Wohnungsmarkt
Mietpreise im 10-Jahres-Vergleich – geteiltes Bild in NRW

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Die Mieten in der Bundesrepublik kannten in den letzten zehn Jahren nur eine Richtung: Sie legten auf Bundesebene überproportional zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine Immowelt-Studie, die die Angebotsmieten in deutschen Metropolen vergleicht. Eine Ausnahme bildet Nordrhein-Westfalen. Hier ist das Bild geteilt.

Ein 10-Jahresvergleich des Fachportals Immowelt verdeutlicht, dass die Mieten in den letzten Jahren überproportional gestiegen sind. Im Vergleich zu 2009 haben die Angebotsmieten in deutschen Großstädten deutlich zugelegt, in Berlin haben sie sich sogar mehr als verdoppelt. Auch in München mussten Mieter starke Preissteigerungen von bis zu 61 Prozent in Kauf nehmen. Durchschnittlich belaufen sich die Quadratmeterkosten dort mittlerweile auf 17,70 Euro.

So entwickelten sich die Mieten in Nordrhein-Westfalen

Sowohl im Osten Deutschlands als auch in NRW ergibt sich ein anderes Bild. Während Leipzig von dem Aufschwung profitierte und die Mieten um 42 Prozent stiegen, mussten Vermieter in Rostock ein Minus von 5 Prozent hinnehmen. In Nordrhein-Westfalen verteuerten sich die Mieten vorwiegend in den Rheinmetropolen sowie in den Studentenstädten in starkem Maße. In den Großstädten des Ruhrgebietes stiegen sie moderat an.

In Düsseldorf stiegen die Mieten im Zehn-Jahres-Vergleich stark an. Foto: Ich bin dann mal raus hier / pixabay.com

Grund für die geteilte Mietentwicklung in Nordrhein-Westfalen ist die Wirtschaftsstärke der Metropolen. Es gibt in NRW wirtschaftsstarke und strukturschwache Städte. Zwar haben auch letztere bei den Mieten zulegen können, mussten sich aber mit deutlich geringeren Wachstumsraten zufriedengeben. Während beispielsweise Paderborn um 42 Prozent und Düsseldorf um 36 Prozent zulegen konnten, belief sich das Plus in Hagen nur auf 17 Prozent. In Duisburg wurde immerhin noch eine Steigerung von 22 Prozent erreicht.

Die Mietunterschiede zwischen den Städten sind enorm. Während Köln und Düsseldorf mittlerweile auf Quadratmetermieten von über 10 Euro kommen, lässt es sich in Hagen und Gelsenkirchen für rund 6 Euro je Quadratmeter noch recht günstig wohnen.

Inflation von 14 Prozent, Mietsteigerungen bis zu 104 Prozent

Während die Inflation in den letzten zehn Jahren bei 14 Prozent lag, stiegen die Mieten um bis zu 104 Prozent an. Zwar wurden deutschlandweit unterschiedliche Steigerungen erzielt, doch teilweise müssen Mieter mittlerweile doppelt so viel Miete zahlen wie noch 2009. Am gravierendsten war die Mietentwicklung laut der Immowelt-Studie in Berlin mit einem Plus von 104 Prozent. In München stiegen die Angebotsmieten mit 61 Prozent ebenfalls deutlich stärker als die Inflation. In Nürnberg kletterten die Mieten um 52 Prozent und in Hannover um 48 Prozent nach oben.

Begünstigt wurde die Mietentwicklung vor allem durch einzelne Faktoren wie einen starken Zuzug und das vergleichsweise geringe Wohnraumangebot. Die Metropolen gelten als attraktiver Wohnraum und steigende Mieten können daran nur wenig ändern. Die Regierung versuchte zwar mit Maßnahmen wie dem Mietendeckel beziehungsweise der Mietpreisbremse der Entwicklung entgegen zu wirken, gelungen ist das bislang aber nicht. Auch vereinzelte Maßnahmen aus den Kommunen zeigen meist nicht den gewünschten Effekt.

Hipp ist nicht immer lebenswert: Warum B-Städte wie Duisburg manchmal angenehmer sind

Der Immobilienmarkt teilt Deutschlands Städtelandschaft unter anderem in A- und B-Städte ein. Städte mit einem umkämpften Markt wie Köln und Düsseldorf zählen zu den A-Städten und haben mit gravierenden Mietpreissteigerungen zu kämpfen. Duisburg und Hagen hingegen sind klassische B-Städte. Hier ist der Markt entspannter und der Wohnraum bezahlbar.

Duisburg zeichnet sich durch günstige Mieten aus. Foto: Andreas Poznanski / pixabay.com

Auch wenn der Ruf einiger B-Städte wie Duisburg zu wünschen übriglässt, lohnt es sich, dort gezielt nach einer Wohnung zu suchen.

Zum einen sind die Mieten in Duisburg deutlich günstiger als beispielsweise in Düsseldorf und damit auch für unterschiedliche Berufsgruppen erschwinglich, zum anderen ist das Angebot umfassender. So gibt es kaum Wartelisten bei den Wohnungsgesellschaften. Auch der Alltag lässt sich oft bequemer organisieren: Während Ärzte in großen Metropolen wie Düsseldorf häufig ausgelastet sind oder einen Aufnahmestopp haben, ist die Lage in den B-Städten wie Duisburg entspannter.

Ähnlich entspannt gestaltet sich die Kinderbetreuung. In aufstrebenden, hippen Städten gibt es in dieser Hinsicht häufig Engpässe. Weder in der Kindertagespflege noch in Kindertagesstätten steht ausreichend Platz zur Verfügung. In sogenannten B-Städten ist die Konkurrenz um einen Platz in der Kinderbetreuung bei weitem nicht so groß.

Insgesamt gestalten sich Leben und Alltag in diesen Städten ruhiger. Dies betrifft sowohl den Verkehr als auch die Parkplatzsuche und das Kundenaufkommen in Geschäften. Freizeiteinrichtungen sind nicht so überlaufen, wodurch der Erholungs- oder Erlebniswert höher ist.

Fazit

Die Mieten in deutschen Metropolen brechen weiter Wachstumsrekorde. Mit Steigerungen von bis zu 104 Prozent legen sie schneller zu als die Inflationsrate. Grund sind die hohe Nachfrage und das hippe Image einiger Großstädte wie Berlin, München, Düsseldorf und Köln. Das hat aber auch zur Folge, dass immer mehr Haushalte mit hohen Mieten zu kämpfen haben. Eine gute Alternative sind sogenannte B-Städte, die zwar weniger hipp, dafür aber deutlich günstiger sind.

Autor:

Volker Müller aus Dortmund

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