Schlechte Nachrichten für den Flughafen Weeze
Ryanair vor dem Abflug?

Eine Ryanair-Maschine am Flughafen Weeze. Ein Rückzug des Billigfliegers vom Niederrhein hätte gravierende Folgen. Foto: Archiv
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  • Eine Ryanair-Maschine am Flughafen Weeze. Ein Rückzug des Billigfliegers vom Niederrhein hätte gravierende Folgen. Foto: Archiv
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Nach übereinstimmenden Meldungen verschiedener Medien hat die Fluggesellschaft Ryanair in einem internen Schreiben angedeutet, noch in diesem Jahr ihre Maschinen vom Flughafen Weeze abzuziehen. 

Vorausgegangen waren Diskussionen des Unternehmens mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) über Gehaltskürzungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise und dem daraus folgenden Einbruch bei den Buchungen. Ryanair soll die Piloten zu einem Gehaltsverzicht von rund 20 Prozent aufgefordert haben. Diese Forderung sei von den bei der Ryanair-Tochter Malta Air beschäftigten Piloten aus Deutschland zurückgewiesen worden.

Nun bringt der Billigflieger den Abzug seiner Flotte ins Gespräch. Dabei deutet Ryanair an, neben Weeze auch die Standorte Berlin-Tegel (der Flughafen soll ohnehin im Herbst geschlossen werden) und Hahn im Hunsrück im Visier zu haben. Rund 170 Piloten wären von einer Kündigung bedroht. 

Würde Ryanair seine Basis in Weeze aufgeben müsste dies nicht automatisch das Ende des dortigen Flugbetriebs der Airline bedeuten. Die Maschinen können auch im angrenzenden Ausland stationiert sein und den Niederrhein dennoch anfliegen. Laut Homepage des Flughafens startet und landet in Weeze neben Ryanair aktuell nur Corendon Airlines.

„Flughafen wichtiger Standortfaktor für Rhein-Ruhr“

„Ein Abzug der Ryanair-Flotte wäre ein ernst zu nehmender Verlust für den Flughafen Weeze", unterstreicht auch Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer. Dies bedeute jedoch nicht, dass er schließen muss: "Der Flugbetrieb durch Ryanair und weitere Gesellschaften ist weiter möglich, die Kostenstrukturen des Airport sind mit die besten am Markt. Der Kreis Kleve und die Gemeinde Weeze stehen hinter dem Flughafen. Auf dieser Basis ist es jetzt entscheidend, tragfähige Konzepte für eine dauerhafte Sicherung zu schaffen. Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe, um den Kreis Kleve und den Niederrhein im Wettbewerb der Standorte auch in Zukunft erfolgreich vermarkten zu können. Nach einer Phase der Marktkonsolidierung gehen wir davon aus, dass der Airport das ihm zugeschriebene Potenzial wieder erschließen wird."

Der Airport Weeze sei ein wichtiger Standortfaktor für die Metropole Rhein-Ruhr. Mit einem Passagieraufkommen von 1,23 Millionen Fluggästen im letzten Jahr habe er sich im Wettbewerb der Standorte behauptet. Mit dem Blick auf eine Großveranstaltung sagt Dietzfelbinger: "Das Parookaville-Festival hat eine auch internationale Ausstrahlungs- und Anziehungskraft entwickelt. Für den Niederrhein ist es wirtschaftlich gesehen ein wichtiger Faktor, zusätzlich wirkt es imagebildend für die Region. Es ist auf dem Gelände des Flughafens entstanden und ohne ihn in der jetzigen Form nicht denkbar.“

Eine Ryanair-Maschine am Flughafen Weeze. Ein Rückzug des Billigfliegers vom Niederrhein hätte gravierende Folgen. Foto: Archiv
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger. Foto:  Niederrheinische IHK/Michael Neuhaus
Autor:

Marc Keiterling aus Essen

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