Menschen Hoffnung geben: 25 Jahre Caritas-Bosnienhilfe und kein Ende in Sicht

Hilfe zur Selbsthilfe: Einer mittellosen Familie aus Kakanj verhalf die Caritas-Bosnienhilfe, vertreten durch Heribert Hölz (r.) zu einer Kuh.
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Immer noch Bosnien? "Herr Hölz, wir haben doch andere Probleme, bei denen wir helfen sollen!" so hört es der engagierte, ehrenamtlich tätige Mitarbeiter der Caritas Duisburg öfter. "25 Jahre, wie lange noch?"

Es gibt die Caritas-Bosnienhilfe, initiiert von Heribert Hölz, seit über 25 Jahren. "Ich weiß, dass ich das Land nicht verändern kann. Dafür sind wir viel zu unbedeutend. Aber wir können einigen Menschen Hoffnung geben, ihnen bei der Bewältigung ihrer erheblichen Probleme zu helfen," sagt er. "Außerdem ist es doch besser, Menschen vor Ort zu helfen, als dass sie ihr Land verlassen und zu uns nach Deutschland kommen!"

Vor einigen Wochen ist Hölz zum 87. Mal in dem immer noch krisengeschüttelten Balkanland gewesen und hat einige Projekte gefördert, zum Beispiel indem er Kleinbauern half, sich selbst zu helfen. Sie bekamen eine kleine Schafherde - fünf Muttertiere und einen Schafbock. Damit hat die Familie immer Milch, immer Brotaufstrich, immer Käse, immer Wolle. "Das ist ein bescheidener Anfang, ihr Leben selbst zu meistern in einem Land, in dem die Korruption blüht und große Arbeitslosigkeit herrscht. Junge Menschen verlassen das Land, weil sie keine Perspektive haben, obwohl sie gut ausgebildet sind."

Großes Elend

Was Hölz auf seiner letzten Fahrt durch Bosnien erlebt hat, liest sich wie ein Märchen, ist aber leider die Realität. Hölz erzählt: "Ich besuchte mit meiner Frau und drei Begleiterinnen, die der Bosnienhilfe nahestehen, unter anderem eine Familie mit vier Kindern, die ohne Hilfe von außen kaum überleben können. Grundsicherung Sozialhilfe - Fehlanzeige. Natürlich sind der Vater und die Mutter ohne Arbeit. Wovon lebt denn diese Familie? Diese Frage drängt sich auf. Derzeit lebt sie davon, dass die beiden ältesten Kinder, zehn und zwölf Jahre, Pilze sammeln im Wald und versuchen, sie zu verkaufen."

Dass es in Deutschland auch arme Menschen gibt, ist leider ebenso Realität. Aber diese Armut in Bosnien habe eine andere "Qualität". Das sei nicht arm, das sei Elend, meint Hölz.
Jetzt vor Weihnachten wird überall für verschiedene Projekte weltweit gesammelt. Die Bosnienhilfe ist am Niederrhein bekannt, wird von vielen Menschen unterstützt, weil sie wissen: Diese Hilfe, notwendig, um Not zu wenden, kommt an.

Hilfe darf nicht enden

Heribert Hölz fährt deshalb immer wieder ins einstige Bürgerkriegsland. Trotz seiner 75 Jahre ist er noch jeden Tag im Caritasbüro in Buchholz und organisiert die Hilfe. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Seine Frau Ursula hat wieder angefangen, Marmelade zu produzieren, deren Verkaufserlös der Suppenküche in Zenica/Zentralbosnien zugute kommt. Natürlich sollen die Ärmsten der Armen weiter mit Essen versorgt werden. Dafür benötigt Hölz jährlich 30.000 Euro. Natürlich gibt es noch die Familienpatenschaften, dafür braucht Hölz jährlich 25.000 Euro. Und natürlich gibt es noch die Alten-und Krankenhilfe, dafür sind jährlich weitere 25.000 Euro erforderlich. Die Aufzählung der Projekte ist längst nicht vollständig.

Kontakt
=> Weitere Informationen bei Heribert Hölz unter Tel. 02845/5686 nachmittags und abends oder vormittags unter Tel. 0203/449859-16. 

Hilfe zur Selbsthilfe: Einer mittellosen Familie aus Kakanj verhalf die Caritas-Bosnienhilfe, vertreten durch Heribert Hölz (r.) zu einer Kuh.
Heribert Hölz, seine Frau Ursula und die drei Begleiterinnen auf seiner letzten Hilfstour durch Bosnien wurden von Professor Tomo Kuezevic, Präsident der Caritas Bosnien-Herzegowina, empfangen.

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