Reisen: Wer traut sich?
Ich- bzw Wir haben es gemacht!

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Heute morgen war ich sehr überrascht mein Konterfei auf der Titelseite zu sehen. Mir fiel fast der Kaffee aus der Hand!
Nun wurde ich heute schon ziemlich oft darauf angesprochen und auch gefragt, wie denn so eine Reise zur Coronazeit aussieht:

Zur Erklärung- Wir besitzen seit 12 Jahren ein Wohnmobil und das hat zur jetzigen Zeit einen grossen Vorteil- Wir sind unter uns, mit eigenem WC und Dusche im Mobil.
Wir sind also nicht auf Waschräume, Duschen und WCs angewiesen, die man sich mit anderen Campern teilt!
Ich telefonierte vor 3,5 Wochen herum, rief uns bekannte Campingplätze an .Von Bundesland zu Bundesland gab es verschiedene Eröffnungszeiten und Vorschriften, was ich persönlich nicht ok finde.
JEDER kocht sein eigenes Süppchen , was nicht gerade zu Vertrauen und Verständnis von Urlaubern führt.
Ich liebe den Rheingau, und wir waren schon oft in der Gegend! UNSER LIEBLINGSCAMPINGPLATZ hatte bis vor 3 Wochen noch kein Konzept, zur Hygiene und den Abständen der Wohnmobile und Wohnwagen, geschweige denn, die Handhabung von WC Nutzung oder Duschen.
So durften ersteinmal nur die Dauercamper mit eigener Parzelle auf den Platz.
Für uns also keine Option.
Einen Ort weiter, in Rüdesheim, hatten wir Glück. Dieser Platz ist einer der schönsten im Rheingau, 4 bis 5 Sterne, mit tollen Sanitärgebäuden und Duschen, ganz in Marmor und Brunnen und wunderbaren Fliesen..wow.
Für den Zeitpunkt vom 24.5 bis zum 6.6 hatte man einen wunderschönen Platz für uns frei.
Also wurde das Mobil gepackt, Schutzmasken verstaut und es ging los in diesen so anderen Coronaurlaub.
An der Rezeption und direkt der Einfahrt standen Schilder: Hier ist Maskenpflicht. Ich schnallte mir also das Ding um und traf auf eine nette Dame, die ebenfalls Maskenverhüllt die Formalitäten erledigte.
Sie teilte mir auch mit, das ab dem heutigen Tag Duschen und WC geöffnet sind und überall Desinfektionsmittelspender davor angebracht sind!
Natürlich sind die Einrichtungen auch nur mit Maske zu nutzen!
Wir fuhren zu unserem Stellplatz  direkt an der Hafeneinfahrt von Rüdesheim. Wunderbar am Wasser gelegen.Die Sonne schien  und bis auf maskentragende Camper die auf dem Weg zum WC oder zu der Spülküche freundlich zu uns herüberwinkten, war Alles wie immer!
Ein Hallo , ein paar Worte aus der Entfernung, alles wie immer- und doch anders.
Wir bauten unser Vorzelt auf und richteten uns ein, so wie immer. Es tat gut , diese liebliche Landschaft zu sehen, die Sonne zu genießen und einfach abzuschalten.
Die nächsten Tage bin ich viel mit Stevie gewandert, Wege wo eben wenig Menschen herumliefen.
Auch an den beiden Weinständen konnte man mit grossem Abstand zu den anderen Tischen, ein Gläschen probieren.
Man musste seine Adresse angeben und die Telefonnummer.
Ich tat es, - wer es eben nicht möchte  sollte den Cafes und Weinständen fernbleiben.
So einfach ist es, es muss Jeder für sich entscheiden!
Auch shoppen war ich, in meinem Lieblingsschuhgeschäft und in 2 Bekleidungsgeschäften. Alles mit gut durchdachtem Hygienekonzept.
Hände desinfizieren, Korb nehmen , auf Abstand zu anderen Kunden achten, die aber nur spärlich vertreten waren.
Die Geschäftswelt ist auch dort hart getroffen.
Ich habe viel mit den Verkäuferinnen geredet, auf Abstand und dem Spuckschutz vor dem Gesicht!
Sie arbeiteten Alle in Kurzarbeit und waren froh, das nun überhaupt wieder Kunden kommen können.

Erschreckt hat mich der Anblick der Drosselgasse. Wo sich sonst Touristenmassen durchschieben- Stille- und mal 2 oder 3 Leute, die dort hindurchgingen.
Wie die Kneipen und Restaurants dort überleben werden?? Ich denke das Viele schließen müssen..
Auch die Ausflugsdampfer und Kreuzfahrtschiffe, die sich früher auf dem Rhein tummelten, suchte man vergeblich. DIe Asiaten, die mit Handys bewaffnet durch Rüdesheim schleichen, es war niemand zu sehen!
Es ist eine merkwürdige Stimmung  zwischen Aufbruch und Resignation dort im Ort.
Nur die Landschaft, die Weinberge, die stolzen Burgen...sie bleiben, während die Menschheit mit dem Virus kämpft.
Pfingstsonntag allerdings war es voll, Radfahrer, Familienausflügler, Camper, alle strebten in den Ort..
Wir haben Pfingsten auf unserem Stellplatz verbracht und haben uns Alles aus sicherer Entfernung angesehen, auf Menschenansammlungen verzichten wir gern.
Oft blieben Leute am Zaun stehen, unterhielten sich mit uns..2, 5 Meter entfernt durch den Zaun.
PERFEKT.
SO konnten wir herrliche sonnige Tage genießen, auf den Rhein sehen, auf die hunderte Wildgänse, Kormorane, Schwäne, Motorbootfahrer, Menschen! Es tat einfach gut und 
wir werden sicherlich in Kürze wieder irgendwo hinfahren, denn wer sich an Regeln hält  und gewisse Einschränkungen akzeptiert und Dingen eventuell aus dem Weg geht, kann auch zu Coronazeiten Urlaub machen.
Jeder auf seine Art.
Bleibt gesund!

Autor:

Sabine Hegemann aus Essen-Steele

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