Dem eigenen Leben wieder Struktur und Richtung geben
Sozialtherapeutische Wohngemeinschaft in Rheinhausen feierte 40-jähriges Jubiläum

STWG, Standort Maiblumenstraße 2003 bis heute
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  • STWG, Standort Maiblumenstraße 2003 bis heute
  • Foto: Diakoniewerk Duisburg
  • hochgeladen von Martina Mengede

Am 10. Juli feierte die Sozialtherapeutische Wohngemeinschaft (STWG) in Duisburg-Rheinhausen offiziell ihr 40-jähriges Bestehen. In der Einrichtung des Diakoniewerks Duisburg verbrachten die Mitarbeitenden des Hauses und die aktuellen Bewohner gemeinsam mit der Geschäftsführung, Gesellschaftern und anderen Mitarbeitenden des Werkes sowie Kooperationspartnern und Freunden einen kurzweiligen Vormittag an der Maiblumenstraße. Auf dem Programm der Jubiläumsfeier standen Grußworte des Diakoniewerk-Geschäftsführers Udo Horwat, eine Andacht des Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg, Pfarrer Armin Schneider, ein Blick auf Vergangenheit und Gegenwart der Einrichtung in Form kurzer Interviews, die der langjährige, frühere Leiter Peter Duesing führte, sowie ein gemeinsames Singen aller Anwesenden mit musikalischer Begleitung.

Im Rahmen einer Gemeinschaft sinnvolle Alternativen entwickeln

Die Sozialtherapeutische Wohngemeinschaft (STWG) wurde im Juni 1978 gegründet, um Hilfesuchende aufzunehmen, die in einer Gemeinschaft ein eigenständiges Leben erlernen wollten. Die Einrichtung startete mit 12 Plätzen, damals noch für junge Männer und Frauen mit Schwierigkeiten in der Familie oder in der Schule, mit Drogenproblemen, Kriminalität, Wohnungslosigkeit usw. Seit 1979 gehört die STWG zum Diakoniewerk Duisburg, das im selben Jahr, damals noch als „Diakoniewerk für Sozialtherapie“ gegründet worden war. Seit 1995 werden ausschließlich männliche Klienten aufgenommen.

„Im Rahmen einer Gemeinschaft zu den persönlichen Stärken finden“, dies beschreibt das Angebot der STWG in Kurzform und ist heute genauso aktuell wie vor 40 Jahren. Alle Bewohner kommen in der Regel aus instabilen sozialen Verhältnissen, die meisten haben Erfahrungen mit Haftstrafen, Suchtmittelkonsum, zerrütteten Familienverhältnissen und Gewalt. Selten haben die jungen Männer eine berufliche Beschäftigung oder eine eigene Wohnung. Die Mehrheit von ihnen nutzt mit der Therapie die Möglichkeit der Anwendung des Paragraphen 35 des Betäubungsmittelgesetzes „Therapie statt Strafe“. Martin Langenbach, Diplom-Psychologe und Leiter der STWG, erklärt: „Unser grundlegendes Ziel ist es, mit den Klienten eine Entscheidung für eine veränderte Lebensführung zu entwickeln, zu festigen und diese im Behandlungsalltag einzuüben als sinnvoll erlebte Alternative zum bisherigen Lebensstil.“ Die Therapiezeit beträgt in der Regel neun bis zwölf Monate, danach erhalten die Klienten bei Bedarf weitere Unterstützung bei der Suche nach ergänzenden Angeboten oder Nachsorgemaßnahmen. Die STWG hat aktuell 19 stationäre Plätze, jährlich werden rund 60 Klienten betreut. Seit der Gründung 1978 hielten sich über 1.500 Klientinnen und Klienten in der STWG auf. Martin Langenbach freut sich: „Die STWG ist in Rheinhausen sehr gut in die Nachbarschaft integriert. Wir können immer wieder Klienten für externe Praktika in örtliche Betriebe vermitteln und unsere sportbegeisterten Männer schließen sich gerne den örtlichen Sportvereinen an“.

STWG, Standort Maiblumenstraße 2003 bis heute
Zum 40. Geburtstag der STWG gratulieren (v.l.n.r.): Peter Duesing (Leiter der STWG von 1997-2018), Martin Langenbach (Leiter der STWG seit 2018), Ruth Stratmann (Geschäftsführerin des Diakoniewerks Duisburg), Armin Schneider (Superintendent des Ev. Kirchenkreises Duisburg) und Udo Horwat (Geschäftsführer des Diakoniewerkes Duisburg).
Autor:

Martina Mengede aus Duisburg

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