Viel Lob fürs Mountainbike-Nonstop-Rennen im Landschaftspark Duisburg-Nord
„Mega Event“ am Monte Schlacko

An der Wechselstation war den ganzen Tag über Betrieb. Die Teams tauschten hier ihre Fahrer, um sich die 24 Stunden einzuteilen. Mit 2.000 Fahrern war das Rennen wieder bestens besetzt.
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  • An der Wechselstation war den ganzen Tag über Betrieb. Die Teams tauschten hier ihre Fahrer, um sich die 24 Stunden einzuteilen. Mit 2.000 Fahrern war das Rennen wieder bestens besetzt.
  • Foto: Marcel Faßbender
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Die 15. Auflage der "ROSE 24H von Duisburg presented by Rheinpower 2019" ist Geschichte. Und sie hat viele kleine und große Geschichten geschrieben. Zum Beispiel ein Liebespaar, das die Solo-Kategorien gewonnen hat, und ein Duell um den Gesamtsieg, das erst in der letzten Runde zugunsten des achtköpfigen Teams Wüster Radladen entschieden wurde.

Alles in allem war der Mountainbike-Dauerbetrieb im Landschaftspark Nord mit 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieder das, was man aus 15 Jahren kennt: „Ein mega Event.“
Ob nun links rum oder rechts rum, die "ROSE 24H von Duisburg presented by Rheinpower 2019" funktionieren in beide Richtungen. Für das kleine Jubiläum in der Industriekulisse hatten die Organisatoren der Skyder Event & Track Company die Fahrtrichtung ja umgedreht. Fazit: es hat funktioniert.
Pierre Bischoff wird es egal gewesen sein, wie rum gefahren wurde. Der Solofahrer war mehr mit seinem Schlüsselbeinbruch beschäftigt, den er sich bereits in der ersten Runde zugezogen hatte. Der Duisburger schaffte es, die Verletzung zu ignorieren, und das Adrenalin tat den Rest. Mit 75 Runden gewann er die Wertung mit zwei Runden Vorsprung auf Stefan Veen und fünf Runden vor Mathias Göbel.
Diese Umstände und dass er und seine Freundin, die Schweizerin Noemie Chiarello, sich im Ziel gegenseitig mit Küsschen zum Sieg beglückwünschen konnten, geht sicherlich in die Geschichte der 24 Stunden im Landschaftspark ein.

Das gilt auch für das Duell, das sich um den Gesamtsieg abspielte. Zu Beginn diktierte das Achter-Team Mondraker Rockets das Geschehen. Wobei sich das zu deutlich anhört, denn Titelverteidiger Wüster Radladen, ebenfalls mit acht Mann bestückt, blieb immer in der gleichen Runde.
In der Nacht verschoben sich die Kräfte nach und nach und am Sonntagmorgen lag der Wüster Radladen 56 Sekunden vor den Raketen. Es blieb spannend bis zum Schluss, genauer bis zur letzten Runde. Für die Mondraker Rockets lösten sich auf den letzten 7,5 Kilometern die verbliebenen Chancen allerdings in Luft auf. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Schlussfahrer Dominik Gierse holte sich einen Plattfuß.

Spannung bis zum Schluss

So stand erneut der Wüster Radladen mit 95 gefahrenen Runden ganz vorne im Klassement, im Gegensatz zu 2018 hatten sie diesmal allerdings acht Fahrer an Bord. Im Vorjahr waren sie als Vierer-Team erfolgreich.
Das beste Vierer-Team war die Cycle Culture Company auf Gesamtrang drei (91 Runden). Sie lagen eine knappe Runde vor Team2Beat powered by Bergamont.
Der ROSE Bikes Hero, Titel für den Fahrer, der einen Kletterabschnitt am Monte Schlacko am schnellsten bewältigt, kam auch aus dem Wüster Radladen. Lennart Voege war in 35,76 Sekunden am schnellsten. Bei den Damen war das Jutta Schubert (49,92).

Wo Rennen gefahren werden, geht es auch um Sieger und Platzierte, klar. Doch beim Kult-Event im Landschaftspark Nord geht es um viel mehr als um Gewinner. Verlierer gibt es da schon mal gar nicht, denn es ist egal, ob man auf Rang 1 oder 397 gelistet ist. Es geht um das Erlebnis bei Tag und Nacht und den Spaß dabei, den haben alle. Gänsehaut-Feeling beim Zieleinlauf inklusive.
„Ein Mega Event“, ein „mega tolles Erlebnis, wir haben es in vollen Zügen genossen“ oder „riesen Kompliment“ lauteten die Kommentare in den sozialen Medien und auch direkt vor Ort.

Die neue, umgekehrte Streckenführung sorgte nicht nur bei den regelmäßigen Duisburg-Startern für Abwechslung, sondern fand prinzipiell viel Anklang. Eine extra Schleife mit Passage am Bierwagen vorbei war ein zusätzlicher Stimmungsfaktor. Vom berüchtigten Monte Schlacko herunter gab es eine Schikane, die irgendjemand dann „Schlackolino“ taufte. Das könnte eine Marke werden.
Die Stimmen, die für die „Jubiläumsrichtung“ als dauerhafte Einrichtung votierten, waren weit verbreitet. „Die Strecke rückwärts hat mir super gefallen. Dieses Jahr war das Fahren extrem entspannt.(...) super Veranstaltung“, schrieb etwa Jörg Niemann.

Ob das dann 2020 dann auch so gemacht wird, das ist erst mal noch offen. „Es ist gar nicht so einfach, sondern ein ganz schöner Aufwand die Strecke umzudrehen. Aber wir haben jetzt das Set-up für beide Richtungen“, erklärt Stephan Salscheider von Skyder. „Wie rum wir 2020 fahren, das werden wir aber per Umfrage die Teilnehmer entscheiden lassen.“
Das Wetter spielte auch mit, zumindest am Samstag und am Sonntag. Am Freitag mussten die Kinder ihre Rennen bedauerlicherweise im strömenden Regen austragen, das hätte man sich anders gewünscht. Der Strecke aber tat das Wasser ganz gut, so war es bei den 24 Stunden nicht ganz so staubig und auf dem Kurs ein wenig griffiger.
Stephan Salscheider sprach bilanzierend von einem „würdigen Jubiläum“, er und seine Crew seien „vollkommen zufrieden“ mit dem Verlauf. Es gab in der Nacht diesmal keine Zwischenfälle, nur in den ersten Stunden, wenn es üblicherweise richtig nervös zugeht.

AC/DC- oder Schlager-Kurve?

Eins aber gab Salscheider, der mit im Veranstalter-Team selber Runden drehte, zu denken. In der AC/DC-Kurve, wo Fans aus Moers seit über zehn Jahren Quartier beziehen und mit ihrer Musik-Anlage die Pedaleure zu höherem Rhythmus animieren – traditionell auch mit Songs von AC/DC – drang plötzlich Helene Fischer an seine Ohren. „Also das gibt zu denken“, meinte Salscheider mit Augenzwinkern. Vielleicht haben die Moerser das mit der umgekehrten Richtung auch in Sachen Musikauswahl umgesetzt? „Vielleicht muss man die Passage dann in Schlagerkurve umbenennen“, fragte sich Salscheider lachend.
AC/DC- oder Schlager-Kurve, auch das ist eine der vielen Geschichten, die das Mountainbike-Event im Ruhrgebiet so unvergleichlich machen.

Alle weiteren Informationen hier 

An der Wechselstation war den ganzen Tag über Betrieb. Die Teams tauschten hier ihre Fahrer, um sich die 24 Stunden einzuteilen. Mit 2.000 Fahrern war das Rennen wieder bestens besetzt.
Am Berg wurde es wieder richtig anspruchsvoll.
Autor:

Lokalkompass Duisburg aus Duisburg

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