So fühlt sich "Corona" an
Was Duisburger Corona-Patientin berichtet, kann Mut machen

Die Angst vor dem Coronavirus ist bei vielen Menschen sehr groß. Wie aber ist es, wenn das Virus einen tatsächlich erwischt hat?
  • Die Angst vor dem Coronavirus ist bei vielen Menschen sehr groß. Wie aber ist es, wenn das Virus einen tatsächlich erwischt hat?
  • Foto: leo2014/Pixabay
  • hochgeladen von Sabine Justen

Der Husten noch hartnäckig, die Stimme noch etwas belegt. Doch die Duisburgerin hat (fast) hinter sich, wovor sich so viele in diesen Tagen fürchten: die Infektion mit dem Coronavirus. Ihr geht es von Tag zu Tag besser.

Die Endfünfzigerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, berichtet am Telefon von ihren Erlebnissen, vom Krankheitsverlauf, der Quarantäne und von ihrer Sorge um die Alten und Schwachen, die besonders durch das Virus gefährdet sind. Angesteckt hat sie sich bei einem Chorwochenende außerhalb Duisburgs mit Teilnehmern aus ganz NRW. Darunter ein Mann aus Heinsberg, der dann am Dienstag seinen Mitsängerinnen und -sängern per Mail mitteilte, dass er infiziert ist.

Am Mittwoch bereits zeigten sich dann auch erste Symptome bei der Duisburgerin, die zuvor vorsorglich ihre Kontakte informiert, Verabredungen abgesagt hatte und ihrem Arbeitsplatz selbstverständlich fern blieb. Trockener, starker Husten, leichtere Hals- und Kopfschmerzen, abends Fieber. Meist um 38,5 °C, Höchststand 39,2 °C. Vor allem aber Müdigkeit und Abgeschlagenheit. "Ich habe mich drei Tage lang total schlapp gefühlt." Am vierten Tag ging's wieder aufwärts. "Ich hab's eher wie eine Erkältung, höchstens wie eine leichte Grippe empfunden", sagt sie. Ein glimpflicher Verlauf. Glück gehabt.

Glimpflicher Verlauf

Weniger glücklich, vielmehr chaotisch hat die Duisburgerin die Kommunikation mit den zuständigen Stellen empfunden. Erst den Hausarzt angerufen, der aufs Krankenhaus verwies, das wiederum nach kurzfristiger Zuständigkeitsänderung den städtischen Kontakt ins Spiel brachte. Eine engagierte Ärztin konnte schließlich vermitteln.

Donnerstag rückte das mobile Test-Team der Stadt an, um, in verständlicher Vermummung, im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses den Abstrich zu nehmen. Ein öffentliches Schauspiel. Nicht nur glück-, sondern auch etwas würdelos. Freitagabend kam das Ergebnis. Und fiel, wie vermutet, aus: Corona-Infektion.  Ihr Mann wurde am Samstagvormittag getestet. Diesmal verlief die Testung entspannter, routinierter. Sein Ergebnis am Sonntagabend: ebenfalls positiv. Allerdings ein noch glimpflicherer Verlauf, ohne Fieber. Hätte man beide Tests nicht in einem "Abwasch" machen können? Wohl nicht. Getestet wird erst, wenn jemand tatsächlich Symptome entwickelt.

Am vierten Tag ging's wieder aufwärts

Noch ist das Ehepaar in Quarantäne, darf erst wieder unter Menschen, wenn ein abschließender Test zeigt: virusfrei! Bis dahin werden sie von lieben Freunden und Nachbarn versorgt, die die Einkäufe vor die Tür stellen. Bis dahin heißt es: lesen, telefonieren, mailen. Die Zeit in häuslicher Isolation irgendwie zu gestalten. "Die Quarantäne ist so was von nervig." Aber unumgänglich.
So wenig "schlimm" die Corona-Infektion für die Duisburgerin und ihren Mann auch war, ist für sie doch jetzt vor allem eines wichtig: "Schützt die Alten und Vorbelasteten!"

Autor:

Sabine Justen aus Duisburg

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