Erziehung
Netzwerk INFamilie hofft auf Deutschen Kita-Preis

Markus Jentzsch und Heike Klumbiel mit Kindern aus der Kita an der Bornstraße. Aus mehr als 1600 Bewerbern ist das Netzwerk INFamilie aus der Nordstadt unter die zehn Finalisten im Deutschen Kitapreis gekommen.
  • Markus Jentzsch und Heike Klumbiel mit Kindern aus der Kita an der Bornstraße. Aus mehr als 1600 Bewerbern ist das Netzwerk INFamilie aus der Nordstadt unter die zehn Finalisten im Deutschen Kitapreis gekommen.
  • Foto: Schwalbert
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Mehr als 1600 Einrichtungen aus ganz Deutschland haben sich für den noch jungen deutschen Kitapreis beworben. Unter den zehn Finalisten ist auch das Dortmunder Netzwerk INFamilie mit dem Kindergarten an der Bornstraße.

Dessen Leiterin Heike Klumbies hatte sich mit dem Netzwerk beim Kitapreis beworben – ohne allzu große Hoffnungen zu hegen: „Allein schon dass wir unter die letzten 15 Bewerber gekommen sind, war ein großer Erfolg. Für unser Netzwerk ist das ein großer Motivationsschub. Bei diesem Preis werden die ‚Helden des Alltags‘ mal wahrgenommen, Menschen, die sich den verschiedenen Herausforderungen hier stellen.“

Das Brunnenstraßenviertel ist seit 2012 als Referenzprojekt ein Teil des Modellvorhabens "Kommunale Präventionsketten", das wiederum aus der Initiative „Kein Kind zurücklassen“ hervorgegangen ist. Die Grundschule Kleine Kielstraße ist dabei eine wichtige Anlaufstelle für Eltern und Kinder aus über 35 Nationen. Vielfältige Angebote werden und wurden in Zusammenarbeit im Netzwerk im Quartier umgesetzt und sollen weiter optimiert werden. Das Brunnenstraßen- und Hannibalviertel soll ein Ort sein, an dem Familien sich wohlfühlen und ihre Kinder bestmögliche Startchancen für die Zukunft bekommen.

„Unsere Eltern hier sind unglaublich stolz auf den Preis und freuen sich sehr über die damit verbundene Aufmerksamkeit",  erzählt Heike Klumbies. Im letzten Jahr konnte das Netzwerk mit der Unterstützung der Eltern schon einen ganz greifbaren Erfolg verzeichnen: „Es gab hier im Viertel immer wieder Unfälle mit Kindern und Eltern. Durch unsere Nachforschungen haben wir herausgefunden, dass eine Ampel falsch geschaltet war und dadurch die Unfälle verursacht wurden. Durch den kurzen Draht zur Politik durch unsere Schirmherrin, Bürgermeisterin Birgit Jörder, konnte das Problem schnell gelöst werden“, erzählt Markus Jentzsch, der hauptberuflich im Familienbüro Innenstadt-Nord arbeitet. „Die Eltern haben bei dieser Sache gemerkt, dass sie etwas erreichen können. Das Netzwerk versucht so, Themen aufzugreifen und Probleme zu ändern.“

Jentzsch bietet auch regelmäßig Gänge durchs Quartier an, die besonders, aber nicht nur, zugezogene Familien ansprechen sollen: „Wir gehen durchs Viertel und erklären wo Spielplätze sind, was man im Dietrich-Keuning-Haus machen kann, was der Stollenpark für Jugendliche so bietet.“

Für die Zukunft hat das Netzwerk aus rund 80 bis 90 Personen, viele davon Ehrenamtler, noch einiges vor; So wünschen sich die Eltern im Viertel ein Begegnungszentrum, einen Raum, wo sie sich treffen und austauschen können.
Heike Klumbies ist froh über das bisher schon Erreichte: „Die Kinder hier im Quartier haben kurze Wege. Die Eingewöhungszeiten in der Schule und in den Kitas sind kurz, es gibt eine vertrauens- und liebevolle Frühförderung mit Betreuungspersonen, die die Kinder schon kennen. Und für 80 Kinder aus zugezogenen Familien, die keinen der knappen Kitaplätze bekommen haben, gibt es eine Art „Notprogramm“ mit eine Betreuungszeit von 8 bis 12 Uhr.

„Wir sind alle total stolz auf das Erreichte, und das wir so weit gekommen sind“, sagt auch Heike Klocke-Kuppe, Fachreferentin bei der Fabido. Doch nun geht es für zwei Vertreter des Netzwerkes erst mal nach Berlin: Sie reisen im Mai zur Preisverleihung. Insgesamt hoffen die zehn Finalisten auf eine der fünf Auszeichnungen in der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ und damit verbundene Preisgelder zwischen 10.000 und 25.000 Euro.

Ein Experten-Team der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Berliner Hochschule für angewandte Pädagogik besucht die Dortmunder Initiative, um sich einen Eindruck von der Arbeit vor Ort zu verschaffen. Im Rahmen dieses Besuchs werden zum Beispiel Gespräche mit den Bündnismitgliedern geführt und ein gemeinsamer Workshop veranstaltet. Welche der Finalisten-Bündnisse eine Auszeichnung erhalten, bestimmt eine unabhängige 18-köpfige Jury.
 
Die Juroren achten darauf, wie die Bündnisse Kinder in den Mittelpunkt ihrer pädagogischen Arbeit stellen und wie Eltern an ihrer Arbeit mitwirken können. Zudem schauen sie darauf, wie die Bündnis-Teams aus ihren Erfahrungen lernen und wie sie die Nachbarschaft oder die umliegende Region in ihre Arbeit einbeziehen.

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