Klinik-Sanierer in schwierigen Zeiten

Vom Oberbürgermeister Ullrich Sierau (3.v.l) bekam der neue Chef des Klinikums Rudolf Mintrup (2.v.l.)ein Spielzeug-Arztköfferchen. Ob sich die Sanierung des Klinikums als Notfalleinsatz erweist, das muss sich erst noch zeigen.
  • Vom Oberbürgermeister Ullrich Sierau (3.v.l) bekam der neue Chef des Klinikums Rudolf Mintrup (2.v.l.)ein Spielzeug-Arztköfferchen. Ob sich die Sanierung des Klinikums als Notfalleinsatz erweist, das muss sich erst noch zeigen.
  • Foto: Schmitz
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Das Klinikum hat seit Jahresbeginn einen neuen Chef: Rudolf Mintrup ist ein erfahrener Sanierer und Experte im Krankenhausmanagement. Sein Rezept für das Klinikum: Weniger Personalkosten, mehr Leistungen.

Anlässlich seiner offiziellen Vorstellung am Montag stellte der neue Vorsitzende der Geschäftsführung, Rudolf Mintrop, das exzellente medizinische Niveau des Klinikums heraus. Es zähle zu den besten 50 Kliniken in ganz Deutschland und habe weit über die Stadtgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf. „Dieses medizinische Angebot der Maximalversorgung und seine herausragende Qualität müssen erhalten werden“, sagte der 57-jährige Diplom-Volkswirt.
Zugleich seien die derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Krankenhäuser in Deutschland ein politischer Skandal. Die Budgets der Krankenhäuser seien abgesenkt worden, für Preis- und vor allem Tariferhöhungen nichts enthalten. Die Krankenkassen verzeichnen 20 Milliarden Euro Überschüsse, während über 50 Prozent der Krankenhäuser mit Verlust arbeiten.
Die Verhältnisse im Klinikum Dortmund seien etwas spezieller, weil die Verluste schon seit der GmbH-Gründung anhielten. „Das Klinikum Dortmund mit einem Umsatz von jährlich fast 300 Millionen Euro ist zu wichtig und zu groß. Es kann nicht Kostgänger der Stadt sein und sollte darauf auch nicht hoffen“, sagte Mintrop, sonst verspiele es seine Investitions- und damit Zukunftsfähigkeit. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter sei verantwortlich für den Erfolg des Unternehmens und leiste dazu einen Beitrag.
Darüber hinaus brauche das Klinikum aber auch die notwendige Freiheit und Entscheidungskompetenz, um als Unternehmen geführt werden zu können. „Das Management des Klinikums ist keine politische Veranstaltung, sondern ein Prozess zur Herstellung von guter Organisation und passender Qualifikation.“ Es werde auch darum gehen, einen fairen und sachgerechten Interessenausgleich zwischen den Fachabteilungen zu erreichen, und zwar im Rahmen vorhandener Ressourcen. Daraus resultierende mögliche Konflikte seien eine interne Angelegenheit des Klinikums.
Angesichts der in den letzten Jahren angehäuften Verluste sieht Mintrop zwei Auswege: Personalkosten reduzieren und Leistungen erweitern. „Wir werden beide Wege gleichzeitig beschreiten müssen“, sagte er. Gleichwohl könne er nicht ausschließen, dass das Haus in naher Zukunft die ein oder andere zeitweilige Unterstützung der Stadt als Eigentümerin brauche. Das bedeute aber kein Einrichten in der Dauersubventionierung, betonte er: „Wenn 50 Prozent aller Krankenhäuser in Deutschland derzeit rote Zahlen schreiben, heißt das auch, dass die anderen 50 Prozent besser und erfolgreicher wirtschaften. An denen werden wir uns orientieren.“ Er wolle sich nun aber erst einmal überall im Hause vorstellen und die Prozesse vor Ort kennenlernen. Verbesserungen im Leistungsangebot oder bei der Effizienz der Betriebsorganisation könne man nur gemeinsam mit den Abteilungen und Bereichen finden und umsetzen.
Rudolf Mintrop gilt als ausgewiesener und langjähriger Experte im Krankenhausmanagement. Er hat seit 1990 die Leitung überwiegend großer kommunaler Krankenhäuser in Berlin und ab 2000 die Geschäftsführung des Klinikums Oldenburg und anderer Einrichtungen in der Weser-Ems-Region übernommen. Mintrop ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und wohnt in Dortmund.

Autor:

Lokalkompass Dortmund-City aus Dortmund-City

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