Tierschutzpartei gibt klare Wahlempfehlung
Die Stadttaube als Vogel des Jahres 2021

Der Wahlkampf stellt ja vielerorts eine Paradedisziplin für Politiker*innen dar, wenn es wie in diesem Fall noch um eine gute Sache handelt, war für die ehrenamtlich Aktiven der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) in Dortmund direkt klar, auch jenseits von Kommunal- oder Bundestagswahlen, bei der Wahl zum „Vogel des Jahres“ eine eigene Kandidatin zu unterstützen.
Seit 1971 bestimmt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Landesbund für Vogelschutz (LBV) den "Vogel des Jahres". Gekürt wurde der Sieger dabei stets durch eine ornithologische Fachjury, im 50. Jubiläumsjahr ist alles anders: Diesmal darf das Volk entscheiden, wer der Vogel des Jahres 2021 wird. Zwischen dem 9.Oktober und 15.Dezember 2020 fand die Vorwahl als Online-Abstimmung unter insgesamt 307 Vogelarten statt, aus der die Stadttaube als eine von zehn Finalisten neben Goldregenpfeifer und Feldlerche in die bis zum 19.März laufende Stichwahl einzog.

„Wir werden oft gefragt, warum wir einen Vogel wie die Stadttaube bei der Wahl unterstützen und nicht von Aussterben bedrohte Arten wie die Rauchschwalbe oder den Kiebitz“, äußert sich die Kreisvorsitzende Angelika Remiszewski auf die Frage vieler Tier- und Naturfreunde und erwidert darauf: „Wir wollen damit auf das Elend und den täglichen Kampf um das Überleben aufmerksam machen, dem diese intelligenten Tiere im ganzen Land Tag für Tag ausgesetzt sind. Als „Ratten der Lüfte“ beschimpft, mit Stromdrähten wie aktuell in Lünen vertrieben und mit Fütterungsverboten in vielen Kommunen in den Hungertod getrieben, müssen Tauben seit Jahrzehnten schreckliche Tierquälereien über sich ergehen lassen. Für uns ist aber ein Stadttauben-Leben genauso viel wert wie das von Eisvogel und Co., die mit solchen Anfeindungen nie zu kämpfen hatten, es wohl auch niemals tun müssen“. Die Kommunalpolitiker*innen aus Dortmund sind sich dabei sicher, dass die Auszeichnung zum „Vogel des Jahres“ und das damit verbundene öffentliches Interesse für die Situation der Stadttauben dabei helfen könnte, mehr Respekt für diese faszinierenden Überlebenskünstler innerhalb der Bevölkerung zu erzeugen.

„Fälschlicherweise werden Stadttauben oft für Wildtiere gehalten. Dabei sind sie verwilderte Haustiere. Auch heute werden sie noch für Wettflüge gezüchtet“, so die Tierschützerin Bilge Alpaslan, die ehrenamtlich in Bochum und Witten an wilden Brutplätzen Stadttaubeneier gegen Attrappen austauscht und Taubenhäuser betreut. “Viele Menschen haben Angst vor Tauben, da sie glauben, dass sie gefährliche Krankheiten übertragen, dabei übertragen sie nicht mehr Krankheiten als jeder andere Vogel“, ergänzt sie.

Viele Tiere sind über die Jahre auf dem Weg zum Heimatort verloren gegangen und landeten dann stattdessen in unseren Innenstädten, wo sie sich dann von Lebensmittelresten und Abfällen ernähren müssen – alle Fütterungsverbote und Vergrämungen erhöhen dabei nur das tägliche Leid. Den ehrenamtlichen Politiker*innen der Tierschutzpartei in Dortmund ist dabei bewusst, dass in vielen Städten große Taubenpopulationen leben, verweisen aber auf tierfreundliche und pragmatische Lösungen zur Regulierung der Population und der Vermeidung von Kot, wie beispielweise dem stärkeren Ausbau von betreuten Taubenhäusern.

Für die Abstimmung ist dabei weder ein Besuch im Wahllokal, noch die Beantragung von Briefwahlunterlagen erforderlich, alles geht online und von Zuhause aus auf:
www.vogeldesjahres.de

Autor:

Sebastian Everding aus Dortmund-Süd

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