"British Days + Country Fair" - der Samstag war der Tag der Events

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Die British Days + Country Fair 2011 war auch in diesem Jahr wieder eine Veranstaltung mit ausgeprägtem Erlebnis- und Entertainment Charakter. Denn zusätzlich zur Landmesse wartete auf die Besucher am Samstag und am Sonntag ein ganz besonderes Event-, Kultur- und Sportprogramm.

Mit Dudelsackmusik, gespielt von Ken McKinney wurde auch der Samstag der British Days + Country Fair eröffnet.

Atemberaubend war die sensationelle Falkner-Show, wiederum präsentiert von der „Greifvogelstation Wildgehege Hellenthal“, die bei der Landmesse nicht mehr wegzudenken ist. Die schönsten Prachtexemplare des Wildgeheges - darunter Falken, Bussarde, Adler, Eulen und Geier – flogen von den Zinnen der Linner Burg auf die Faust der Falkner, ganz dicht über den Köpfen der Besucher hinweg.

Auch die traditionelle Hütehundvorführung mit Britischen „Border Collies“ war ein Zuschauermagnet. Die „leidenschaftlichen Arbeiter auf vier Pfoten“ waren ein neues Highlight bei den British Days + Country Fair.

Tom Daume vom Schnuckenhof Daume in Nordheim zeigte bei seinen Vorführungen, was die Faszination Border Collie ausmacht. Entstanden ist diese britische Arbeitshunderasse in den Grenzgebieten zwischen England und Schottland, worauf der Name „Border Collie“ (border = Grenze) zurückzuführen ist. Die Hunderasse fand erst vor gut 35 Jahren den Weg nach Deutschland - zu Landwirten und zu Freunden dieser Rasse.

Im Rahmen Vorführungen präsentierte Tom Daume mit seinen drei Hunden Jesse, Dice und Fly an grauen und weißen gehörnten Heidschnucken, wie Border Collies traditionell in Großbritannien bei der Farmarbeit eingesetzt werden.

Ein guter Hund bewegt sich exakt - wie ferngesteuert - und wird durch Kommandos aus Pfiffen und Lauten in bestimmte Richtungen dirigiert. Dabei hypnotisiert er die Schafe mit starrem Blick und lenkt sie zielgerichtet über den Parcours durch aufgestellte Tore und an Hindernissen vorbei. Auch die anwesenden Kinder wurden aktiv in die Geschehnisse mit einbezogen.

Original Live-Musik wie „Irish Folk“ mit der „Mark Bennett Band“ oder „Dudelsackmusik“ klangen den ganzen Tag über die Landmesse. Mark Bennett aus Dublin, der seit 1994 in Deutschland lebt, hauchte eigene, wie klassische Folk- und Rockkompositionen auf der Bühne neues Leben ein. Begleitet von Martin Bauer aus Münster, gefragte Bassist, der in diversen Bands spielte.

Mit freundlicher Unterstützung von „The Fudge Shop“ zeigte der mehrfache Weltmeister und Pipe-Major „David Johnston“ sein Können.

“Wer hält den Ton am Längsten?” hieß es dann, und Ken McKinney und einige mutige Besucher entlockten dem schottischen Traditionsinstrument mehr oder weniger schöne Töne

„Dinner for One” – oder “The same procedure as every year!” konnte man auch in diesem Jahr wieder sagen, denn das Kult-Bühnenstück war wiederum ein Highlight im Programm. Aufgeführt von Ralph Fellows und Katinka Springborn, unter der Regie von Sonny Pathak standen erneut „The Hamburg Players” auf der Bühne. Der Zwei-Personen-Sketch ist nicht mehr wegzudenken und zur Kult-Darbietung geworden.

Ursprünglich vom englischen Komiker Freddie Frinton und seiner Partnerin May Warden aufgeführt, feiert Miss Sophie in dem Sketch ihren 90. Geburtstag. Wie in jedem Jahr lädt sie dazu ihre vier engsten Freunde ein: Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom.

Diese sind jedoch alle bereits verstorben, weshalb Butler James deren Rollen übernehmen muss. Und hier war die schauspielerische Leistung von Ralph Fellows einfach nur genial.

Die wunderbaren Speisen wie „Mulligatawny soup“ (indische Hühner-Suppe), „North Sea haddock“ (Schellfisch aus der Nordsee), „chicken“ (Hühnchen) und „fruit“ (Obst) servierend, und dazu auch noch den vier imaginären Herren die jeweils von Miss Sophie ausgewählten Getränke (Sherry, Weißwein, Champagner und Portwein) einschenkend, schlüpfte „James“ bravourös in deren Rollen.

Dazu gehört natürlich auch, das James insgesamt elf Mal über den Kopf des Tigerfells stolpert und viele zusätzliche Pointen.

Herrlich dargeboten die Mimik und die Bewegungen des immer betrunkener werdenden Butlers, der nicht nur seine würdevolle Haltung verliert, sondern unzählige Varianten des Einschenkens darbietet und dann versehentlich aus der Blumenvase trinkt und mit dem Verziehen des Gesichts und der Bemerkung "I'll kill that cat!" (Deutsch: „Ich bringe diese Katze um!“) quittiert.

Und auch die Erwartung von Miss Sophie, dass James in der Rolle des Admiral von Schneider mit dem Ausruf „Skål!“ die Hacken zusammenschlägt, und sich dabei den Fußknöchel schmerzhaft anschlägt, brachte Ralph Fellows ebenfalls wunderbar rüber.

Der Dialog des Sketches hat sich durch fortwährende Wiederholung zu Silvester über nunmehr fast fünf Jahrzehnte zu selbstironisierender Tradition konkretisiert.

Der Sketch schlug auch in diesem Jahr ein, und das Publikum jubelte - getreu dem Motto: „The same procedure as every year!“

Humorvolles Straßentheater aus dem Covent Garden in London gab es von „The Grand Theatre of Lemmings“. Unverwechselbare englische Slapsticks wurden von Dave und Mandy, den Erfindern des „Grand Theatre of Lemmings“ dargeboten. Sie sind wahre Spezialisten im Bereich “Outdoor Theatre“.

Ihre kreative Genialität, ihre dynamische Art der Darstellung sowie ihre außergewöhnliche Begabung für „Komik“ prägen den einzigartigen und außergewöhnlichen Stil des sympathischen “Comic-Duos“. Und sie zogen, wie seit ihrem ersten Auftritt in Krefeld im Jahr 1998, wiederum die Zuschauer in ihren Bann und es blieb kein Auge trocken.

Seit mehr als 25 Jahren zählen Dave und Mandy zu den Wegbereitern des Street Theatre in London. Ihre komischen Darbietungen haben die beiden Künstler bislang in 25 Länder dieser Welt gebracht. Dabei sind stets sämtliche Lachmuskeln ihrer Zuschauer strapaziert worden.

Mit ihren Auftritten verwandelten Dave und Mandy das Ausstellungsgelände in eine Kabarett-Hochburg. Comedy, Clownerie, und Spaß vom Feinsten sind dabei die festen Bestandteile ihrer herausragenden Aufführungen.

Neben den Bühnenvorführungen nutzte das “Grand Theatre of Lemmings“ das gesamte Ausstellungsgelände der Burg Linn als große Bühne und geniale „walking acts“ waren zu sehen.

Eine typisch britische Sportart war beim „Gummistiefelweitwurf“ zu sehen. Und beim „World Record Welly Wanging Wettbewerb“ konnte sich jeder als Gummistiefelweitwerfer beweisen und versuchen, den Weltrekord der Männer (63,98 m) bzw. der Frauen (40,87 m) anzugreifen. Ihren Ursprung hat die ungewöhnliche Sportart in der Grafschaft Yorkshire, der größten Grafschaft des Vereinigten Königreichs.

Und so wundert es nicht, dass diese skurrile Sportart seit mehreren Jahren einen festen Platz innerhalb des vielseitigen und abwechslungsreichen Event-Programms bei der Landmesse British Days + Country Fair einnimmt. Die Weltmeisterschaften werden jährlich am letzten Wochenende im Juni während der Sommergala in der Gemeinde “Upperthong“(West Yorkshire) abgehalten.

Die berühmten Scottish Highland Games sind traditionelle Veranstaltungen mit sportlichen Wettkämpfen. Diese waren ursprünglich Bestandteil der Treffen (Gatherings) schottischer Clans in den schottischen Highlands. Dort sind sie auch heute noch zu Hause, finden sich aber auch weltweit überall, wo sich Schotten angesiedelt haben.

Die Games sind eine moderne Fortsetzung einer keltischen Tradition. Hierbei wird der/die Beste auf verschiedenen Gebieten ermittelt. Die bekanntesten Spiele finden alljährlich Anfang September in Braemar statt. Diese stehen unter der Schirmherrschaft von Königin Elisabeth II., deren traditioneller Sommersitz das nahegelegene “Balmoral Castle“ ist und die deshalb regelmäßig persönlich anwesend ist.

Bei den Highland Games trägt der Schotte traditionell keine Sportbekleidung, sondern die schottische Nationaltracht, den Kilt, und dazu kniehohe, schottische Strümpfe.

Die Highlander allerdings, die sich bei der Britsh Days + Country Fair Krefeld präsentierten, waren die stärksten Männern der „Highlander vom Niederrhein“ aus der Nachbargemeinde Kempen. Darunter sehr bekannte Athleten, die bereits in internationalen Highland Games Veranstaltungen ausgezeichnet wurden.

Sie stellten den Besuchern ihre Furcht einflößende Stärke in Wettkämpfen dar, die sich über die fünf berühmtesten Disziplinen (Heavyweights) erstreckten, wie dem Baumstammwurf / „Tossing the Caber“, einem 5 - 7 m hoher Holzstamm, dessen Gewicht zwischen 30 und 65 kg beträgt und nach Regel geworfen wird.

Oder dem Hammerweitwurf (16 Pfund) / „Hammer throw“, der an das bekannte Hammerwerfen erinnert. Die Metallkugel ist allerdings nicht an einem Stahlseil, sondern an einem starren „Holzstiel“ befestigt.

Ebenfalls eine Disziplin der Steinwurf / „Putting the Stone“. Der Stein kommt übrigens aus einem schottischen Flussbett. Hier gibt es zwei Varianten. Bei der ersten Variante wird ein etwa 8-9 kg schwerer Stein wie beim Kugelstoßen mit einer Halbumdrehung gestoßen. Bei der zweiten Variante wird ein etwa 11-12 kg schwerer Stein mit Anlauf gestoßen bzw. geworfen.

Auch nicht schlecht, der Gewichthochwurf (56 Pfund) / „Weight for Height“, eine traditionelle schottische Sportart. Das sphärische oder rechteckige Wurfgerät besteht aus Metall und hat einen Handgriff (dreieckig, rund oder in D-Form). Die Höhe des Wurfgerätes inkl. Handgriff darf nicht mehr als 45,72 cm (18 inches) betragen.

Und dann der Gewichtweitwurf / „Weight for Distance“ (28 Pfund), bei dem das Wurfgerät aus Metall mit einer Hand aus einer rechteckigen Abwurfzone geworfen wird.

Und für die kleinen Besucher gab es „Kinder-Country“ mit dem Paddington Bear, denn die British Days + Country Fair ist ein Fest für die ganze Familie. Dazu gehörten Ponyreiten, Kinderspiele sowie natürlich der Auftritt der in Großbritannien populären Kinderbuchfigur „Paddington Bear“, der die kleinen Besucher bei spannenden Vorlese-Geschichten zum Kinder-Picknick im Grünen einlud.

Unter fachmännischer Anleitung wurde mit den Kleinen Bastel-Arbeiten mit Alpaka-Wolle durchgeführt, wobei sie nicht nur die imposanten Paarhufer selbst, sondern insbesondere auch die aus ihrer hochwertigen Wolle hergestellten Produkte bestaunten.

Und auch die Wohltätigkeit wurde wieder groß geschrieben. Die „Charity-Auktion Teddybär“ ist ein Weiteres wichtiges Event Element. Die Einnahmen aus der am Sonntagnachmittag durchgeführten Versteigerung, bei der Sue Austin von „British Dimension, London“ als Auktionator fungierte, und bei der von den Ausstellern zur Verfügung gestellte Produkte versteigert wurden, kommen der Kinderkrebshilfe in Krefeld zugute.

Die Fanfare zum Abschluss der Veranstaltung wurde gespielt von Ken McKinney, der die Traditionsveranstaltung bis zum kommenden Jahr verabschiedete, wobei jedoch ein künstlerisches Highlight am Samstagabend noch bevorstand, "The Open Air Proms Concert".

Ich möchte auch auf den wunderbaren Bericht von Melanie Patten hinweisen, der hier zu finden ist:

http://www.lokalkompass.de/duisburg/kultur/qbrit-days+country-fairq-2011-in-krefeld-linn-d93821.html

Autor:

Harald Molder aus Duisburg

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