Luftfahrt
Krise ist woanders: Wizzair wächst gegen den Trend

Neue Basen, fast 50 neue Strecken, mehr bequeme und günstige Mobilität und viele neue gut bezahlte Jobs in der Traumbranche Luftfahrt. Eine Meldung aus vergangenen Zeiten? Nein!
Während fast die komplette Tourismusbranche am Boden liegt, Staatshilfen benötigt und in eine düstere mittlere Zukunft schaut wehrt sich ein kleines „gallisches Dorf“ ... äh ungarische Fluglinie und sorgt für positive Schlagzeilen.

Ab Anfang Juli werden mehr Flugzeuge in Wien stationiert, neue Basen in Larnaka auf Zypern, Lemberg in der Ukraine, Tirana in Albanien und im Epizentrum der Coronakrise in Mailand eröffnet. Salzburg neu ins Streckennetz aufgenommen.

Das sichert Arbeitsplätze an den Airports Dortmund, München-West/Memmingen und Karslruhe Baden-Baden, Hamburg, Berlin-Schönefeld und bringt Touristen nach Deutschland die dem ebenfalls darbenden Hotelgewerbe helfen. Staatshilfe braucht Wizzair, die Fluglinie die im Mai mehr Passagiere in Europa beförderte als jede andere - nicht.

Wizzair ist der grosse Gewinner der Krise – Lufthansa und Air France wanken und haben sich selbst als am Markt vorbei produzierend entlarvt: Ohne Staatshilfe wären beide in die Insolvenz gerutscht. Zu Unrecht einbehaltene Kundengelder, das stehen lassen hilfloser Reisender und die grob rechtswidrige und daher mittlerweile strafbewährte verurteilte „Abzocke“ angeblicher Tarifdifferenzen bei Umbuchungen von gestrichenen Flügen und die jüngst bundesweit thematisierte Steuerflucht: Die Krise brachte Lufthansas alltägliches Gebaren über das sich Vielflieger seit einem Jahrzehnt ärgern in die breite Öffentlichkeit.

Die von den Medien sonst gern als böse Billigflieger hingestellten Low-Fare-Anbieter flogen zuverlässig durch die Krise, boten kulante gratis Umbuchungen – bei Ryanair sogar im gesamten Netzwerk und erstatten vielen Kunden auf Wunsch auch Geld. Das wird der Kunde künftig honorieren: Und in Zeiten von Kurzarbeit und Wirtschaftskrise werden viele Verbraucher überlegen nicht lieber günstig und zuverlässig zu buchen, statt Deutsch mit all den Nachteilen. Insbesondere mit der Politik im Aufsichtsrat wird Lufthansa schon seit Jahren überfällige Reformen beim Personal und den Kosten nicht durchsetzen können und den Anschluss komplett verlieren.

Der große Gewinner wird in dieser Krise nicht Ryanair sondern Wizzair sein: Während die alten Anbieter wie Lufthansa und Air France welche die Gewerkschaften dominieren über diesen Umweg als Trojanisches Pferd bei Ryanair und LaudaMotion für Störungen im zuvor perfekten Flugbetrieb sorgen konnten kann Wizzair frei von Industriepolitik betreibenden Lobbygewerkschaftern wachsen. Und auch bei der Flottenplanung stehen die Ungarn besser da: Während sich Ryanair für die Boeing 737MAX entschied, die noch immer keine Neuzulassung hat, entschied sich Wizzair für größere Flugzeuge und damit noch geringere Stückkosten: Der Airbus A321NEO und A321NEO XLR ist das beste Flugzeug am Markt und übertrumpft die Boeing 737MAX bei Reichweite und Stückkosten pro Sitz.

Aus diesem Grund hat Wizzair für den Restart die besten Voraussetzungen in ganz Europa. Eine gute Nachricht für den Flughafen Dortmund.


Alle neuen Wizzar-Strecken:

ab London: Faro, Korfu, Heraklion, Rhodos, Zakynthos, Marrakesch, Malaga, Palma (Mallorca), Marrakesch, Lanzarote, Fuerteventura

ab Wien: Brüssel (CRL), Heraklion, Talinn, Rhodos, Bourgas, Constanta, Zakynthos, Marrakesch ab Larnaka: Dortmund, München-West/Memmingen, Karlsruhe-Baden, Salzburg, Wroclaw, Turku, Suceava, Billund, Thessaloniki, Athen

ab Mailand: Eindhoven, London (LTN), Thessaloniki, Athen, Menorca, Lissabon, Reykjavik/Keflavik, Porto, Talinn, Valencia, Pristinha, Santorini, Korfu, Las Palmas, Fuerteventura, Teneriffa-Süd, Marrakesch, Zakynthos, Rhodos, Tirana

ab Salzburg: Larnaka, Belgrad, Bukarest, Tuzla, Skopje, Kiew

ab Tirana: Hamburg, Berlin (SXF), Basel, Frankfurt (HHN), Brüssel (CRL), Eindhoven, Karlsruhe-Baden, Bari, Prag, Heraklion, Catania, Turin, Mailand (MXP), Paris (BVA)

Einzelne Streckenaufnahmen wie Danzig-Skelleftea usw. sind nicht aufgeführt.

Wer über das aktuelle Geschehen im Luftfahrt und insbesondere im Low-Cost-Markt informiert bleiben möchte kann auf Facebook folgen und der Facebook-Gruppe Extrem Billig Reisen und dem Vielfliegerclub beitreten, wo diese Entwicklungen diskutiert werden.

Autor:

Christian Maskos aus Dortmund

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