Glückwunsch, Otto Rehhagel! Trainerlegende wird heute 80!

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In seiner zweiten Arbeitskluft (1960, Essen): Mit seinem Wechsel zu RWE pinselte Rehhagel für 540 DM im Monat bei der Essener Coca-Cola-Niederlassung. Als Vertragsspieler erhielt er eine Entschädigung von 160 DM, dazu gab es zum Einstand einen VW-Käfer. Foto: RWE-Archiv
 
Tipps für den Nachwuchs: Als Bolzplatz-Pate bewies Rehhagel letztes Jahr, dass er noch so manchen guten Rat für die Jugend hat. Archivfoto: Müller/JHE

Man sieht es ihm nicht an und so mancher wünscht sich sicher seine athletische Figur und körperliche Fitness. Otto Rehhagel, der seine Fußballlaufbahn als Vertragsspieler bei RWE begann und es von Bergeborbeck bis zum Fußballolymp brachte, feiert am 9. August seinen 80. Geburtstag.

Seit 2015 ist der gebürtige Altenessener Ehrenmitglied von Rot-Weiss Essen. Sichtlich gerührt bedankte sich die Trainerlegende damals nach seiner einstimmigen Wahl und erklärte: „Egal, wo ich in meiner Karriere war, hier hatte ich immer meinen Anker.“
Georg Melches, der in den goldenen 50er-Jahren von RWE systematisch eine Spitzenmannschaft aufgebaut hatte, gelang 1960 noch einmal die Verpflichtung eines echten Nachwuchstalentes. Für eine Ablösesumme von 3.300 DM wechselte der 21-jährige Amateurnationalspieler Otto Rehhagel von TuS Helene zu Rot-Weiss Essen. Er debütierte am 14. August 1960 beim 3:0-Sieg gegen Preußen Münster im rot-weissen Dress. Die Sportpresse bescheinigte ihm eine solide und gute Leistung. In den drei Spielzeiten bei RWE nahm Abwehrspezialist Otto Rehhagel an allen 90 Meisterschaftsspielen teil und erzielte drei Tore. Auch nach dem Abstieg aus der Oberliga West blieb er dem Verein zwei weitere Jahre treu: „RWE hat mir die Möglichkeit gegeben, mich als Profi und Mensch zu entwickeln. RWE war für mich der Startschuss zu meiner langen Karriere als Fußballer und Trainer.“

Der Ball muss ins Tor, dann geht's beiden gut!

Und auch für die erste Begegnung mit seiner Frau Beate stand der RWE indirekt Pate. Rehhagel berichtet: „Ein Fan von Rot-Weiss Essen bat mich: ,Otto, fahr mich zur Gruga-Eisbahn und probier es doch auch einmal.‘ Ich sagte, dass ich kein Schlittschuh fahren könne. Da rief er ein junges Mädchen mit den Worten: ,Beate, komm mal her, der junge Mann will mal Schlittschuh fahren.‘ Und sie hat mich an die Hand genommen und bis heute nicht mehr losgelassen.“ Das Geheimnis seiner über 50-jährigen Ehe verriet er 2015 auf der RWE-Hauptversammlung: „Beate wollte sich mal mit mir streiten. Ich habe gesagt: ,Beate, alles unwichtig. Nur eins ist wichtig, der Ball muss ins Tor, dann geht es uns beiden gut.‘“
Trotz seiner Verbundenheit zu Rot-Weiss Essen wollte er auf Dauer nicht in den Niederungen der 2. Liga West spielen. Im Juni 1963 unterschrieb Otto Rehhagel einen Vertrag in Berlin und wechselte für eine Ablösesumme von 10.000 DM von der Ruhrgebietsmetropole in die Weltstadt mit Insellage. Bis 1972 spielte das Kind des Reviers in 201 Spielen im Fußballoberhaus für Hertha BSC Berlin und den 1. FC Kaiserslautern und erzielte dabei insgesamt 22 Tore. Als Trainer arbeitete er anschließend unter anderem für Borussia Dortmund, Fortuna Düsseldorf, Werder Bremen, Bayern München und den 1. FC Kaiserslautern. Neben seinen verschiedenen Titeln mit Bremen führte er die Pfälzer 1997 zurück in die Bundesliga und holte 1998 erstmals mit einem Aufsteiger direkt die deutsche Meisterschaft. Seinen größten Triumph feierte „König Otto“ aber bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal als Nationaltrainer von Griechenland. Mit dem EM-Außenseiter gewann er den Titel und wurde von der Presse zum „Ottokrates Rehhakles“ ernannt.

Text: Georg Schrepper
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 09.08.2018 | 12:50  
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