Oberbürgermeister will 2020 nicht noch einmal kandidieren
Sierau setzt auf Wandel

Will weiter für ein starkes Dortmund arbeiten, aber nur bis zum 31. Oktober 2020: Oberbürgermeister Ullrich Sierau.
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  • hochgeladen von Antje Geiß

Ein Jahr will er es noch machen, dann ist Schluss. Auf dem SPD-Fest am See sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau, dass er nicht plant, zur Wahl zum Stadtoberhaupt 2020 anzutreten. "Bis zum 30. Oktober bin ich gewählt und werde das mit Tatkraft ausfüllen", versprach Sierau.

Eine ziemlich lange Wegstrecke nennt der Oberbürgermeister seine Dortmunder Erfolgsgeschichte. Nie bereut habe er, dass er sich damals vor 20 Jahren für Dortmund statt für Berlin entschieden habe. "Für einen Stadtplaner war es ein Paradies und ist es heute noch", sagt Ullrich Sierau. "Und deshalb bin ich ein glücklicher Mensch", fügt er hinzu. Froh ist er, dass nach bewegten Zeiten in Dortmund Ruhe eingekehrt sei, um die Stadt nach vorn zu bringen.

Ein Mandat auf Zeit

"Es ist immer ein Mandat auf Zeit", betont Sierau zu seiner Entscheidung, nicht noch einmal in Dortmund als Oberbürgermeister kandidieren zu wollen. "ich war immer böse auf Leute ist, die am Sessel kleben und so Strukturen verkrusten", stellt er dazu klar. Jetzt sei die gegebene Zeit, meint er zu seinem Verzicht auf eine weitere Amtszeit. Die SPD sei sortiert und geordnet und er sieht einen Übergang in großer Einigkeit zwischen den Akteuren und in der Partei. Von der Organisation eines Wandels zum Wohle der Stadt, spricht Sierau.
Die SPD in Dortmund sei anders als die Bundes-SPD, eröffnet Sierau den Wahlkampf. "Wir haben Frau Nahles nicht gewollt und wir waren gegen die große Koalition", erinnert der Oberbürgermeister. Hier in Dortmund gebe es ein Konzept. "Wir machen was wir ankündigen und kündigen an, was wir machen."

Anders als Europawahl

Um die Kommunalwahl im kommenden Jahr macht sich der Mann, der nicht mehr ins Rennen geht, keine Sorgen: Es wird in Dortmund gravierend andere Wahlergebnisse geben, als bei der Europawahl, ist er sicher. Er rechnet damit, dass die SPD weiter macht, die Grünen zulegen und die CDU deutlich verliert.
"Es ist deutlich anspruchsvoller, als man allgemein so denkt", sagt Sierau zu seinem Amt. Als Oberbürgermeister brauche man Hintergrund, Kenntnisse, Managmentfähigkeiten und Teamfähigkeit.
Kooperation und Partizipation stellt Ullrich Sierau in den Vordergrund, wenn es darum gehe, die Voraussetzungen zu schaffen, um alles für die Zukunft zu regeln. Was ihm besonders am herzen liegt? Die Nordstadt zum Beispiel, auch sie habe man mit mit über 200 nordwärts-Projekten nach vorne gebracht. Da gehe es um Kreativität und um sich Kümmern. Letzteres hat er auch bis zum 31.10.2020 vor, was die Bundespolitik angeht: "Ich werde kein Blatt vor den Mund nehmen: Wir müssen dafür kämpfen, dass wer bestellt, es auch bezahlt."

10.000 Arbeitsplätze am Hafen

Sierau blickt optimistisch in die Zukunft seiner Stadt: "Am Hafen werden wir, wahrscheinlich doppelt so viele Arbeitsplätze haben, wenn wir alles auf den Weg gebracht haben, nennt er das Projekt Digital-Campus, aber auch die EM 2024, die internationale Gartenschau 2017 und den Plan, Berufskollegs in den Norden der Stadt zu bringen. Zur weiteren positiven Entwicklung Dortmunds brauche es Ideen, aber auch Erfahrung, Mut, und Durchhaltevermögen, nennt er Anforderungen an seinen Job, das wünsche er allen und auch, dass die Bevölkerung die richtige Wahl trifft.
Ullrich Sierau will, wenn er den Chefsessel räumt, nicht die Füße hochlegen. Mehr sagt er dazu nicht. "Es ist noch über ein Jahr", gibt er zu bedenken, "das werde ich zu Ende bringen. Und das werde ich so tun, dass ich den Vertrag, den ich mit den Dortmundern geschlossen habe, auch so erfülle."
Verändert habe sich im Netz populistisch betriebene Oberflächlichkeit, sagt der Oberbürgermeister mit Blick über den Atlantik, aber auch England und Italien mahnten. Eines hat sich Ullrich Sierau für sein letztes Jahr als Dortmunder Stadtoberhaupt daher vorgenommen: "Wir müssen den Populisten ein Stopp-Signal entgegenhalten, denn der Populismus ist der Vorhof des Extremismus."

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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