuche wurden nicht oder nur schleppend gewährt.

Frage 11: Was sind die konkreten Ziele der BI für die nahe oder ferne Zukunft?

Antwort 11: Weiterhin die lückenlose Aufklärung des Skandals vorantreiben und genau bei zukünftigen Planungen im Stadtteil hinschauen und Entwicklungen im Stadtteil kritisch zu begleiten. Nach wie vor ist die Information der Hafenanwohner von großer Bedeutung

Frage 12: Wie können Interessierte bei Bedarf Kontakt zur BI herstellen?

Antwort 12: Ansprechpartner:

Wiebke Claussen Katrin Rieckermann
Tel. 0231-8299834 Tel. 0231-8630871
Wiebke.claussen@gmx.de

oder über

e-mail: bi@pcb-skandal.de

Homepage: http://www.pcb-skandal.de/

Autor:

Wilhelm Auffahrt aus Dortmund-Ost

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