ETB fördert Talente – gleich vier Auswahlspieler in der U14-1 am Start
Carla, Svea, Neo und Moritz in der WBV-Kaderauswahl

Von links: Carla Häckel, Svea Zisselmar, Neo Križanovic, Moritz "Momo" Lustermann stehen im WBV-Kader 2019 | Foto: Privat / ETB SW Essen
  • Von links: Carla Häckel, Svea Zisselmar, Neo Križanovic, Moritz "Momo" Lustermann stehen im WBV-Kader 2019
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Mit Carla, Svea, Neo und Moritz haben es gleich vier Spielerinnen und Spielern der U14-1 des ETB schwarz-weiß Essen in den Kader des Westdeutschen Basketball Verbandes (WBV) geschafft. Damit zählen sie zu den größten Talenten ihrer Jahrgänge und trainieren in den kommenden Monaten in regelmäßig durchgeführten Lehrgängen gemeinsam mit jeweils ca. 30 Spielern und Spielerinnen aus ganz Nordrhein-Westfalen.
„Ende der Herbstferien hat das Sichtungsturnier stattgefunden, bei dem sich Neo, Moritz und Svea vor den Landeskadertrainern präsentieren und diese überzeugen konnten“ freut sich Dani Križanovic als Trainerin der U14-1 und Mutter von Neo Križanovic über den gelungenen Sprung der drei Essener. „Die Konkurrenz, vor allem bei den Jungen, ist ziemlich stark. Auch wenn in dem Alter noch keine Prognose für eine erfolgreiche Basketballkarriere gestellt werden kann, sind doch einige Talente bereits sehr gut ausgebildet. Vor allem sind alle hoch motiviert und ehrgeizig, da ist das reinkommen, vor allem aber das erfolgreiche mitspielen in diesem Kader kein Geschenk, sondern harte Arbeit“, berichtet die aufmerksame Beobachterin mit reichlich persönlicher Erfahrung.

Neo Križanovic
Neo, viertes Kind einer auf Basketball ausgerichteten Familie, hat gute Voraussetzungen und ist selbst eines dieser stark ausgebildeten Talente. Bereits im Alter von vier Jahren stand er mit Ball in der Halle, durfte seine Schwestern anfeuern, seinen Vater Igor Križanovic bei der Arbeit als Headcoach des Essener Bundesligateams beobachten und natürlich selbst auf den Korb werfen. Bei der SG Velbert gestartet, über Mettmann Sport ging es zum ETB nach Essen. Seit langem begleitet ihn bereits Marc Hornscheidt, ebenfalls Trainer der U14-1: „Neo hat großes Talent, besticht durch seinen Arbeitseifer und seine Lernbereitschaft und ist sich nie zu schade, um jeden Ball zu kämpfen“ lobt der Trainer die Einstellung seines Sprösslings. Dieser ist klar ausgerichtet: „Nationalmannschaft, ne“, beantwortet er die Frage nach seinem persönlichen Ziel kurz und bestimmt. Das verwundert nicht, denn zwei seiner Schwestern waren bereits erfolgreiche WBV-Kaderspielerinnen und eine durfte sogar bereits im Nationaltrikot für Deutschland spielen.

Moritz Lustermann
Gemeinsam mit Neo wurde Moritz in den Kader der Jungen des Jahrgangs 2006 berufen. Moritz Lustermann, der von seinen Teamkameraden Momo gerufen wird, bringt sehr viel mit, was auf Verbandsebene gerne gesehen wird. „Momo hat einen athletischen Körper, große Intuition, mit der er sehr erfolgreich unter den Körben agiert und einen hervorragenden Charakter“, attestiert ihm Coach Marc Hornscheidt. Momo hat erst vor zwei Jahren seinen Fokus auf Basketball gelegt. Zwar hatte er bereits mit sechs Jahren mal in der Halle vorbei geschaut, sich dann aber verstärkt auf Fußball spielen konzentriert. Unter den Trainern Križanovic und Hornscheidt, die schnell sein Talent erkannten, hat sich der sympathische Sportler in den vergangenen zwei Jahren hervorragend entwickelt. Die Frage nach seinem persönlichen Ziel für die Kaderzeit beantwortet er etwas zurückhaltender: „Drin bleiben und zu Turnieren mitfahren dürfen. Danach schaue ich weiter“, geht er das Ganze gelassen aber fokussiert an und weiß, dass neben einer möglichen Kaderkarriere auch das Ziel Jugendbundesliga (JBBL) weder unerreichbar noch in allzu weiter Ferne liegt.
Gerade erst in die Auswahl geschafft, steht für Momo und Neo bereits das erste Highlight bevor. 12 der 30 berufenen Jungen werden bereits im Dezember 2018 für das Turnier „Perspektiven für Talente“ (Januar 2019) nominiert und dürfen sich dort bereits mit den stärksten aus anderen Bundesländern messen und vor den Augen der Jugend-Bundestrainer beweisen. Viel Erfolg!

Da in den Ligen U10, U12 und U14 zwar reine Mädchenmannschaften gemeldet werden können, es jedoch keine reinen Jungenmannschaften gibt, werden die Ligen der jüngeren Jahrgänge als „offen“ also für Jungen und Mädchen offen, bezeichnet. So fanden Svea und Carla in das ansonsten aus Jungs bestehende Team. Die beiden Trainer zeigten sich „offen“ für talentierte und ehrgeizige Mädchen: „Ich weiß selbst von meinen Töchtern, wie wichtig es für Mädchen ist, möglichst lange auf hohem Niveau gegen Jungs zu spielen. Außerdem haben wir in unserem Team den Fokus auf leistungsorientierten Talenten, da ist das Geschlecht nebensächlich, Hauptsache die Leistung stimmt“, begründet Dani Križanovic die Entscheidung der Trainer, auch Mädchen in dem ansonsten rein auf Jungen ausgerichteten Verein zu fördern.

Svea Zisselmar
Svea Zisselmar, ebenfalls Jahrgang 2006, kam vor zwei Jahren gemeinsam mit Neo von Mettmann Sport. Mit sieben Jahren startete sie ihre Basketballlaufbahn und konnte sich ähnlich wie Neo an ihrer älteren Schwester orientieren. Die talentierte Linkshänderin brachte einen soliden Korbleger und ein gutes Gespür in der Verteidigung mit. „Sveas Entwicklung in den letzten beiden Jahren ist wirklich enorm. Sie ist sehr sportlich, körperlich präsent und kämpferisch. Dazu offen für Kritik und ungemein ehrgeizig und klar“, beschreibt Marc Hornscheidt das „Quoten-Mädchen“ der vergangenen beiden Jahre. Svea wurde wie Neo bereits früh in Basketballhallen mitgenommen, in denen ihre mittlerweile an einem Kalifornischen College spielende Schwester in der Jugendbundesliga und der 2. Damen-Bundesliga erfolgreich aktiv war. So geht auch Svea selbstbewusst und mit hohem Ziel in ihre Kaderzeit: „Jetzt erst mal den Kader schaffen, aber Nationalmannschaft wäre schon toll, wenigstens das Deutschlandtrikot einmal tragen dürfen“, beschreibt sie ihre Wünsche für die Zukunft.

Carla Häckel
War Svea in den vergangenen beiden Jahren als einziges Mädchen bei den Jungs dabei, leistet ihr seit dieser Saison die bereits seit einem Jahr im WBV Kader aktive Carla Gesellschaft. Carla Häckel Alonso hat in der U12-2 beim ETB angefangen und ist ein gutes Beispiel für die Durchlässigkeit der Teams. Wenn sich ein Spieler (oder eine Spielerin) gut entwickelt, dann schauen sich die Trainer der ersten Mannschaften diese Kandidaten genauer an. Carla konnte die U14-1 Trainer schnell überzeugen: “Carla spielt erst seit etwas mehr als zwei Jahren Basketball und hat aus dieser Position letztes Jahr den Sprung in den Kader der 2005 Mädchen geschafft. Auch dort wurde offensichtlich ihr großes Talent erkannt“ attestiert Dani Križanovic. „Wir mussten bei Carla nicht lange überlegen. Sie ist eine elegante Spielerin, sehr schnell im Kopf und mit physisch sehr guten Voraussetzungen. Sie gehört mit ihren Leistungen in unser Team“ bekräftigt auch Marc Hornscheidt die gute Entwicklung der Flügelspielerin. Carla möchte unbedingt mit dem WBV Kader an Turnieren teilnehmen und ihr Bundesland vertreten: „Erst mal drin bleiben und an Turnieren teilnehmen. Dann will ich Profi-Basketballerin werden. Wenn das nicht klappt, werde ich Tierärztin“ erklärt die selbstbewusste Athletin ihre Ziele.

Als Mädchen eine alternative Karriereplanung im Gepäck zu haben, ist sicherlich sinnvoll. Auch werden sich Svea und Carla nach leistungsorientierten Mädchenteams umschauen müssen, denn nach der U14 ist beim ETB Ende. Dann werden sie sich sicher sehr positiv an ihre Zeit in Essen und die gelungene Förderung erinnern. Für Neo und Momo geht es in dieser Saison vor allem um die persönliche Weiterentwicklung, um in der kommenden Saison in der Jugend-Regionalliga mithalten zu können und danach den Sprung in die Jugend-Bundesliga zu schaffen. Wenn das Ganze durch tolle Erlebnisse mit dem WBV Kader begleitet werden sollte, werden beide Jungs, ihre Trainer und der Verein sicher sehr stolz sein.

Die harte Arbeit der letzten beiden Jahre trägt bereits Früchte
Standen wir in der höchsten Jugend-Liga des Landes vorletzte Saison noch im unteren Drittel, war letzte Saison bereits Platz 3 drin. Jetzt haben wir ein paar Kinder in den erweiterten WBV Kadern. Aber wir haben noch viel mehr Talente in unseren Reihen und sind gespannt, wer sich wie in Zukunft entwickeln wird. Denn so viel steht fest, gerade die Jungen entwickeln sich sprunghaft und da ist Ausruhen auf Erfolgen sicherlich kein gutes Rezept. So sind die Vier aber auch nicht. Wir gehen vielmehr davon aus, dass sie sich weiterentwickeln und durchsetzen werden“, geben die beiden Trainer Carla, Neo, Svea und Momo mit auf den Weg.

"Best never rest" – bleibt hungrig ihr Vier! Herzlichen Glückwunsch zu eurer Nominierung und weiterhin viel Erfolg in eurer Lieblingssportart.

Autor:

Dirk Unverferth aus Essen-Ruhr

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