Regionalflughafen Dortmund: "Jahresabschluss noch schlimmer als befürchtet"

Die Billigfluglinie WizzAir fertigt rund die Hälfte aller Fluggäste des Dortmunder Regionalflughafens ab. Die Abwanderungswahrscheinlichkeit zu einem der großen internationalen Drehkreuze wie Frankfurt wird in der Branche als extrem hoch eingeschätzt. Mit entsprechenden finanziellen Folgen für den Dortmunder Regionalflughafen.
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  • Die Billigfluglinie WizzAir fertigt rund die Hälfte aller Fluggäste des Dortmunder Regionalflughafens ab. Die Abwanderungswahrscheinlichkeit zu einem der großen internationalen Drehkreuze wie Frankfurt wird in der Branche als extrem hoch eingeschätzt. Mit entsprechenden finanziellen Folgen für den Dortmunder Regionalflughafen.
  • Foto: Ole Simon
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Die parteiübergreifenden Kritiker der Millionendefizite des Dortmunder Regionalflughafens sehen sich in ihrer negativen Einschätzung des Jahresabschluss 2016 des Dortmunder Airports durch die jüngsten Äußerungen der Geschäftsführung des Flughafens bestätigt.

Die LINKEN im Rat der Stadt Dortmund hatte bereits darauf hingewiesen, dass die Senkung des jährlichen Defizits im Jahr 2016 durch eine einmalige buchhalterische Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 2,4 Millionen Euro erfolgte. Die Flughafengeschäftsführung erklärte daraufhin, dass der Flughafen aber auch Einsparungen in Höhe von rund 3 Millionen Euro umgesetzt habe.

Wenn zu der nur einmal möglichen Auflösung von Rückstellungen in Höhe 2,4 Millionen Euro noch tatsächlich 3 Millionen Euro Einsparungen gekommen sind, die man durchaus begrüßen kann, obgleich man sich die Einsparungen in Höhe von 200.000 Euro beim Personal mal genau anschauen müsste, hätte die Verlustreduzierung bei 5,4 Millionen Euro liegen müssen und nicht bei nur knapp 3 Millionen.

Strukturelle Wirtschaftlichkeitsprobleme

Es ist dem Flughafen trotz erheblicher Einsparungen in Millionenhöhe trotzdem nicht gelungen das Defizit ohne die Auflösung von Rückstellungen nennenswert zu reduzieren. Das belegt die strukturellen Wirtschaftlichkeitsprobleme des Dortmunder Regionalflughafen. Der Jahresabschluss ist somit noch schlimmer als befürchtet.

Offensichtlich sind die Erlöse sowohl im Aviation-Bereich (Fluggeschäft) als auch im Non-Aviation-Geschäft (Einzelhandel, Gastronomie, Parken, Werbung) durch die Fixierung auf Billig-Airlines ebenso zurückgegangen wie die Passagierzahlen.

Eine Reduzierung der finanziellen Defizite, aber auch der Fluglärmbelastung der östlichen Dortmunder Bevölkerung, ist nur durch einen Rückbau zu einem reinen Geschäftsflughafen möglich und nicht durch das Festhalten an der Billig-Airline-Doktrin für das Dortmunder Umland samt persönlichen Angriffen seitens der Flughafengeschäftsführung auf die parteiübergreifenden Kritiker ihrer defizitären Geschäftspolitik. Das ist tatsächlich eine Stilfrage.

Passend zum Thema sendete der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am 14. Juni 2017 im Rahmen seiner Serie "The Story" den Beitrag "Profit. Auf Kosten aller? - Der gnadenlose Preiskampf der Billigairlines." Die Sendung kann hier in der WDR-Mediathek angeschaut werden: http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/die-story/video-profit-auf-kosten-aller--der-gnadenlose-preiskampf-der-billigairlines-100.html

Pressemitteilung "Linke & Piraten kritisieren Ergebniskosmetik" vom 13. Juni 2017: http://www.lokalkompass.de/dortmund-ost/politik/flughafen-linke-und-piraten-kritisieren-ergebniskosmetik-d768453.html

Die Billigfluglinie WizzAir fertigt rund die Hälfte aller Fluggäste des Dortmunder Regionalflughafens ab. Die Abwanderungswahrscheinlichkeit zu einem der großen internationalen Drehkreuze wie Frankfurt wird in der Branche als extrem hoch eingeschätzt. Mit entsprechenden finanziellen Folgen für den Dortmunder Regionalflughafen.
"Jede Million die bei den Flughafendefiziten eingespart werden kann, fehlt nicht mehr im städtischen Haushalt, der jedes Jahr für den Verlustausgleich aufkommen muss.", erklärt Ratsmitglied Carsten Klink (DIE LINKE), Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschuss der Stadt Dortmund.
Autor:

Carsten Klink aus Dortmund-Ost

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