So wie Assauer ergeht es vielen

Dr. Hartmut Fahnenstich, Memory Clinik Essen-Bergeborbeck. Foto: privat
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Rudi Assauer, ehemaliger Manager des Gelsenkirchener Fußballclubs Schalke 04, hat es getan: Er hat Alzheimer und ist damit an die Öffentlichkeit gegangen. Damit könnte er Türen öffnen für viele Patienten und die schwere Einsicht erleichtern, selbst davon betroffen zu sein und sich helfen zu lassen. Dies erhofft man sich jedenfalls in der Essener Memory Clinic an der Germaniastraße, wo auch Assauer in Behandlung ist.
In enger Kooperation mit dem jeweiligen Hausarzt werden in der ambulant gerontologischen Beratungsstelle, zugehörig zum Elisabeth-Krankenhaus, seit Ende 1990 Alzheimer-Patienten behandelt. Derzeit sind das um die 1.000 pro Jahr. Schwerpunkte sind vor allem die Früherkennung sowie frühzeitige Behandlung. Es finden Gespräche in Einzel- und Gruppensitzungen statt, insbesondere auch für die Angehörigen betroffener Patienten. Denn vor allem die Unterstützung und Begleitung spielt eine wichtige Rolle. „Viele Betroffene gestehen sich das Problem selber gar nicht erst ein“, weiß Dr. Hartmut Fahnenstich von der Memory Clinic. Angehörige müssen auch intensiv geschult werden in dem Umgang mit dem Alzheimer-Kranken, mit Verzweiflung und Wutausbrüchen - wenn etwa mal wieder das Geld im Kühlschrank liegt - umgehen lernen.
Weitere Infos erhalten Interessenten bei der Alzheimer Gesellschaft Essen c/o Memory Clinic, Tel. 0201 / 89 76 133.

Drei Fragen an ... Dr. Hartmut Fahnenstich

1. Welches sind erste Anzeichen für Alzheimer und wohin wende ich mich?
Im Frühstadium werden üblicherweise Kleinigkeiten wie Namen vergessen, es folgen Einschränkungen im täglichen Leben. Zum Beispiel muss die Hausfrau ein Rezept heraussuchen, dass sie eigentlich aus dem Effeff beherrscht. Erste Anlaufstelle ist grundsätzlich der Hausarzt, mit dem wir als Spezialeinrichtung dann aber bereits bei Untersuchung, Diagnostik und eben der späteren Therapie eng zusammen arbeiten.

2. Alzheimer - Und dann?
Es muss nicht immer Alzheimer sein. Ursache für Vergesslichkeit können auch Stress und Depressionen sein, und auch Bluthochdruck kann zu ähnlichen Symptomen führen. Wenn die Diagnose aber steht, erfolgt die Therapie, einmal auf medizinischer Ebene, durch Medikamente, und dann die Milieutherapie, also die Betreuung durch die Angehörigen.

3. Wie hoch ist die Lebenserwartung eines Alzheimer-Patienten?
Alzheimer ist eine tödliche Krankheit; Die Lebenserwartung ist eingeschränkt. Von der Diagnose bis zum Tod vergehen meist maximal zehn Jahre. Das ist aber natürlich auch vom Lebensalter des Erkrankten abhängig, zudem ist mittlerweile eine Verzögerung um mehrere Monate durch entsprechende Betreuung und medikamentöse Behandlung möglich.

Autor:

Sara Drees aus Dortmund

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