Für den größten Sohn der Stadt nur ein kleines Erinnerungstäfelchen

Links vom Eingang sehen wir die noch verhängte Erinnerungstafel an Rudolf Schock
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Die Menschen, die gestern zur Einweihung der Erinnerungstafel an den 100. Geburtstag von Rudolf Schock zum Stadttheater gekommen waren, konnte man die Schamesröte ansehen.

Vergeblich suchten diese die Tafel, die an den in Hochfeld aufgewachsenen großen Tenor erinnern soll, der seine Karriere am Stadttheater in Duisburg begann. Es war auch schwer, misst diese doch gerade einmal das DIN A 4 Format.

"Eine Peinlichkeit sondersgleichen!" - "Mehr hat man für diesen weltberühmten Künstler nicht übrig!" - "Das ist doch blamabel!" - "Dann besser gar keine Tafel!" - "DIN A 5 war wohl aus!"

Dieses waren noch die nettesten Umschreibungen dessen, was die Duisburger und Gäste hier miterleben mussten, als OB Sören Link und Kulturdezernent Thomas Krützberg die Tafel enthüllten, oder besser gesagt

"das Täfelchen"

Das der Denkmalschutz des Gebäudes die Tafelgröße leider bestimmt hat, wurde durch den OB in seiner Begrüßungsrede noch einmal hervorgehoben.

Nach einem Gespräch mit der Unteren Denkmalbehörde, das der Denkmalschutz einer größeren Tafel im Wege stand, so wie es der OB erklärt hatte, entbehrt jeglicher Realität, wie man es mir erklärte.

"Man hat seitens der Stadtverwaltung nur angefragt, ob eine Tafel am Gebäude angebracht werden kann. Die Größe war nie ein Thema!" erklärte man mir.

"Und auf der anderen Seite vom Eingang hängt ja eine DIN A 2 Tafel mit der Geschichte des Gebäudes! Also kann dieses schon nicht stimmen!"

"Dazu gehört schon reichlich Chuzpe, dieses öffentlich so kundzutun und zu wissen, dass man die Unwahrheit sagt!"

Auch Alt OB Josef Krings, der einige persönliche Erinnerungen an seine Begegnung mit Rudolf Schock in der Ruhrorter "Postkutsche" erzählte, brachte seinen Unmut noch einmal klar zum Ausdruck:

"Etwas mehr als 30 Quadratzentimeter wären ja wohl angebrachter gewesen!"

Durch das anschließende Konzert führte bravourös Moderator Axel Fuhrmann. Herrliche Melodien, vorgetragen durch Tenor Michael Pflumm und das "Trio Sorrentino" mit Christiane Schwarz (Violine), Wolfgang Schindler (Violoncello) und Martin Fratz (Klavier) wechselten mit Filmszenen und Tondokumenten von Rudolf Schock.

Und auch die Ausstellung, die von der ZEITZEUGENBÖRSE DUISBURG mit gestaltet wurde, entschädigte die Gäste für den "Fauxpas" bei der Tafeleinweihung.

In Düren, wo Rudolf Schock bis zu seinem Lebensende wohnte, geht man doch etwas anders mit der Erinnerung an den bekannten Künstler um.

Autor:

Harald Molder aus Duisburg

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