Wolfskuhle bis 2020 dicht - Handballer ohne Heimat
Wie die MTG Horst unter der Hallenschließung leidet - und das Beste draus macht

Im Gespräch (v.l.): Milan Braasch (VKJ-Jugendredaktion), Carsten Stepping (MTG Handball-Pressesprecher), Thomas Humpert (MTG Handball-Jugendwart) und Michael Hebenstreit (MTG Handball-Abteilungsleiter). Foto: Lew
  • Im Gespräch (v.l.): Milan Braasch (VKJ-Jugendredaktion), Carsten Stepping (MTG Handball-Pressesprecher), Thomas Humpert (MTG Handball-Jugendwart) und Michael Hebenstreit (MTG Handball-Abteilungsleiter). Foto: Lew
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Das Saisonziel "Aufstieg" wurde zwar klar verpasst, doch das nimmt den Verbandsliga-Handballern der MTG Horst niemand übel. Denn: Das "Wolfsrudel" musste quasi ohne echte Heimspiele auskommen, da die Wolfskuhle-Halle immer mal wieder gesperrt war und aufgrund von Sanierungsarbeiten lange geschlossen bleibt.

Von Milan Braasch und Detlef Leweux

Vor allem Decke, Bodenbelag und Lüftung müssen in der "Wolfskuhle" saniert werden, voraussichtlich bis August 2020 ist wohl nicht an einen Spielbetrieb zu denken. Die MTG-Handballer, 7 Jugendmannschaften und 5 Seniorenteams, sind zu Nomaden geworden.

Wie sehr belastet der Hallenausfall?
Abteilungsleiter Michael Hebenstreit: Das ist für uns natürlich eine Katastrophe. Die Heimspielatmosphäre fehlt, das hat uns Punkte und Einnahmen z.B. auch durchs Catering gekostet. Saisoneröffnungstag und andere Events mussten ausfallen. Und auch die Schulsport-Projekte mit der Antonius- und der Laurentiusschule leiden unter dem Zustand. Manchmal hatten unsere Mannschaften in einem Monat in drei verschiedenen Hallen Training, das ist auch nicht gut für eine optimale Vorbereitung.

Die Humann-Volleyballer, die ja auch betroffen sind, haben der Stadt mit evtl. Regresszahlungsforderungen gedroht - auch ein Weg für die MTG?
Hebenstreit: Wir halten da lieber den Ball flach und möchten nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen. Außerdem haben wir ja auch viel Solidarität erfahren.

Wer hat der MTG denn geholfen?
Pressesprecher Carsten Stepping: Natürlich gab es große Unterstützung durch den Hauptverein, unsere MTG-Familie. Aber auch der Handballkreis Essen stand uns zur Seite. Große Solidarität bei den Hallenzeiten gab es von den Vereinen SG Tura-Altendorf, Altendorf 09, GW Werden, SuS Haarzopf, Winfried Huttrop und SG Überruhr, wo wir auch den Saisonabschluss absolvieren durften. Wir sagen allen DANKE, auch Ion Bonda vom Leistungszentrum in Frohnhausen.

Sie kommen alle sehr gefasst rüber. Gab es denn nie Unruhe in der Handballabteilung?
Jugendwart Thomas Humpert: Ach, natürlich gab es auch Tage, an denen man alles hinschmeißen wollte. Wenn dich 14 Tage lang jeden Tag 20 verzweifelte Eltern anrufen, die nicht wissen, wie sie ihr Kind in eine Ausweichhalle zum Training bringen können, ist das hart. Wir engagieren uns ja alle ehrenamtlich und haben auch im Beruf unseren Stress. Ich habe gemerkt, dass ich dünnhäutiger geworden bin. Wir alle sind aber der Meinung, dass wir mit der Situation so professionell wie möglich umgehen müssen, alles andere bringt der MTG nichts.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Michael Hebenstreit: Wir wünschen uns, dass das große Engagement der MTG-Handballabteilung in dieser schweren Zeit auch gewürdigt wird; dass wir durch den Hallenausfall nicht Spieler verlieren, sondern durchhalten, bis die Wolfskuhle-Halle wieder bespielbar ist.

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